
Uwe Tellkamps DDR-Roman DER TURM wird verfilmt. Es gibt bereits Gespräche über das Projekt, sagt der Autor Uwe Tellkamp in einem Interview mit der Zeitschrift Super-Illu. Einen konkreten Termin wann der Film in die Kinos kommt und wer ihn produzieren wird, gibt es aber noch nicht.
Uwe Tellkamp’s Roman DER TURM kommt nun doch nicht in die Kinos!
Der von Plagiatsvorwürfen geplagte Schriftsteller Uwe Tellkamp teilte gegenüber der Presse mit, dass die Verfilmung seines Bestsellers DER TURM nur für das Fensehen produziert wird. Für das Projekt werden weiterhin 500 Männer und Frauen für Komparsenrollen gesucht, die optisch in die DDR der 80er Jahre passen. Das Casting findet im Laufe des August in Dresden statt. Im Herbst 2011 soll dann unter der Regie von Christian Schwochow (u.a. NOVEMBERKIND) in Sachsens Landeshauptstadt und Umgebung gedreht werden. Im Moment werden zudem die Aussagen vom Verlag des Schriftstellers Jens Wonneberger geprüft, der behauptet, dass Tellkamp in seinem Roman “Der Turm” Textpassagen aus Wonneberger’s früherem Werk “Die letzten Mohikaner” verwendet hat. Der Schriftsteller gab jedoch bekannt, dass er keine persönlichen, rechtlichen Schritte gegen Tellkamp unternehmen wird.
Autor Uwe Tellkamp, 1968 in Dresden geboren, bekam für den 2008 beim Suhrkamp-Verlag erschienenen Roman schon zahlreiche Auszeichnungen (u.a. Deutscher Buchpreis, Deutscher Nationalpreis). In einem Interview mit dem MDR-Kultursenders FIGARO ließ Tellkamp im Dezember 2009 verlauten, dass DER TURM nur ein Teil eines umfassenden Projekts ist und er an einer Fortsetzung schreibt, die sich mit der Zeit nach der Wende auseinandersetzt.
Als Sohn eines Arztes verplichtete sich Tellkamp nach dem Abitur zu einem dreijährigen Dienst bei der NVA, um sein Medizinstudium absolvieren zu können. Bereits lange vor den Oktoberereignissen in der DDR war er im Visier der Staatssicherheit. Der Vorwurf: Sogenannte Diversantentätigkeit und damit “politisch auffällig”. Ungeachtet dessen blieb Tellkamp jedoch bis 1989 in der Nationalen Volksarmee (NVA) Unteroffizier. Als der Befehl kam, dass seine Einheit gegen Oppositionelle ausrücken sollte und er darunter auch seinen Bruder vermutete, verweigerte Tellkamp den Befehl…
Daraufhin wird er inhaftiert und muss sich nach Verbüßung der Strafe mit allerlei Gelegenheitsjobs durch’s Leben schlagen. Sein anvisiertes Medizinstudium konnte er erst nach dem Ende der DDR aufnehmen. Den Beruf des Arztes gibt Tellkamp 2004 zugunsten der schriftstellerischen Arbeit auf.
Demokratisch und frei leben wollen alle Menschen in diesem außergewöhnlichen und intensiven Roman. Doch nichts scheint darin und wie im real exestierenden Sozialismus unmöglicher zu sein, als jene angestrebte Freiheit tatsächlich leben zu können! Denn obwohl die DDR 1989 längst ein Land war, das vom eigenen, real existierenden Sozialismus eingeholt wurde und das Wort Demokratie nur zum Schein in der Bezeichnung führte, gängelte es bis zum unvermeidlichen Ende seine Bürger und presste diese in vorgefertigte, gesellschaftliche Rahmen!
Damit beinhaltet DER TURM viele autobiographische Züge seines Autors. So spielt der Roman in der Geburtsstadt von Uwe Tellkamp und der darin vorkommende Chirurg Richard Hoffmann wird wegen eines außerehelichen Kindes durch die Stasi ebenso erpresst, wie einst Tellkam’s Vater. Desweiteren gibt es durchaus Parallelen zur Romanfigur Christian, dessen Sohn auf ein Medizinstudium hofft, sich jedoch “freiwillig” zur NVA verpflichten muss, um an den begeehrten Hochschulplatz zu kommen. Gleichfalls endet auch dessen Weg am Ende als Strafgefangener an den Öfen des Chemiewerks. Nicht zu vergessen, der Schriftsteller Meno Rohde. Der glaubt in seinem Moskauer Exil, durch geschicktes Taktieren mit den Mächtigen des Lande eine Nische zu finden, die ihm die Freiheit für seine Arbeit gibt – die er so dringend braucht…
Schon beim Schreiben des preisgekrönten Buches hatte Uwe Tellkamp die Vision, dass es um die Geschichte des Untergangs der DDR eine Verfilmung geben könnte. Anfang 2009 erwarben die Teamworx-Produzenten Christian Granderath und Nico Hofmann die Rechte dazu. Als Produktionspartner wurden der Westdeutsche Rundfunk und der Mitteldeutsche Rundfunk gewonnen. Das Drehbuch zum Film DER TURM schrieb Thomas Kirchner, der schon für die Produktion VOM GLÜCK NUR EIN SCHATTEN verantwortlich zeichnete.
Im Laufe des TV-Jahres 2012 soll aller Voraussicht nach der Film in der ARD über die “Mattscheibe” gehen…
Die Erscheinungstermin für die DVD zum Film DER TURM steht noch nicht fest.