Die Verfilmung des Romans AT THE MOUNTAINS OF MADNESS von H.P. Lovercraft, der 1936 erstmals veröffentlicht wurde, handelt von der Expedition einer Gruppe in die Arktis, bei der die Mitglieder auf eine unbekannte Rasse – einer Mischung aus Pflanze und Tier – stoßen, die die bisherige Urgeschichte unseres Planeten in ein völlig neues Licht rückt.
Keine Hobbits mehr – dafür ein fantastisches Horror-Erlebnis?
H.P. Lovecraft, der Erfinder des Necronomicon, ist für die Horrorliteratur ein wenig das, was Tolkien für das Fantasygenre darstellt und gleichzeitig einer, von dessen Ideen unzählige Nachahmer und Epigonen zehren. Für die angekündigte Verfilmung seines Romans AT THE MOUNTAINS OF MADNESS (deutsche Übersetzung: BERGE DES WAHNSINNS) wurde Regisseur Del Toro und Produzent James Cameron begeistert und diese -hätten- versucht, die Kinobesucher gehörig in Angst und Schrecken zu versetzen.
Wie alles begann: DIE RÜCKKEHR DES KÖNIGS, der letzte Film aus der HERR DER RINGE – Trilogie, gilt als der dritterfolgreichste Streifen der Welt und Peter Jacksons Tolkien-Verfilmungen erhielten insgesamt 17 Oscars. Kein Wunder also, dass auch die Adaption der Vorgeschichte THE HOBBIT in die Kinos kommen wird.
Angesichts des immensen Erfolges und Millionen Buchlesern ist somit wohl der nächste Kinohit wieder vorprogrammiert. Doch kaum geisterte 2008 die frohe Botschaft durch die Medien, breitete sich unter den Fans dennoch etwas Enttäuschung aus, denn nicht Peter Jackson wollte Regie führen, sondern der Mexikaner Guillermo del Toro sollte den personalisierten Kampf von Gut gegen Böse auf die Leinwand bringen. Jener hatte zuvor mit dem Geheimtipp PANS LABYRINT und HELLBOY indes schon trefflich bewiesen, dass er sein Handwerk versteht. Aber trotz dieser guten Vorzeichen stand die Beziehung del Toros und des Hobbits irgendwie unter keinem guten Stern. Über Jahre ärgerte sich der Regisseur über Verschiebungen und Finanzierungsschwierigkeiten bis er schließlich – und für die meisten erneut überraschend – im Mai 2010 endgültig aus dem Projekt ausstieg.
Ein Dreamteam trumpft auf – Guillermo del Toro und James Cameron. “Die Berge des Wahnsinns” werden wieder zum Leben erweckt? Del Toro entschied sich statt dessen einen Film anzugehen, der schon lange in seiner Schublade schlummerte: Die Verfilmung der Horrorgeschichte AT THE MOUNTAINS OF MADNESS von Autor H. P. Lovecraft aus dem Jahr 1936. Schon seit mehreren Jahren hatten del Toro und die Produzenten Susan Montford und Don Murphy an einer Adaption gearbeitet. Im Jahr 2004 stand der Film bei DreamWorks dann kurz vor der Umsetzung, doch als del Toro im Zuge von HELLBOY 2 einen Vertrag mit Universal abschloss, wurde das Werk kurzerhand auf Eis gelegt.
Wer glaubt, er könnte mit AT THE MOUNTAINS OF MADNESS einen eiskalten-blutigen Thriller erwarten, kann das schon gewetzte Messer gleich wieder einstecken. H.P. Lovecrafts Werke beziehen ihre Faszination nicht aus gruseligem Mord-und Totschlag, sondern aus einer Fülle von fremdartigen Wesen, welche sich -teilweise bedrohlich- in unserer Welt verbergen. Gut getarnt warten sie förmlich darauf, von mutigen oder unwissenden Reisenden aufgescheucht zu werden. Deshalb erinnert der Roman BERGE DES WAHNSINNS eher streckenweise an DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT, in welchem Nordpolforscher auf ein schauriges Alien im Eis stoßen, als an ein Fantasy-Horror-Gebilde, wie den Film SLEEPY HOLLOW…
Die Geschichte handelt von einer Expedition, die zur Antarktis aufbricht. Auf der Suche nach geologischen und paläontologischen Relikten stoßen die Forscher dabei auf Fossilien, die Jahrmillionen alt sind und eine gänzlich unbekannte Lebensform zeigen. Diese Mischwesen aus Tieren und Pflanzen bedeuten dabei nichts Geringeres, als dass die gesamte Geschichte des Lebens neu geschrieben werden muss! Doch wie zu erwarten, gibt es noch ein paar Kreaturen, die nicht mit sich spaßen lassen…
Die Story hat wie gesagt zwar schon mehr als 70 Jahre auf dem Buckel, büßt aber dabei nichts an aktuellem Bezug ein. Bis dato ist der Südpol nicht abschließend erforscht und bietet demzufolge noch genug Stoff für wissenschaftliche Entdeckungen und fantasievolle Spekulationen. Deshalb wurde die Kulisse der Antarktis schon häufiger für Filme verwendet (ALIEN vs PREDATOR) und scheint geradezu ideal für Horrorszenarien zu sein. Die Handlung bietet also genug Potential für ein erfolgreiches Projekt und Regisseur del Toro ist talentiert und motiviert – zwei wichtige Grundvoraussetzungen für einen Erfolg.
Wie sieht es aber diesmal mit der Finanzierung aus? Diese schien bis Anfang 2011 gesichert, denn als Produzent trat kein geringerer als James Cameron auf! Während del Toro mit seinen Filmen zwar keine Milliardengewinne erreichte, aber dafür unter den Kritikern Lob und Zuspruch erntete, ist Cameron vor allem für erfolgreiche Vermarktung bekannt. Sein letzter Hit AVATAR schrieb Kinogeschichte und katapultierte den Film in die dritte Dimension. Eine solche Mammutproduktion vollständig in 3D – das war etwas Neues und so sprengte der Film alle Rekorde und schaffte es auch, der bisherigen Nummer Eins unter den erfolgreichsten Hollywoodklassikern, dem Drama TITANIC, Konkurrenz zu machen. Somit hat sich Cameron quasi selbst vom ersten Platz verdrängt und ist damit sogar für die beiden erfolgreichsten Filme der Welt verantwortlich. Die finanzielle Zukunft schien ergo sicher, Del Toro und Cameron hätten sich perfekt ergänzt und so einen echten Blockbuster geschaffen.
März 2011: Das Projekt AT THE MOUNTAINS OF MADNESS wurde erneut auf Eis gelegt
Seit nun schon mehr als 14 Jahren verfolgt Regisseur und Drehbuchautor Guillermo del Toro sein innigstes Wunschprojekt – die Adaption des Horrorromans AT THE MOUNTAINS OF MADNESS. Mit einer Budget-Vorstellung von 150 Millionen Dollar wollte es der mexikanische Regisseur im großen Stil à la ALIEN und SHINING so richtig krachen lassen. Dutzender sich verwandelnder Kreaturen und der Fakt, dass einige Szenen an Antarktis-ähnlichen Orten gedreht werden müssen, kostet nun einmal eine Menge Geld, so del Toro.
Nachdem Universal im Sommer vergangenen Jahres endlich grünes Licht gab, dreht das Filmstudio jetzt dem 3D-Projekt jedoch vorerst den Hahn zu. Laut Deadline begründet Universal seine Entscheidung damit, dass der Film weltweit 500 Millionen Dollar einspielen müsste, sollten sie tatsächlich ein derartig hohes Budget in das Projekt stecken. Da del Toro aber bereits bekannt gab, er wolle ein R-Rating für den Film bekommen, lassen sich diese erforderlichen Einspielergebnisse nur schwer erreichen. Der Traum vom großen Horror-Blockbuster bleibt somit vorerst wohl nichts weiter als ein Traum.
Der Erscheinungstermin für die DVD zum Film AT THE MOUNTAINS OF MADNESS (BERGE DES WAHNSINNS) steht noch nicht fest.
Über den Autor: Reto Stuber ist freischaffender USA-Korrespondent und Außenposten für deutschsprachige KMUs. Er berichtet für Unternehmen in Deutschland und der Schweiz direkt aus dem Herzen von New York über die neusten Entwicklungen.
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