
Sandra Hüller spielt die weibliche Hauptrolle in dem Beziehungsdrama BROWNIAN MOVEMENT. Regie führt die Niederländerin Nanouk Leopold, die auch das Drehbuch verfasst hat.
In Köln, Brüssel sowie im indischen Punjab drehte die Regisseurin Nanouk Leopold ihren neuen Film BROWNIAN MOVEMENT. Darin ist, mit gewohnter, formaler Strenge inszeniert, Sandra Hüller als introvertierte Medizineri zu sehenn, die ein Doppelleben führt.
BROWNIAN MOVEMENT wurde zur 61. Berlinale (2011) eingeladen und nahm dort einen besonderen Platz ein. Das Drama der niederländischen Regisseurin war die ersten Vorab-Pressevorführung zum diesjährigen Festival und kommt im Sommer dieses Jahres auch offiziell in die deutschen Kinos.
Nanouk Leopold, am 25. Juli 1968 in Rotterdam geboren, studierte an der Niederländischen Film- und Fernsehakademie und an der Akademie für Visual Arts in Rotterdam. Zu ihren bisherigen und herausragenden Filmen zählen u.a. GUERNSEY und WOLFSBERGEN. Alle samt sind moderne Gesellschafts- oder Ehedramen und sind das bevorzugte Genre der Filmemacherin aus dem Nachbarland.
Bereits mit dem 2005 etwas sperrig inszenierten Film GUERNSEY stellte Leopold den Zuschauer vor einige mentale Herausforderungen. Die darin gezeigten traumatischen Erlebnisse der Hauptprotagonistin Anna (Maria Kraakman), die in die ambivalente Rolle einer Voyeurin schlüpfte, indem sie ihrem Ehemann während des Seitensprunges tatenlos zuschaute, sensibilisierten den Betrachter für einen starken Film ohne vordergründige Effekthascherei. Und wie schon GUERNSEY oder das Drama WOLFSBERGEN aus dem Jahr 2007, ist auch BROWNIAN MOVEMENT ein Film, der von Menschen handelt, welche die Fähigkeit verloren haben, zu lieben und geliebt zu werden.

In dem Beziehungsdrama spielt die 1978 in Suhl geborene Sandra Hüller, u.a. REQUIEM und ANONYMA – EINE FRAU IN BERLIN die Hauptrolle. An ihrer Seite sind Dragan Bakema (SIMON IM WIDERSTAND) und Sabine Timoteo (DAS VATERSPIEL) zu sehen. Leopold hat ihren Film in drei Teile untergliedert, wobei mit dem Wechsel zwischen zwei Teilen auch jeweils ein Zeitsprung einhergeht. Wenn Charlotte am Ende des ersten Abschnitts erfährt, dass einer ihrer Bettgefährten für ihren Mann arbeitet, sehen wir den Auslöser ihres Dilemmas und danach die Folgen.
BROWNIAN MOVEMENT spielt besonders im zweiten Teil gezielt mit der Erwartungshaltung des Publikums, die Handlungen der Protagonistin erklären zu wollen. Die Gespräche zwischen Charlotte und ihrer Psychiaterin provozieren geradezu eine Antwort auf all die aufgeworfenen Fragen. Doch die Regisseurin lässt den Zuschauer bis zum Ende im Unklaren. So verläuft ein zunächst durchaus interessanter Ansatz über die Nicht-Darstellbarkeit einer menschlichen Psyche in beliebig wirkender Vieldeutigkeit.
Nachdem Charlotte (Sandra Hüller) aus beruflichen Gründen nach Brüssel gezogen ist und in einem Krankenhaus zu arbeiten beginnt, nutzt sie dort und fernab ihrer Familie die Gegebenheit, unter ihren Patienten gezielt Männer für experimentelle Sexualpraktiken auszuwählen. In einer eigens dafür angemieteten Wohnung geht sie ihren bisher verdrängten Neigungen und Wünsche nach…
Als das pikante Geheimnis schließlich an die Öffentlichkeit kommt, verliert sie ihren Job und ihre Ehe mit Max (Dragan Bakema) steht vor dem Scheitern. Trotz Frustration, Enttäuschung, weiterhin fehlender Erklärungen und der Geburt von Zwillingen, versucht das Paar in Indien einen Neuanfang. Aber Charlotte “trauert” immer öfter ihrer verlorenen, sexuellen Freiheit nach…
Produziert wurde der Film BROWNIAN MOVEMENT als europäische Koproduktion der Kölner COIN Film mit der niederländischen Circe Films und der belgischen Serendipity Films in Zusammenarbeit mit dem ZDF und 3sat. Die Weltpremiere erfolgte im September 2010 auf dem Filmfestival in Torronto.
An das Ende des Films stellt die Filmemacherin Nanouk Leopold eine sanfte, hoffnungsvolle Utopie – eine Haltung des “Hinnehmens” bzw. ein Plädoyer für Akteptanz in den Vordergrund. Und am Ende ist es damit ein Film, der nichts wertet, kaum etwas zu erklären vermag und demzufolge auch nichts zerreden muss. Kurzum: Ein Stück Fatalismus im Namen der Liebe bzw. ein Film der lustvoll von den seltsamen, unergründlichen und auch destruktiven Kräften des Eros erzählt.
Die DVD zum Film BROWNIAN MOVEMENT: ab 16. Dezember 2011 im Handel.
BROWNIAN MOVEMENT, ein Film von Nanouk Leopold…
Charlotte trifft sich für sexuelle Experimente heimlich mit fremden Männern und gefährdet dadurch ihre Ehe… Sandra Hüller spielt in dem Beziehungsdrama BROWNIAN MOVEMENT die weibliche Hauptrolle. Regie führt die Niederländerin Nanouk Leopold, die auc…