
CHE: GUERRILLA vom Regisseur Steven Soderbergh. Nach dem erfolgreichen Umsturz in Kuba verschwindet Che scheinbar spurlos. Ein Jahr später reist er unerkannt nach Bolivien ein, wo er die Revolution weiterführen möchte.
Viva la Revoluciòn! Von Kuba nach Bolivien. Während CHE: REVOLUCIÒN den Kampf gegen das kubanische Politikum und den Aufstieg Castros und Guevaras ausleuchtet, zeigt CHE: GUERRILLA nun Ernesto “Che” Guevara`s Kampf im Dschungel Boliviens.
Nachdem Diktator Fulgencio Batista geflohen ist, besetzt Fidel Castro mit seiner Armee am 8. Januar 1959 die kubanische Hauptstadt Havanna und führte damit die Revolution zum Sieg. Anschließend wird das Land mit Gewalt reformiert und die neue kubanische Regierung nähert sich politisch immer mehr der UdSSR an.
Daraufhin versuchen die USA 1961 erfolglos in der s.g.n. “Schweinebucht” einzufallen. Dieses wiederum gipfelt 1962 in der “Kubanischen Raketenkrise”, welche die Welt fast an den Abgrund eines Atomkrieges führt. Auch innenpolitisch steht es in Kuba inzwischen nicht zum Besten. Che gerät immer öfter in Konflikte mit Fidel Castro was die Zukunft des Landes betrifft. Zunehmend zieht er sich deshalb aus der kubanischen Politik zurück und schließlich trennen sich nach unüberbrückbaren Meinungsverschiedenheiten endgültig die Wege der beiden Kampfgefährten. Die Revolution verliert ein wichtiges “Kind”! Fidel Castro bleibt in Havanna, ernennt sich zum Staatsoberhaupt, während es Che nach Bolivien zieht, um dort den Kampf in Form einer weiteren Revolution voranzubringen…
Von den spannenden Ereignissen rund um Kubas Hauptstadt, bekommt der Zuschauer im Film allerdings kaum etwas zu sehen. Obwohl Regisseur Steven aus dem ursprünglichen 265-minütigen Kino-Monsterfilm sitzfleischschonend für das Nicht-Festival-Publikum einen Teil herausgenommen hat, verliert sich CHE: GUERRILLA (Originaltitel CHE: Part Two – Guerrilla) trotzdem oft im bolivianischen Regenwald. Hier wird die Revolution als redselige Pfadfinderübung weitergeführt, die dann intensiver auch auf Che`s Asthmaprobleme eingeht. Und so wird zwischen all dem Herumschleichen in den Wäldern, ab und zu auf irgendwen geschossen, um jedoch gleich wieder ins Philosophieren zu kommen worauf unweigerlich die nächste Asthma-Pirsch folgt…
Nach dem erfolgreichen Umsturz in Kuba verschwindet Che (Benicio Del Toro) scheinbar spurlos. In einem Brief an Fidel Castro (Demian Bichir) erklärt er, dass seine Freiheitsmission in Kuba geglückt und somit beendet sei.
Ernesto “Che” Guevara legt seine kubanische Staatsbürgerschaft ab und konzentriert sich fortan darauf, den Menschen in anderen Diktaturstaaten zu helfen. So reist er unerkannt am 3. November 1965 in Bolivien ein, wo er die Revolution weiterführen will. Auch hier finden seine Ideen und Visionen schnell Anhänger – wie z.B. bei der ostdeutschen Tanja (Franka Potente, u.a. LOLA RENNT) oder bei dem Schriftsteller Regis Debray (Marc-André Grondin).
Mit Unterstützung dieser und anderer, ausländischer Sympathisanten nimmt er mit einer kleinen, bewaffneten Einheit den Kampf gegen Präsident Barrientos (Joaquim de Almeida, u.a. DESPERADO) und seine Truppen auf. Doch in der breiten Bevölkerung ist der Rückhalt für die revolutionären Gedanken und Taten gering und es scheitert schließlich am tiefen Misstrauen der bolivianischen Landbevölkerung.
Selbst auf die Hilfe der Kommunistischen Partei unter Mario Monje (Lou Diamond Phillips, u.a.: HOLLYWOOD COPS) kann Che nicht zählen. Anders als Kubas Diktator Fulgencio Batista versteht es Präsident Barrientos, die Militärs und seine Berater von der CIA sowie die Arbeiter und Bauern mit einer Mischung aus Propaganda und Gewalt unter Kontrolle zu halten. Während die Moral der Truppe immer weiter sinkt, geraten die Guerrillas in einen Hinterhalt…!
Die Dokumentation CHE: GUERRILLA endet mit Ernesto Guevara de la Serna’s Erschießung im Oktober 1967 – die ihn zum bekanntesten Revolutionär Lateinamerikas und zur unsterblichen, politischen Ikone macht.
Für CHE: GUERRILLA hat Steven Soderbergh -im Gegensatz zum ersten Teil- das klassische, amerikanische Breitwand-Format gewählt und der Zuschauer wird auf weiten Strecken des Films mit ungewohntem, spanischen Originalton (Deutsch untertitelt) beschallt. Zudem ist die Dokumentation weitaus dichter und düsterer dargestellt als der erste Film – wenn man von den etwas langatmigen “Waldspaziergängen” mal absieht!
Der Film wirkt in seinem Aufbau gleichwohl etwas konventioneller und Che rückt darin viel stärker in den Mittelpunkt des Geschehens. Immer wieder werden in CHE: GUERRILLA Szenen gezeigt, die ihn als einen Mann am Ende seiner Kräfte und Möglichkeiten darstellen. Trotz allem macht er weiter, denn es gibt für Ernesto “Che” Guevara nur einen Weg und der führt nach vorn – seinem immer unvermeidlicher werdenden Schicksal entgegen…
Ein Stück Lebensgeschichte Che`s wurde bereits auch 2004 unter der Regie von Walter Salles verfilmt. DIE REISE DES JUNGEN CHE (Originaltitel: DIARIOS DE MOTOCICLETA) schildert den neunmonatigen Trip der Studenten Ernesto Guevara (Gael García Bernal) und Alberto Granado (Rodrigo de la Serna), die 1952 halb Südamerika bereisen.
Zuerst auf einem alten Norton-500 Motorrad und als dieses seinen Geist aufgibt, zu Fuß, per Amazonas-Dampfer bzw. auf den Ladeflächen unzähliger klappriger Lastwagen. Aus den unbesorgten Jünglingen, die sorglos in den Tag hineinleben und mit fantasievollen Abenteuergeschichten lokale Dorfschönheiten bezirzen, werden im Laufe der Reise aber nachdenkliche Männer, welche am eigenen Leib die wahren Tragödien Lateinamerikas erfahren…
Die DVD zum Film CHE: GUERRILLA: ab 29. Juni 2009 im Handel.