GEGENGERADE

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Eine prominent besetzte Liebeserklärung an das anarchische Herz des FC St. Pauli.

GEGENGERADE – NIEMAND SIEGT AM MILLERNTOR!

Im Altgriechischen ist der Begriff Mythos die Umschreibung für eine sagenhafte Geschichte – jene hat der FC St. Pauli in den letzten 100 Jahren unzweifelhaft geschrieben.

Und wie zur Gründungszeit der ersten Fußball-Herrenmannschaft der Stadt Hamburg befindet sich auch heute noch die Spielstätte im Millerntor-Stadion auf dem Heiligengeistfeld, ganz in der Nähe der Reeperbahn – die schon Hans Albers und Udo Lindenberg in ihren Liedern musikalisch verewigt haben.

So war gerade 2010 das große Jahr für die Freibeuter der Liga. Nach der hart erkämpften Rückkehr in die 1. Bundesliga und den erfolgreich durchgestandenen Querelen um die Sanierung des Stadium, folgte 2011 sogar ein Kinoereignis der besonderen Art und was dem außergewöhnlichen Fußballclub in filmischer Hinsicht ein Denkmal setzte.

GEGENGERADE

In 90 Minuten kann viel passieren.

Zwischen Anpfiff und Abpfiff geht es nicht nur für die Mannschaft um alles. Im Rücken hat das Team den zwölften Mann. Die besten Fans der Welt, egal in welcher Liga. 5 Protagonisten, deren Geschichten unterschiedlicher nicht sein könnten. Sie alle trennen Welten, sie alle wollen ihre Mannschaft zum Sieg jubeln…

„Die starke Besetzung und der authentische, persönliche Bezug der Crew machen GEGENGERADE zu einem besonderen Film, der das unverwechselbare Lebensgefühl am Millerntor zeigt. St. Pauli ist viel mehr als ein Fußballverein und so soll der Film ebenfalls ein breites Publikum über die Fußballnische hinaus ansprechen“, sagt Produzent und Regisseur Tarek Ehlail von Sabotakt Filme.

„Wir sind stolz, das junge Team um Regisseur Tarek Ehlail und Stephanie M. Blum mit dem Know-how Studio Hamburgs unterstützen zu können“, äußert sich Helge Sauré, Geschäftsführer der Studio Hamburg Postproduction und Studio Hamburg Filmtechnik zu dem Projekt.

FC St. Pauli, das Millerntor-Stadion

Besonders in den Nachkriegsjahren machte der Verein im Millerntor-Stadion auf sich aufmerksam. So stand 1948 der FC St. Pauli sogar im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft, verliert aber im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg und musste seine Siegträume in den Umkleidekabinen lassen.

Auch Fußballtrainerlegende Helmut Schön trat im traditionsreichen Millerntor-Stadion erfolgreich gegen das runde Leder. Und so dürfte es alle Fans des FC St. Pauli freuen, dass sich der 2010 erreichte Klassenerhalt auch positiv auf den Neubau der Haupttribüne-Littmann auswirkt. Bereits 2012 soll das Bauvorhaben komplett abgeschlossen sein.

Ungeachtet der unbestrittenen Erfolge gilt der FC St. Pauli bis in die Neuzeit als so genannte „Fahrstuhlmannschaft“. Das heißt: Die Elf wechselte in der Vergangenheit in Ermanglung eines gescheiten Trainers, der das vorhandene spielerische Potential hätte ausnutzen können, ständig zwischen der ersten und zweiten Spielklasse hin- und her.

Damit war es dem FC St. Pauli lange nicht vergönnt, positiv bzw. im sportlichen Sinne die Schlagzeilen zu bestimmen. Doch seit Ende 2010, mit dem Wiedermal-Aufstieg in die erste Bundesliga, ist alles neu und die Zukunft ist vorerst braun-weiß bzw. die Party auf dem Kiez in vollem Gange.

Und noch etwas ist positiv anzumerken: Im Gegensatz und im Vergleich zu den Fanstrukturen anderer Fußballvereine, ich denke da im Besonderen an meine Heimatstadt und den FC LOK Leipzig, der oft unrühmlich im Sinne von Ausschreitungen in Erscheinung tritt, versteht sich der Großteil der Fan-Szene am Millerntor ausdrücklich als politisch. Schon in den 1990ern setzten sich Fangruppen für eigene und die Interessen der direkten Stadionanwohner ein (beispielsweise das Stadionneubauprojekt mit angeschlossener Randbebauung, Sport-Dome).

Einen weiteren politischen Schwerpunkt bildet das aktive Einschreiten gegen sexistische oder rassistische Äußerungen im Stadion.

Der FC St. Pauli war der erste Verein, welcher entsprechende Verbote in seine Stadionordnung einfügte. So musste ein Sponsor, der Herausgeber der Männerzeitschrift MAXIM, nach heftigen Protesten seine Stadionreklame überarbeiten, da diese von der Fanseite als zu sexistisch bzw. frauenfeindlich eingestuft wurde.

GEGENGERADE, Filminhalt

Hamburg, Freitag 17:00 Uhr. Menschenmassen pilgern durch das Viertel, sie strömen zu nur einem Ziel: Dem Millerntor-Stadion!

„Das gemeinsame Stehen im Stadion ist wie der Besuch einer Predigt. Niemals würde ich mir ein Spiel im Sitzen ansehen!“ Mit diesen Worten begleitet Magnus (Timo Jacobs) den Anpfiff des wichtigen Aufstiegspiels für seinen FC St. Pauli.

Hinter den Spielern auf dem Platz steht immer der Zwölfte Mann, die besten Fans der Liga: Magnus Kowalski (Denis Moschitto), Arne (Fabian Busch), Dr. Hennings (Claude-Oliver Rudolph) und Baldu (Mario Adorf).

Unterschiedliche Persönlichkeiten, die aber eine gemeinsame Leidenschaft teilen. Und so begleitet der Zuschauer über Rückblenden zwischen An- und Abpfiff des Spiels die Einzelschicksale der Figuren. Zwischen Brandanschlägen, einer gebrochenen Freundschaft, falschen Verdächtigungen und dem Willen zum Sieg verbinden sich ihre persönlichen Geschichten miteinander.

Und eines eint sie immer: Die Hoffnung am Ende zwischen Zwanzigtausend wie mit einer Stimme zu skandieren: „NIEMAND SIEGT AM MILLERNTOR!“


Studio / Verleih / Bild-und Textnachweis: Sabotakt Filme

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