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DAS KONZERT

 DAS KONZERT
Kinovorschau - Filmkritik für DAS KONZERT
Geschrieben von am 13.06.2010
Gelesen: 10637 · Heute: 2 · Zuletzt: 18. Mai 2012
Redaktionswertung: Post Rating 5 von 5 Sternen DAS KONZERT

Radu Mihaileanu ist ein fulminanter, rasanter Film über Menschlichkeit, Liebe, Verantwortung und die alles verbindende Macht der Musik gelungen. Neben dem russischen Stardarsteller Aleksei Guskov spielen Dimitri Nazarov sowie Mélanie Laurent als junge Violonistin und Miou-Miou (”Anleitung zum Träumen”) als ihre Agentin die Hauptrollen.

Regie: Radu Mihaileanu - Drehbuch: Radu Mihaileanu, Matthew Robbins, Alain-Michel Blanc, Héctor Cabello Reyes, Thierry Degrandi
Produzent: Alain Attal
Darsteller: François Berléand, Lionel Abelanski, Mélanie Laurent, Aleksei Guskov, Dmitri Nazarov, Valeriy Barinov u.a.
Genre: Komödie / Musik / Drama
Filmproduktion: Frankreich / Italien / Belgien / Rumänien, 2009
Kinostart:
Musik: Amand Amar
FSK: 12 - Laufzeit: 122 Min.
Trailer: DAS KONZERT
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Ihre Filmwertung:
Rating: 9.5/10 (4 votes cast)

In Frankreich war die Komödie DAS KONZERT (Orginaltitel: Le concert) von Radu Mihaileanu längst ein großer Publikumserfolg als mit einem Jahr Verspätung, auch die deutschen Verleiher dem etwas anderen “Musik-Film” ihre Wertschätzung zollten.

Radu Mihaileanu

Der 1958 in Bukarest geborene rumänisch-französische Filmregisseur Radu Mihaileanu ist ein absolutes Ausnahmetalent und ein Mann mit einem besonderen Gespür für außergewöhnliche Drehbücher. So brachte er als gefeierter europäischer Arthausfilmer 1998 die rabenschwarze Komödie ZUG DES LEBENS in die Kinos, worin Mihaileanu die Geschichte eines osteuropäischen Dorfs schildert, das durch die eigene, inszenierte Deportation dem bevorstehenden, tatsächlichen Todes-Zug der Nazis entgehen kann. Seinen zweiten, großen Kinofilm zeigte Mihaileanu 2005 bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin. In GEH UND LEBE (Va, vis et deviens) erzählt der Regisseur vom Leidensweg tausender äthiopischer Juden, die 1984 heimlich nach Israel gebracht wurden.

DAS KONZERT

Die dritte Produktion, DAS KONZERT, kommt erneut mit einem eher ernsten Hintergrund, den Mihaileanu aber nicht ohne seinen fast schon charakteristischen Humor und äußerst gefühlvoll inszeniert auf die Leinwand bringt: Der Film DAS KONZERT widmet sich der tragik-komischen Geschichte eines herausragenden, russischen Musikers und Dirigenten, der unter den Kommunisten zum Hausmeister degradiert wird, weil er Breschnews Politik trotzt und jüdischen Musikern zu einer Anstellung in seinem Orchester verhilft. Seine Bestrafung folgt auf dem Partei-Fuße. Angekommen im Russland der Gegenwart, muss Andrej Filipow im großen Bolschoj-Theater fortan das Büro des neuen Direktors sauber halten und  sich damit einem aberwitziges Berufsverbot beugen.

DAS KONZERT – der Film

Vor knapp dreißig Jahren war Andrej Filipow (Aleksej Guskow) ein bedeutender Dirigent in der Sowjetunion. Nach seiner kulturellen und gewissermaßen auch menschlichen Degradierung fällt ihm während seiner Neuzeit-Tätigkeit als Hausmeister ein Fax in die Hände, in dem das Pariser Théâtre du Châtelet anfragt, ob nicht das Bolschoj-Orchester kurzfristig zu einem Gastspiel anreisen könne.

Und Andrej fast einen verwegenen Plan, der auf den ersten Blick ebenso irrwitzig wie schlichtweg unmöglich scheint: Er versammelt mit tatkräftiger Hilfe seines alten Freundes Sascha (Dmitrij Nazarow) nahezu das komplette, ehemalige Orchester, um kurz entschlossen nach Paris zu reisen und den Parteifunktionären somit einen Denkzettel zu verpassen.

Radu Mihaileanu konnte für sein Projekt DAS KONZERT Frankreichs Top-Darsteller gewinnen. Dazu gehören Miou-Miou (u.a. ANLEITUNG ZUM TRÄUMEN), François Berléand (DIE ZWEIGETEILTE FRAU) und nicht zuletzt die kokett agierende Mélanie Laurent (u.a. INGLOURIOUS BASTERDS, KEINE SORGE MIR GEHTS GUT). Vor allem ihrem Spiel war es wohl zu verdanken, dass der Film selbst bei der spitzfindigen französischen Film-Presse einen regelrechten Begeisterungssturm erntete und gehört mit zwei “César du Cinema”, den “französischen Oscars”, zu den großen Gewinnern der 2009′er Preisverleihung.

DAS KONZERT – die Filmkritik

Als musikalische Grundlage für die impulsive und herzerwärmende Komödie DAS KONZERT dient Tschaikowskys Konzert für Violine und Orchester in D-Dur. Hier schwingen bekanntermaßen Tschaikowskys Erinnerungen an eine vergangene Zeit mit. Auch als Soundtrack bleibt von dieser Faszination jeder Ton erhalten, ohne das sich ein schmalziger Klangteppich daraus entwickelt, der nur platte Harmonie zu verströmen weiß.

Dennoch hat der Film vordergründig nur wenig mit Musik zu tun. Viel eher ist er dialoglastig bzw. wird über Musik gesprochen. Regisseur Radu Mihaileanu nimmt aber die himmlischen Töne zum Vorwand, um von einem überraschenden Familiengeheimnis wie Musik zu erzählen. Damit ist  Tschaikowskis “Konzert für Violine und Orchester” auch gleichzeitig eine Art Metapher: Denn es geht am Ende um das Verhältnis des Einzelnen zur Gemeinschaft, dem Spiegelbild auf die heutige Gesellschaft, in der die maximale Freiheit des Individuums erreicht zu sein scheint, aber sich viele wieder nach der Gemeinschaft sehnen.

Und das Beste kommt zum Schluss und unbetritten: Am Ende des Films lässt Radu Mihaileanu den musikalischen Gefühlen freien Lauf, werden die letzten zehn Minuten zum puren Emotionskino. Wer da nicht berührt wäre, muss wohl ein Stein sein, dem selbst Orpheus keine Tränen entlocken könnte…


Studio / Verleih / Bild-und Textnachweis: Concorde Filmverleih

DAS KONZERT, 9.5 out of 10 based on 4 ratings

DVD & Blu-ray

Das Waldbühnen-Konzert (NTSC)Das Waldbühnen-Konzert (NTSC)DAS WALDBÜHNEN-KONZERT
Das Konzert [Blu-ray]Das Konzert [Blu-ray]Andrei Filipov (Aleksei Guskov), einst Dirigent des weltberühmten Bolschoi-Orchesters in Moskau, fristet dort nun sein Dasein als Putzkraft. Da er in den 80er Jahren jüdische Musiker nicht aus dem Orchester werfen wollte, fiel er in Ungnade und wurde von der kommunistischen Regierung zum

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3 Antwort zu “DAS KONZERT”

  1. manuela am 21.9.2011 um 01:54

    nur wer die lebensumstände im osten miterlebt hat, kann diesen film verstehen

  2. Dana Török am 26.8.2010 um 21:16

    Fenomenal!!
    Alles hat mir gut gefallen ! Aber als Musik -Komödie diesen Film zu degradieren…hat man nicht viel davon verstanden…Das ist genau die Art wie Osteuropäer ihr tragisches Schicksal ertragen konnten und überleben konnten, nur mit sehr viel Humor und “Selbssatire”!!

  3. s43.de am 13.6.2010 um 17:11

    DAS KONZERT, ab 29. Juli 2010 im Kino…

    Frankreichs Publikums-Hit des vergangenen Jahres DAS KONZERT (le concert) kommt ab 29. juli 2010 auch in die deutschen Kinos. Ausgezeichnet mit zwei Césars lässt Radu Mihaileanus Musik-Tragikomödie über ein ausgedientes Orchester auf Revival-Tour die E…

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