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DIE PÄPSTIN

 DIE PÄPSTIN

Kinovorschau - Filmkritik für DIE PÄPSTIN
Geschrieben von am 3.05.2009
Gelesen: 16945 · heute: 3 · zuletzt: 4. February 2012
Redaktionswertung: Post Rating 3 von 5 Sternen DIE PÄPSTIN

DIE PÄPSTIN | DVD | Regie: Sönke Wortmann Der Roman “Pope Joan” der US-amerikanischen Schriftstellerin Donna Woolfolk Cross aus dem Jahr 1996 und erschienen im Aufbau Taschenbuchverlag, steht -laut einer Umfrage des ZDF- auf Platz 10 der Lieblingsbücher der Deutschen. In meiner persönlichen Hitliste ist DIE PÄPSTIN -noch- nicht vertreten. Dort liegt z.Z. der Roman [...]

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Rating: 5.7/10 (3 votes cast)

DIE PÄPSTIN | DVD | Regie: Sönke Wortmann

Der Roman “Pope Joan” der US-amerikanischen Schriftstellerin Donna Woolfolk Cross aus dem Jahr 1996 und erschienen im Aufbau Taschenbuchverlag, steht -laut einer Umfrage des ZDF- auf Platz 10 der Lieblingsbücher der Deutschen.

In meiner persönlichen Hitliste ist DIE PÄPSTIN -noch- nicht vertreten. Dort liegt z.Z. der Roman “GUT GEGEN NORDWIND” von Daniel Glattauer ganz weit vorn.
Und deshalb möchte ich das Buch als besonderen Tipp in die Filmbesprechung mit einfließen lassen.

“Gut gegen Nordwind” ist in seiner Form durchaus eine ungewöhnliche, aber dennoch klassische und damit romantische Liebesgeschichte, welche ganz im Zeichen des World Wide Web steht.
Darin schreiben sich zwei Menschen auf 224 Seiten nur E-Mails. Das macht das Besondere an diesem Buch aus und beinhaltet zudem eine Faszination, welcher man(n) sich nicht mehr so schnell entziehen möchte.

Tja – sollte mailen tatsächlich schon literaturfähig und -würdig sein? Seid gewiss…es ist so!
“Gut gegen Nordwind” ist geistreicher E-Mail-Wechsel, der nie langweilig wirkt und dabei süchtig…nach mehr macht!
Das Kammerspiel für zwei Personen ist witzig und federleicht geschrieben und selten habe ich so intensiv mit lachen, mit fiebern und mit weinen können, wie bei Emmi und Leo, den beiden Protagonisten. Einfach ein geniales Werk mit unbestritten auch ironischem Schlagabtausch. Es ist eingebettet in eine virtuelle Welt, in die uns der Autor Daniel Glattauer entführt und worin man dessen pure Freude am Schreiben, bei jedem “Emmi-Leo-Frage-Antwortspiel, regelrecht spürt.

DIE PÄPSTIN

Auf einem thematisch ganz anderen Blatt steht der Roman DIE PÄPSTIN.
Hierin beschreibt die Autorin Donna Woolfolk Cross die Geschichte der sagenumwobenen Päpstin Johanna.

Jene wird bis zum heutigen Tag vom Vatikan gern ins Reich der Legenden verwiesenen. Dennoch oder gerade deshalb entbehrt diese Tatsache nicht einer gewissen Faszination, denn es wäre der atemberaubende und zugleich bewegende Aufstieg der Johanna von Ingelheim, die als Mann verkleidet bis in die höchsten Ränge des römischen Klerus gelangt und im Jahre 853 tatsächlich zum Papst gewählt wird.

Große Teile des Romans bestehen trotzdem aus einer frei erfundenen Geschichte und darin wird Johanna als eine modern anmutende junge Frau geschildert, die im düsteren Mittelalter lebt und deren Bildungsdrang sie in einer patriarchalen Gesellschaft zwingt, sich ihr Leben lang zu verstellen.

DIE PÄPSTIN – der Film

Regisseur Sönke Wortmann (DEUTSCHLAND EIN SOMMERMÄRCHEN) hat sich der Historie angenommen und das Buch von Donna Woolfolk Cross verfilmt.

In Ingelheim am Rhein wird Johanna (Johanna Wokalek) geboren und verbringt hier ihre Kindheit.
Sie ist die Tochter eines fanatischen Dorfpriesters und wird streng zum religiösen Glauben erzogen. Dabei lernt sie heimlich, gegen den Willen des Vaters, Lesen und Schreiben. Doch Johannas außergewöhnliches Talent bleibt nicht unentdeckt.

Als einziges Mädchen darf sie die Schule in Dorstadt besuchen. Sie wird in die Obhut des Ritters Gerold (David Wenham) gegeben. Bald verliebt sich Johanna unsterblich in ihn, doch nach einem blutigen Überfall der Normannen trifft sie eine folgenreiche Entscheidung für ihr Leben.

Johanna tritt Inkognito in das Kloster zu Fulda ein. Dort wird sie als Mann zum Priester geweiht und erlernt die Kunst des Heilens. Ihr Rum als Wunderheiler spricht sich schnell bis nach Rom herum und Johanna wird auf Grund ihrer Fähigkeiten zum Leibarzt von Papst Sergius (John Goodman) berufen.

Kurz darauf wird der Papst vergiftet aufgefunden. Der Drahtzieher des Komplotts, Bischof Anastasius (Anatole Taubman), macht sich Hoffnungen auf den Heiligen Stuhl, aber überraschend wird Johanna zum Papst gewählt.
Doch die unentdeckte “Päpstin” besitzt eine gefährliche Schwachstelle: Johanna ist von Gerold, ihrem heimlichen Geliebten, schwanger …

Ist “Die Päpstin” ein Mythos oder wurde sie tatsächlich im Nachhinein aus den Chroniken getilgt? Daraus entstanden schon leidenschaftliche Kontroversen, die mit dem weltweiten Millionen-Bestseller von Donna Cross ihren vorläufigen Höhepunkt fanden.
Auch in Deutschland stand DIE PÄPSTIN nach dem Erscheinen über Monate auf der Bestsellerliste und wurde über 4 Millionen Mal verkauft.

Und welche Rolle spielt ein geheimnisvoll geformter Stuhl, der gut versteckt im nicht-öffentlichen Teil der vatikanischen Museen steht? Er ist eigentlich der Beweis für die Existenz eines delikaten Rituals, welches auf die “Sünderin in Männerkleidern” zurückgeht.
Nach Johannes Anglicus. dem VIII. mussten sich neu gewählte Päpste über Jahrhunderte einer Überprüfung ihres Geschlechtes unterziehen. Das bezeugen selbst offizielle Kirchenchronisten – nur der  Vatikan schweigt! Die Frage bleibt – war Papst Johannes der VIII. eine Frau?

DIE PÄPSTIN – die Filmkritik

Die große, deutsche Produktion DIE PÄPSTIN wurde der Presse lange vorenthalten. Als man sie endlich sehen durfte, sah man den Grund dafür. Die Verfilmung des Romans war augenscheinlich eine schwere Geburt und schon seit Jahren dümpelte die Produktion mit wechselnder Darsteller- und Regiebesetzung vor sich hin.

Nach langer Vorbereitungszeit wurde sogar der eigentlich als Regisseur vorgesehene Volker Schlöndorff, wegen einer kritischen Äußerung zur Zweitverwertbarkeit von Kinofilmen (wie die letzten Constantin-Produktionen soll gleichfalls DIE PÄPSTIN in einer längeren Version im Fernsehen laufen), gefeuert und durch Sönke Wortmann ersetzt.
Wortmann versucht es nun den Lesern des Bestellers einfach nur recht zu machen, indem er brav die einzelnen Stationen des Romans nacherzählt.

Dabei begleiten Kitsch, melodramatische Musik-Untermalung, unzählige Klischees und eine Erzähler-Stimme das (über)lange Geschehen.
Johanna Wokalek ist das einzig Gute an dem Film DIE PÄPSTIN, alle anderen Figuren sind blass und eindimensional und ganz im Sinne der Inszenierung! Ihr Spiel wertet die langweilig und vorhersehbar erzählte Geschichte auf und man könnte fast sagen, außer ihr gibt es nur noch jede Menge Kostüme zu sehen.

Wie gesagt, DIE PÄPSTIN wird  uns ein weiteres Mal als Fernsehausstrahlung  beglücken und dann analog zu dem Kinofilm DER UNTERGANG ein gutes Stück (noch) länger sein. Aber vielleicht bleibt dann auch etwas mehr Platz für Feinheiten der Charaktere. Ob der Film damit insgesamt wirklich besser wird, lässt sich dennoch schon jetzt bezweifeln.(vm/tsch/Michael Kienzl)

Und dieser Meinung kann ich mich nur anschließen. Wirklich schade um den spannenden Filmstoff!!

DVD & BLU-RAY Disc zum Film

Die DVD zum Film DIE PÄPSTIN: ab 30. Juni 2010 im Handel.

PS.: Und wer wissen möchte wie es mit Emmi und Leo aus dem Roman “Gut gegen Nordwind” weitergeht (?!): Alle sieben Wellen heißt die mit “Taschentuchgarantie” ;) geschriebene Fortsetzung und ist erschienen bei Deuticke im Zsolnay Verlag “Deuticke Im Zsolnay Verlag”.

Deutschland 2009
Kinostart 22.10.2009
Regie: Sönke Wortmann
Drehbuch: Heinrich Hadding & Sönke Wortmann nach dem Roman von Donna Woolfolk Cross
Darsteller: Johanna Wokalek, David Wenham, John Goodman, Iain Glen, Edward Petherbridge, Jördis Triebel, Anatole Taubman u.v.a.
Produzenten: Martin Moszkowicz, Oliver Berben
Co-Produzenten: Herman Weigel, Norbert Sauer, Faruk Alatan
Drehbuch: Heinrich Hadding & Sönke Wortmann nach dem Roman von Donna Woolfolk Cross

Eine Constantin Film Produktion in Co-Produktion mit der UFA
Filmproduktion, Medusa Film, Ikiru Films und der ARD/Degeto, NDR,WDR, SWR, MDR

Studio/Verleih und Bildnachweis: Constantin Film/Aufbau Taschenbuchverlag

DIE PÄPSTIN, 5.7 out of 10 based on 3 ratings

DIE PÄPSTIN Trailer

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Ihre Meinung -


5 Antwort zu “DIE PÄPSTIN”

  1. 87c News sagt:

    Die Päpstin – ab 29.10.2009 im Kino…

    Die Verfilmung des gleichnamigen Millionenbestsellers DIE PÄPSTIN ist das mit Spannung erwartete Kino-Highlight im Herbst 2009. Regisseur Sönke Wortmann erzählt die sagenumwitterte und spannende Geschichte einer einzigartigen Frau, die im düsteren …

  2. KUSDIL GÜLFENDI sagt:

    einfach super dieser film ,super

  3. Dominik sagt:

    Ich habe das buch gelesen und freue mich schon sehr auf dem film!

  4. MM sagt:

    WOW. Thematik toll umgesetzt und ich bin überrascht und auch erschreckt, dass es auch heute immer noch Menschen da drausen gibt die so von und über den MENSCH Frau denkt/urteilt/befiehlt.
    Der Film zeigt wunderbar dass WIR alle Menschen sind und ALLE gleiche Rechte auf das von uns erstrebte / ausgewählte Leben haben und dies nicht anderes gehandhabt wird nur weil ein MENSCH ein anderes geschlecht hat.
    Danke für diesen tollen, meiner Meinung durchaus Oscar reifen Film.
    ABER ich glaube nicht das er nominiert wird, denn dieser Film zeigt was man dem “MENSCH-FRAU” angetan hat und es immer noch so geschieht! (so war es auch mit “Der verlorene Sohn”, absolut Oscar reif und … ).

  5. Über die Autorin: Donna Woolfolk Cross wurde in New York geboren und wuchst dort auch auf. Heute lehrt sie “Writing” am Onondaga College. “Die Päpstin” ist der erste Roman der Autorin. Vorher schrieb sie Sachbücher, die sich mit den Themen Gesprächstraining und Kommunikation befassten.

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