Das Buchverfilmungen keine leichte Aufgabe sind, ist allgemein bekannt und unbestritten! Die mal mehr aber oft weniger erfolgreiche Adaption des geschriebenen Wortes ist demzufolge sehr entscheidend für Top oder Flopp des Films. Das Drama ABBITTE (Originaltitel: ATONEMENT), das im spätviktorianischen England der 30er Jahre spielt und auf Ian McEwans gleichnamigen Bestseller basiert, ist viel weniger [...]
Das Buchverfilmungen keine leichte Aufgabe sind, ist allgemein bekannt und unbestritten! Die mal mehr aber oft weniger erfolgreiche Adaption des geschriebenen Wortes ist demzufolge sehr entscheidend für Top oder Flopp des Films. Das Drama ABBITTE (Originaltitel: ATONEMENT), das im spätviktorianischen England der 30er Jahre spielt und auf Ian McEwans gleichnamigen Bestseller basiert, ist viel weniger als mehr gelungen und im übertragenen Sinne weder Fisch noch Fleisch. Obwohl der Roman stellenweise durchaus gut und interessant umgesetzt wurde, bleibt es immer ein zwiespältiges Betrachtergefühl und dies obwohl der Erfolgsregisseur Joe Wright (u.a. DER SOLIST), in Zusammenarbeit mit dem Oscar-prämierten Drehbuchschreiber Christopher Hampton, daran gearbeitet haben.
Im Alter von dreizehn Jahren beobachtet Briony (Saoirse Ronan, u.a. VANITY FAIR, SEELEN 2013 im Kino), die leidenschaftlich gerne und phantasievoll schreibt, auf dem englischen Landgut ihrer Familie, den intensiven Flirt zwischen ihrer älteren Schwester Cecilia (Keira Knightley, u.a. FLUCH DER KARIBIK) und dem Gärtnersohn Robbie (James McAvoy, u.a. GELIEBTE JANE). Einerseits aus Eifersucht, weil Briony selbst in ihn verliebt ist, und andererseits, da sie das Geschehene zwischen Cecilia und Robbie falsch deutet, erwächst in ihren Gedanken als bald ein böser Plan…
Nach dem ein befreundetes Mädchen, welches auf dem Landgut zu Gast ist, kurzzeitig vermisst wird und im Anschluss behauptet von einem Mann verschleppt worden zu sein, beschuldigt sie kurzerhand Robbie für diese Tat. Der Gärtnersohn wird daraufhin für ein Verbrechen verurteilt, das er nie begangen hat und nur Cecilia glaubt ihm – schwört ihm ewige Liebe. Jedoch als der Zweite Weltkrieg ausbricht, trennen sich ihre Wege…
Im zweiten Teil des Films wird Robbies Einsatz während des Krieges beschrieben, die Schrecken auf dem Schlachtfeld und sein steter Halt, dem ihm Cecilia mit ihren Briefen gibt. Letztlich sind die Strapazen jedoch zu viel und Robbie stirbt.
Inzwischen wird Briony von Gewissensbissen geplagt und kann mit ihrer Schuld nicht mehr leben. Cecilia redet nicht mehr mit ihr und zu Hause fühlt sie sich zusehens unwohl. Deshalb entscheidet sie sich, als eine Art Gutmachung in einem Lazarett auszuhelfen. In ihrer freien Zeit schreibt Briony wie gewohnt weiterhin Geschichten, jedoch der weitere Verlauf ihres Lebens nimmt eine unerwartete Wendung…
Das Positive: Eine einfühlsame Kameraführung, der dazu passende, an einigen Stellen direkt ungewöhnliche Soundtrack des Komponisten Dario Marianelli und die perfekte Symbiose aus Bildern, Bewegungen und Geräuschen fesseln den Zuschauer von der ersten Minute an. Die erste Häfte des Familiendramas ABBITTE inszeniert Joe Wright also gekonnt und verarbeitete klug die Romanvorlage.
Das Negative: Im weiteren Verlauf der Geschichte bzw. nachdem Briony den sogenannten “Sündenfall” beobachtet hat, nimmt die Spannung aber leider rapide ab. Spätestens ab diesen Zeitpunkt wirkt der Film recht belanglos und das von Joe Wright im Vorfeld mit großer Spannung erwartete, emotionale Leinwandkino a la STOLZ UND VORURTEIL wirkt dann doch eher enttäuschend: Der große Weltkrieg nach dem kleinen Liebesdrama überfordert den Film restlos und übersteigt bei Weitem die cineastischen Fähigkeit des Regisseurs.
Fazit: Dem Film ABBITTE fehlt besonders zum Ende hin, ein großes Stück Atmosphäre. Auch der eine oder andere beherzte Schnitt, was die Länge der Szenen betrifft, hätte dem Werk gut getan. Eine ABBITTE ;)) braucht Wright gegenüber dem Zuschauer zwar nicht leisten, aber eine gute Verfilmung eines großen Romans ist es und wie am Anfang schon gesag auf keinen Fall geworden…
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