
Das INTERNATIONALE FESTIVAL FÜR DOKUMENTAR-UND ANIMATIONSFILM, kurz DOK Leipzig genannt, ist das weltweit älteste Kurzfilmfestival. Als Initiative des “Club der Filmschaffenden der DDR” ging es erstmals 1955 als Gesamtdeutsche Leipziger Woche für Kultur- und Dokumentarfilm an den Start und in der bewegten Geschichte des Festivals gab es bereits viele Umbrüche, die jedoch mit einer beständigen Fortentwicklung einhergingen.
So führte z.B. 2004 der jetzige Direktor Claas Danielsen, seines Zeichen selbst Filmemacher, das Fortbildungsprogramm für Nachwuchs-Dokumentarfilmer “Discovery Campus e.V.” und den speziellen Wettbewerb für den deutschen Dokumentarfilm ein. DOK LEIPZIG ist inzwischen nach dem International Documentary Film Festival (IDFA) Amsterdam das zweitgrößte DOK-Filmfestival Europas. In diesem Jahr gingen aus den 2500 eingereichten Dokus der jeweiligen Wettbewerbskategorien insgesamt noch 330 Filme an den begehrten Auszeichnungs-und Preisgelderstart.
Der Film SHANGHAI FICTION von Julia Albrecht und Busso von Müller gewinnt den mit 2000 Euro dotierten Dokumentarfilmpreis des “Goethe Instituts”. Der Film TRÄUME DER LAUSITZ von Bernhard Sallmann gewinnt den mit 4000 Euro dotierten Förderpreis der DEFA-Stiftung. Einer meiner ganz persönlichen Favoriten war Alexander Biedermann’s Film HACKER: PORTRÄT EINER GEGENKULTUR.
Mein persönlicher Favorit für 2010 ist die dänische Dokumentation ARMADILLO, welche jedoch nur außerhalb des Wettbewerb lief. Eine ausführliche Besprechung gibt es wie immer hier im Blog.
Die Internationale Jury für Dokumentarfilm vergibt eine “Goldene Taube” bzw. “Silberne Taube” :
- an VODKA FACTORY von Jerzy Sladkowski (Schweden)
- an MIESTEN VUORO (Steam Of Life) von Joonas Berghäll und Mika Hotakainen
(Finnland, Schweden)Die Deutsche Jury für Dokumentarfilm vergibt eine “Goldene Taube”
- an HOW TO A BOOK WITH STEIDL von Gereon Wetzel und Jörg Adolph (Deutschland)Die Internationale Jury für Nachwuchs-Dokumentarfilm vergibt die “Talent- Taube”:
- für TERRA DEU, TERRA COME von Rodrigo Siqueira (Brasilien)Die Internationale Jury für Nachwuchs-Dokumentarfilm vergibt eine “Goldene Taube”:
- für KAWALEK LATA (A Piece Of Summer) von Marta Minorowicz (Polen)Die Internationale Jury für Animationsfilm vergibt für eine “Goldene Taube” bzw. “Silberne Taube”:
- an LOGORAMA von François Alaux, Hervé de Crécy und Ludovic Houplain (Frankreich)
- an BABIOLES von Matray (Frankreich)Der Preis für den besten deutsche Animationsfilm:
- für APOLLO von Felix GönnertDie Jury für den Healthy Workplaces Film Award prämiert als besten Dokumentarfilm zum Thema Arbeit:
- an MLCETI ZLATO (All That Glitters) von Thomás Kudrna (Tschechien)Die Jury für den Filmpreis der Stiftung Friedliche Revolution ehrt mit dem “Leipziger Ring” :
- THERE ONCE WAS AN ISLAND: Te Henua e Nnoho von Briar March (Neuseeland/USA)Der Mitteldeutsche Rundfunk entschied sich bei seinem Preis für den besten osteuropäischen Dokumentarfilm gleichfalls für Thomás Kudrnas MLCETI ZLATO (All That Glitters)
Die DEFA-Stiftung vergibt als Förderpreis ein Stipendium in Höhe von 4000 Euro:
- an 9 LEBEN von an Maria Speth (Deutschland)
Die Preise des 54. Internationalen Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm sind vergeben. Die Goldenen Tauben 2011, im internationalen Dokumetarfilm-Wettbewerb, gehen nach Mexiko, Israel und Großbritannien. Den deutschen Wettbewerb gewann Katharina Pethke und ihre Dokumentation LOUSIAN – ein tiefsinniges Portrait einer starken Persönlichkeit: Louisa ist 23, gehörlos und ziemlich eigensinnig. Durch eine Operation könnte sie ihr Hörvermögen zurückerlangen. Aber will sie das überhaupt…?
(Meine persönlichen Favoriten: VIVAN LAS ANTIPODAS, WERDEN SIE DEUTSCHER ;))
Die Internationale Jury für Dokumentarfilm vergibt eine Goldene Taube: Für den besten langen Dokumentarfilm an die mexikanische Regisseurin Tatiana Huezoden und ihre Dokumentation THE TINIEST PLACE.
Eine Silberne Taube bekommt der Polnische Regisseur Wojciech Staroń mit ARGENTINEAN LESSON. Bereits 2010 erhielt der Filmemacher die Goldenen Taube VODKA FACTORY.
Internationaler Nachwuchswettbewerb Dokumentarfilm “Generation DOK”: Eine Talent-Taube für LIFE IN STILLS, Tamar Tal’s Beitrag aus Israel.
Internationaler Wettbewerb für kurze Dokumentarfilme: Der Film KIRKCALDY MAN, vom Briten Julian Schwanitz, bekommt eine Goldene Taube.
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm: Die Goldene Taube geht ebenfalls nach Großbritannien, an Will Anderson und seinen Beitrag THE MAKING OF LONGBIRD.
Der MDR-Filmpreis für den besten osteuropäischen Dokumentarfilm: An I WILL FORGET THIS DAY, eine DOKU der russischen Filmemacherin Alina Rudnickaja.
Der DEFA-Förderpreis geht an den Filmemacher Martin Gerner für seine Dokumentation GENERATION KUNDUZ – DER KRIEG DER ANDEREN.
And last but not least – den Preis Der Stiftung Friedliche Revolution: Die DOKU FRAGMENTS OF A REVOLUTION, welche die gescheiterte Grüne Revolution im Iran vor gut zwei Jahren schildert. (Die Macher des Films müssen aus Sicherheitsgründen anonym bleiben.)
37.000 Zuschauer sind 2011 bei DOK Leipzig gewesen – ein neuer Rekord und nach dem Festival ist natürlich schon wieder vor dem Festival. Der Termin für die 55. Ausgabe von DOK Leipzig steht bereits fest: Es beginnt am 29. Oktober und endet am 4. November 2012. Der Länderschwerpunkt wird sich mit Filmen aus Lateinamerika beschäftigen. In der Retrospektive wird ein weitgehend unbekanntes, aber filmhistorisch sensationelles Kapitel internationaler Filmgeschichte aufschlagen. Präsentiert werden 23 Dokumentar- und 13 Animationsfilme des deutsch-russischen Filmstudios Meschrabpom, die zwischen 1922 und 1936 entstandenen sind.