EIN FREUDIGES EREIGNIS

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Eine intime Perspektive auf das Muttersein.

Der 1971 in Paris geborene Regisseur Rémi Bezançon (C’EST LA VIE – SO IST DAS LEBEN) porträtiert in EIN FREUDIGES EREIGNIS ehrlich und sensibel das Elternwerden und Elternsein in der modernen Welt und lässt dabei auch den Humor nicht zu kurz kommen.

EIN FREUDIGES EREIGNIS

Ein Wunschkind zu bekommen ist für glücklich verliebte Paare immer noch das schönste Ereignis auf der Welt! Oder etwa nicht? Für die junge, attraktive Philosophie-Studentin Barbara, die gerade ihre Abschlussarbeit schreibt und ihren Freund Nicolas trifft dies auf jeden Fall nicht zu.

Für beide ist das Leben unbeschwert und voller Glück – bis sie eines Tages beschließen Eltern zu werden…

EIN FREUDIGES EREIGNIS, Darsteller

Das Drama, was eigentlich keins sein sollte, beinhaltet eine sehr persönliche Sichtweise des Regisseurs auf die gleichnamige Romanvorlage der Autorin Éliette Abéccassis.

Die Hauptrolle in dem Film EIN FREUDIGES EREIGNIS (Originalttitel: Un Heureux Événement) wurde mit der wunderbar und kraftvoll agierenden Louise Bourgoin besetzt. Die Schauspielerin ist eine der aktuell gefragtesten jungen Darstellerinen Frankreichs.

Louise Bourgoin

1981 in Vannes geboren, absolvierte Louise Bourgoin ein Kunststudium an der École des Beaux Arts in Rennes. Ab 2006 sah man sie als Wetteransagerin bei Canal+. Seit 2007/2008 arbeitet Louise Bourgoin als Filmschauspielerin.

2009 erhielt sie für ihre Rolle in Anne Fontaines Komödie DAS MÄDCHEN AUS MONACO eine César-Nominierung in der Kategorie Beste Nachwuchsdarstellerin. 2012 spielte sie die weibliche Hauptrolle in der Liebeskomödie DAS VERFLIXTE 3. JAHR von Frédéric Beigbeder.

Éliette Abéccassis

Éliette Abéccassis über ihren Roman EIN FREUDIGES EREIGNIS: „Tatsächlich könnte Mutterschaft eines der letzten Tabus unserer Gesellschaft sein. Ein Kind zu haben muss wundervoll sein, Punkt. Es ist ein primitiver Mythos zum Zweck des Fortbestands der Menschheit, ein an die Frauen adressierter Mythos, der keine Information zum Umgang mit dem emotionalen Schock enthält, den er in der Realität erzeugt.

Um dieses Tabu zu brechen, wollte ich erzählen, was hinter den Kulissen passiert. Im Roman beschreibe ich, was mir passierte und was ich jeden Tag fühlte: leidenschaftliche Liebe, kombiniert mit totalem Kontrollverlust. Natürlich sind meine Charaktere fiktional, stehen meinem Leben aber sehr nah. Deshalb steckt auf jeden Fall etwas von mir in Barbara, auf jeden Fall meine Version der Wahrheit.“

Rémi Bezançon

Regisseur Rémi Bezançon angespochen auf das im Film abgehandelte Thema Feminismus: „Natürlich betrifft der Feminismus auch die Mutterschaft. Zuvor waren Frauen verpflichtet, als schönsten Tag ihres Lebens die Geburt ihres Kindes anzugeben.

Seit einiger Zeit können sie zugeben, dass es schwierig ist, sogar mit PDA. In den 1970ern kämpften Frauen für ihre Unabhängigkeit, für das Recht auf Karriere und die Entscheidungsfreiheit für oder gegen ein Baby. Sie machten sich frei vom perfekten Mutterbild, das für die früheren Generationen verpflichtend war.

Für die heutigen Frauen ist dieses Erbe wertvoll, aber zwiespältig: Ihre Aufgabe ist die Balance zwischen mütterlicher Hingabe und komplexfreier Klarheit. Sie wollen arbeiten, aber auch stillen, wenn sie dies wollen. Sie wollen den Arbeitsmarkt erobern, aber auch ein erfolgreiches Leben als Paar und Familie. Sie wollen ihr eigenes Gleichgewicht finden. Meiner Meinung nach ist das eine ehrenvolle Ambition…“

EIN FREUDIGES EREIGNIS, Bilder

EIN FREUDIGES EREIGNIS, Filminhalt

Romantik pur – so beginnt die Liebesgeschichte zwischen Barbara (Louise Bourgoin) und Nicolas (Pio Marmaï, u.a. NATALIE KÜSST).

Bereits beim ersten Kennenlernen entwickeln sie ihre eigene Geheimsprache: In dem Videoverleih, in dem Nicolas arbeitet, verständigen sich die Philosophie-Studentin und der jungenhafte Eigenbrötler zunächst ausschließlich mit Hilfe von Filmtiteln.

Doch bereits nach wenigen Dates wird aus den beiden freiheitsliebenden Menschen ein leidenschaftlich verliebtes Paar…

Im Überschwang der Gefühle beschließen sie, es auf ein Baby ankommen zu lassen. Bald darauf ist Barbara schwanger.

Ab diesem Zeitpunkt beginnt eine Achterbahn der Gefühle, denn in der Öffentlichkeit mimt sie zwar die Rolle der glücklichen werdenden Mutter, aber die Realität sieht für Barbara anders aus.

Sie besteht aus absurden Geburtsvorbereitungskursen, ein brachliegendes Sexualleben, ständige Arztbesuche, bevormundende Krankenschwestern, eine nicht ganz zurechnungsfähige Hippiemutter und eine Schwiegermama, die alles besser weiß…

So hatte sich Barbara ihre Schwangerschaft jedenfalls nicht vorgestellt. Als Lea zur Welt kommt, wird das Chaos noch größer und Barbara fragt sich ernsthaft: Warum, zum Teufel, hat mich niemand gewarnt?


Studio / Verleih / Bild- und Textnachweis: Camino Filmverleih

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