
ICH HABE EUCH NICHT VERGESSEN, eine Dokumentation von Richard Trank. Einen umfassenden Blick auf Leben und Vermächtnis des 2005 verstorbenen Nazijägers Simon Wiesenthal. Regisseur Richard Trank gwann mit seinem Film “The Long Way Home” einen Oskar.
Mit den Generationen sterben Erinnerungen aus. Vergangenheit wird Geschichte und diese wirkt selten in den Geschichtsbüchern lebendig. Oftmals besser schafft es hingegen die Filmindustrie das Interesse, besonders bei jüngeren Generationen und zumindest für eine bestimmte Zeit, zu wecken. So hat Hollywood bereits mit SCHINDLERS LISTE, von Oskar-Preisträger Steven Spielberg oder DER PIANIST des Regisseurs Roman Polanski, Millionen von Zuschauern in die Kinos gelockt.
Mit der eher kleineren Produktion ICH HABE EUCH NICHT VERGESSEN (Originaltitel: I Have Never Forgotten You – The Life and Legacy of Simon Wiesenthal, 2007) kann natürlich ein solcher Mega-Kinoerfolg nicht erreicht werden. Trotzdem reiht sich der Film von Regisseur Richard Trank (u.a. IN SEARCH OF PEACE) über das Leben und Wirken des Nazi-Jägers Simon Wiesenthal in die zeitlos-wichtigen DOKU`S der Geschichts-be-schreibung ein.
Durch die Verhaftung von Adolf Eichmann, Leiter des berüchtigten Referats IV B 4 des Reichssicherheitshauptamtes und für die “Endlösung der Judenfrage” verantwortlich, wurde Simon Wiesenthal der Inbegriff für die unermüdliche Verfolgung und Bestrafung von Naziverbrechern nach dem 2. Weltkrieg. Im Original des Films wird die Geschichte von der Oscar-Gewinnerin Nicole Kidman erzählt. Die deutsche Synchronisation kommt von der in Kino und TV oft gesehenen Schauspielerin Iris Berben.
In Interviews mit langjährigen Mitarbeitern Simon Wiesenthals, Freunden, Familienangehörigen und Regierungsmitgliedern aus aller Welt kommen teilweise erschütternde Details zur Sprache.
Woher kam die Kraft für diese aufreibende Arbeit? Warum verlor Simon Wiesenthal über all die Jahre hinweg nie den Glauben daran, die Nazi-Schergen doch noch der Justiz zuführen zu können? Richard Trank`s Dokumentation zeigt unveröffentlichte Fotos, Archivaufnahmen und unterstreicht somit noch eindringlicher die Authentizität.
Trank verwebt geschickt aktuelle Aufnahmen an den für Wiesenthal wichtigen Schauplätze wie Österreich, England, Deutschland, Ukraine oder den USA mit Interviews und Ausschnitten aus Nachrichten, Shows bzw. Reportagen der vergangenen Jahrzehnte. Es werden Zeitzeugen und Weggenossen befragt, so auch Wiesenthals Tochter Pauline, welche erstmals öffentlich über ihren Vater und die fast 70 Jahre währende Beziehung ihrer Eltern spricht. In teilweise erschütternden Bilden wird der schwierige Weg der Spurensuche durch die Vergangenheit aufgezeichnet.
Und wie ist Wiesenthal`s Vermächtnis aus heutiger Sicht zu bewerten? Spannende, historische und gleichzeitig ergreifende Fakten bieten in der Dokumentation ICH HABE EUCH NICHT VERGESSEN viel Raum für nachträgliche Diskussionen!
Die DVD zum Film ICH HABE EUCH NICHT VERGESSEN: ab 25. April 2008 im Handel.
Sehr toller Film. Kannte ich vorher noch gar nicht!
Ist nen sehr guter Film. Kann ich nur weiterempfehlen
gut geschriebene, intersessante Kritik, macht Lust auf mehr :-)