DIE JAGD

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Mit seinem siebten Kinofilm DIE JAGD (Originaltitel: Jagten), legt der vielfach ausgezeichnete Regisseur Thomas Vinterberg das ebenso packende und hoch spannende wie bewegende Drama einer Hexenjagd vor, das nicht nur unter den Filmkritikern für jede Menge Gesprächsstoff sorgte.

DIE JAGD

Der Regisseur Thomas Vinterberg über seinen Film DIE JAGD: „In einer dunklen Winternacht 1999 klopfte es an meiner Tür. Dort im Schnee stand ein renommierter dänischer Kinderpsychologe mit jeder Menge Unterlagen unterm Arm, der von Kindern und ihren Phantasien faselte.

Er sprach von Konzepten wie der „unterdrückten Erinnerung“. Und -noch viel verstörender- über seine Theorie, dass „der Gedanke ein Virus“ sei. Ich ließ ihn nicht hinein. Die Unterlagen las ich nicht. Sondern ging ins Bett.

Zehn Jahre später brauchte ich einen Psychologen. Ich rief ihn an und las -aus verspäteter Höflichkeit- endlich seine Unterlagen. Ich war schockiert und fasziniert. Und hatte das Gefühl, dass darin eine Geschichte steckte, die erzählt werden musste. Die Geschichte einer modernen Hexenjagd. Der Film DIE JAGD ist das Ergebnis dieser Lektüre.

DIE JAGD, Darsteller

Thomas Vinterberg ist Mitbegründer der revolutionären Dogma 95-Bewegung. Breits mit dem Film DAS FEST und dem darin pantastisch agierenden Cast (u.a. Trine Dyrholm und Ulrich Thomsen) hat der Regisseur weltweit für Aufsehen gesorgt. Und auch in dem Drama DIE JAGD konnte sich der Filmemacher wieder ganz auf seinen herausragenden Hauptdarsteller verlassen.

Dänemarks Superstar Mads Mikkelsen (OPEN HEARDS, DIE DREI MUSKETIERE) liefert als zu Unrecht beschuldigter Kindergärtner eine der besten Leistungen seiner ohne hin an Höhepunkten nicht armen Karriere ab.

DIE JAGD, Auszeichnungen

DIE JAGD wurde anlässlich seiner Weltpremiere im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Cannes 2012 mit dem Preis für den Besten Darsteller sowie mit dem Preis der Ökumenischen Jury ausgezeichnet. Außerdem gewann der Film den Europäischen Filmpreis für das Beste Drehbuch und wurde in vier weiteren Kategorien nominiert.

DIE JAGD, Bilder

DIE JAGD – Filminhalt

Eigentlich steht Lucas (Mads Mikkelsen) an einem Wendepunkt in seinem Leben. Seinen früheren Job als Lehrer hat er verloren, als die Schule in seiner dänischen Kleinstadt geschlossen wurde. Und seit der Scheidung von seiner Frau darf er keinerlei telefonischen Kontakt zu ihr aufnehmen und den gemeinsamen Sohn Marcus (Lasse Fogelstrom), immerhin schon ein Teenager, bekommt er nur alle 14 Tage zu sehen. In dem großen Haus, in dem mal eine glückliche Familie wohnte, lebt er nun ganz alleine mit seinem Hund Fanny.

Doch der 40-jährige Lucas ist niemand, der zu Wut oder Verzweiflung neigen würde – und vor allem gibt es für ihn in diesem Herbst viele Gründe, optimistisch in die Zukunft zu blicken. Er hat auch eine Stelle im Kindergarten gefunden, wo er bei Kindern wie Kollegen gleichermaßen beliebt ist und sich obendrein zu der Aushilfe Nadja (Alexandra Rapaport) hingezogen fühlt, die ihm mit forschem Selbstbewusstsein ihr Interesse signalisiert.

Alles könnte also endlich wieder gut werden, wäre da nicht die kleine Klara (Annika Wedderkopp). Die Tochter von seinem besten Freund Theo (Thomas Bo Larsen) ist nicht nur bei Lucas im Kindergarten, sondern hat auch sonst einen ziemlichen Narren an ihm gefressen. Nicht selten spaziert sie mit ihm und Fanny durch den Ort, wenn sie sich mal wieder verlaufen hat und ihm zufällig vor dem Supermarkt in die Arme läuft. So gern hat sie diesen geduldigen, netten und immer gut gelaunten Erwachsenen, dass sie ihm sogar ein selbst gebasteltes Herz schenkt und ihn im Kindergarten einen Kuss auf den Mund gibt.

Warum Lucas ihr allerdings vorschlägt, das Herz doch lieber ihrer Mutter Agnes (Anne Louise Hassing) oder einem anderen Kind zu schenken, und warum er findet, dass sie solche Küsse nur ihren Eltern geben darf, versteht Klara nicht…

Aus ihrer Kränkung heraus erzählt das Mädchen der Kindergartenleiterin Grethe (Susse Wold), dass sie Lucas nicht leiden könne. Er habe ihr nicht nur ein Herz geschenkt, das sie nicht haben wolle, sondern ihr auch sein Geschlechtsteil gezeigt. Und beschreibt die Sache genau so, wie sie es auf den Pornobildern gesehen hat, die sich ihr großer Bruder und seine Kumpel im Internet angucken. Grethe ist irritiert, entsetzt – und glaubt dem Kind, obwohl sie durchaus weiß, dass Klara zu einer blühenden Phantasie neigt.

Nach dem Schock folgt das Misstrauen und gerät bald außer Kontrolle. Die kleine Gemeinde findet sich plötzlich in einem kollektiven Zustand der Hysterie, während Lucas einen einsamen Kampf um sein Leben und seine Würde führt. Die Hexenjagd beginnt…


Studio / Verleih / Bild- und Textnachweis: Wild Bunch Germany

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