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CARAMEL

 CARAMEL

Kinovorschau - Filmkritik für CARAMEL
Geschrieben von am 16.06.2008
Gelesen: 8275 · heute: 3 · zuletzt: 4. February 2012
Redaktionswertung: Post Rating 5 von 5 Sternen CARAMEL

CARAMEL, ein Film von Christin Layale. Fünf Frauen auf der Suche nach einem kleinen Stück vom großen Glück. Sie treffen sich regelmäßig in einem Schönheitssalon, um sich über ihr Leben und die Liebe auszutauschen.

Regie: Christin Layale - Drehbuch: Rodney El Haddad, Jihad Hojeily, Nadine Labaki
Produzent: Anne-Dominique Toussaint
Darsteller: Nadine Labaki, Yasmine Elmasri, Joanna Moukarzel, Gisèle Aouad, Adel Karam, Sihame Haddad u.a.
Genre: Komödie / Drama
Filmproduktion: Frankreich / Libanon, 2007
Kinostart:
Musik: Khaled Mouzannar
FSK: 0 - Laufzeit: 95 Min.
Trailer: CARAMEL
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Ihre Filmwertung:
Rating: 9.3/10 (3 votes cast)

CARAMEL (Originaltitel: Sukkar Banat) – eine Film um lebenslustige Freundinnen im Libanon, ihren Alltag und ihre Sehnsüchte.

Die libanesische Regisseurin Nadine Labaki, die in CARAMEL auch in der Rolle der Christin Layale zu sehen ist, hat mit ihrer Komödie -aus meiner Sicht- durchaus ein kleines Pendant zu der amerikanischen HBO-Serie SEX AND THE CITY geschaffen, denn in CARAMEL dreht sich ebenfalls alles um vier junge Frauen und deren Lebensgeschichte.

CARAMEL vs. SEX AND THE CITY

Es geht um Probleme mit der Männerwelt, um Erotik, eine Hochzeit mit kleinen aber pikanten Hindernissen, dem frommen Wunsch “des nicht älter werden Wollens“, Fragen des täglichen Outfits und natürlich um den Erfolge im Beruf. Und was im Vergleich zur genannten HBO-Serie geradezu augenscheinlich ist: Die attraktiven Frauen müssen sich von den Äußerlichkeiten her in keinster Weise hinter besagter Samatha, Carrie, Charlotte und Miranda verstecken. Ein Unterschied besteht dennoch. In der Komödie CARAMEL wird alles etwas bescheidener, leiser und differenzierter und damit realitätsnaher dargestellt als in der heilen Welt von SEX AND THE CITY – denn sie spielt und wie gesagt, nicht im überdrehten New York sondern in Beirut – im Krisengebiet Libanon.

Dabei mag es paradox erscheinen, ausgerechnet diese von Kriegen gezeichnete Region mit der Glamourmetropole New York und Carrie Bradshaw vergleichen zu wollen, doch genau das ist für mich das Besondere und Spannende am Film CARAMEL: In der Komödie SEX AND THE CITY ist es die pure, unbeschwerte Vergnügungssucht – Geld spielt keine Rolle! In CARAMEL hingegen wird alles weniger durchgestylt und cosmopolit dargestellt. Einfach ehrlicher! Verpackt in gezieltem Wortwitz, dabei ganz ohne jeden Pathos, entstand eine sehr ansehenswerte, klassische Komödie, die zudem und im Gegensatz zum gewissen “Vorbild” mit Tiefgang glänzt.

CARAMEL – der Film

Die bildhübsche Christin (Nadine Labaki) betreibt  zusammen mit ihren drei Freundinnen in Beirut einen Schönheitssalon. Die Männerwelt und da speziell der junge Polizist Youssef (Adel Karam), der sie aufmerksam und regelmäßig mit Strafzetteln für kleinere Verkehrswidrigkeiten versorgt, liegt ihr regelrecht zu Füßen. Doch Christin hat sich in einen anderen, einen verheirateten Mann verliebt…

Zur gleichen Zeit steht die Hochzeit ihrer Freundin Nisrine (Yasmine Elmasri) ins Haus. Diese ist jedoch schon längst keine Jungfrau mehr – ein Umstand, der in anderen Kulturkreisen und in diesem Zusammenhang, nach möglichkeit wieder “korrigiert” werden muß…

Rima (Joanna Moukarzel) ist gleichfalls verliebt – in eine Frau! Und ihre Welt erfordert deshalb ein besonderes Maß an Fingerspitzengefühl.

Jamale (Gisèle Aouad) hat ständig Angst vor dem Älterwerden. Dabei schlägt sie sich beruflich tapfer und mit viel Selbstironie durch diversen Casting-Shows. Doch der ungleiche Kampf um die begehrte Jobs mit den viel jüngeren Konkurrentinnen, lässt Jamale eher “alt aussehen”…

Damit wäre der Konstellation zu Carrie & Co nahezu identisch. Aber in CARAMEL gibt es eine Fünfte im Bunde: Die 65-jährige Rose (Sihame Haddad). Sie pflegt liebevoll und aufopfernd ihre demenzkranke Schwester Lili (Aziza Semaan) und sie wiederum, kann ihre große Liebe -zum Gentleman Charles (Dimitri Staneofski)- nicht mehr leben. Lili verliert sich  immer mehr in der Scheinwelt.

CARAMEL – die Filmkritik

Die Regisseurin Nadine Labaki arbeitete bislang ausschließlich in der arabischen Musikvideo-Industrie. Mit ihrer Tragikkomödie CARAMEL und dem damit in der westlichen Kinowelt erreichten Achtungserfolg, erzielte sie ein bemerkenswertes Kinodebüt. Die französisch-libanesischen Produktion war zudem in Cannes 2007 ein großer Publikumserfolg und brach in seinem Heimatland alle bisherigen Kinorekorde. Auch von meiner Seite -aber nicht nur deshalb- ist CARAMEL eine absolute Empfehlung wert!!

Anmerkung: Das namensgebende CARAMEL ist eher als Süßspeise bekannt. Karamell findet jedoch in der orientalischen Kosmetik, in einer bestimmten Konsistenz, auch bei der Körperhaarentfernung Verwendung. So wird in Christin’s Beautyoase, mit viel südlichem Temperament, über die Liebe, das Leben bzw. über diverse Epiliermethoden nicht nur philosophiert, sondern bei Letzterem auch gehandelt. Dabei kann der Zuschauer fast authentisch nachvollziiieh-en, was es heißt, manchmal “wie ein Hund” der Schönheit wegen zu leiden ;))!

DVD & BLU-RAY Disc zum Film

Die DVD zum Film CARAMEL: ab 10. Oktober 2008 im Handel.


Studio / Verleih / Bild-und Textnachweis: Alamode (24 Bilder), Les Films des Tournelles

CARAMEL , 9.3 out of 10 based on 3 ratings

CARAMEL Trailer

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Eine Antwort zu “CARAMEL”

  1. Andreas sagt:

    Karamell für Körperhaarentfernung? Witzig
    Andreas

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