Wie Til Schweiger bei der Premiere seiner neuen Komödie ZWEIOHRKÜKEN in Berlin durchblicken lies, arbeitet der Regisseur und Produzent bereits an einer Fortführung der kommerziell sehr erfolgreichen Geschichte um diverse Stofftiere mit außergewöhnlichen Namen. Es ist davon auszugehen, dass Schweiger beim dritten Teil auch wieder vor und hinter der Kamera agieren wird.
Horch was kommt von draußen rein – es wird doch nicht der Schweiger sein?
Weihnachtszeit: Die Kinder spielen im Schnee und Opa erzählt vor dem heimeligen Kamin die Geschichte vom Hasen, der gerne eine Kuh sein möchte. Anbei duftet es in der Wohnung nach Plätzchen, während Warner Bros. Pictures der Welt termingerecht zum Weihnachtsgeschäft den möglichen Kinostart von KEINOHRHASEN 3 verkündet.
So geschehen im Dezember 2009 und Til Schweiger machte die vorweihnachtliche Ankündigung im Frühjahr des darauf folgenden Jahres schließlich zur unumstößlichen Hasen-Gewissheit: Es wird einen dritten Teil des KEINOHRHASEN geben!! Der Kinostart ist vorraussichtlich der 23. Dezember 2012(!) – dies bestätigte auch Schauspielkollegin Nora Tschirner. Sie sagte gegenüber der “Berliner Morgenpost”: “Es gibt ein konkretes Projekt. Allerdings gehe es dabei nicht darum, die Kuh noch mal zu melken”. Tschirner weiterhin wörtlich: “Aber wir freuen uns, dass die Kuh da ist.”
Das nenne ich doch mal ne’ Ansage! Und was sagt Ihr zur Schlagzeile: “Gefakte Filmkritiken zu Schweigers Film ZWEIOHRKÜKEN(?)!” Ich sage: “Mensch Til, hast Du das wirklich nötig?!” Das Til Schweiger, was die Vermarktungsstrategien seiner Filme betrifft, ein ausgesprochener Medien-Fuchs ist – habe ich schon lange geahnt. Was ich bisher nicht wusste: Im Fuchsbau wird mit unlauteren Methoden gearbeitet! Da könnte ich fuchs-teufels-wild werden, denn somit wirft der Sunnyboy des deutschen Films wenig erfreuliches und eher zwielichtiges Licht auf die Branche…
Demzufolge erscheint die geplante Fortpflanzung von diversen KEINOHRHASEN -mit dem eher unwahrscheinlichen Bei-Titel SCHLITZ-OHR-FUCHS ;)) - in einem überdenkenswerten Zusammenhang.
Der VDFK (Verband der Deutschen Filmkritik e.V.) klagte Ende 2009 die Produktionsfirma “Barefoot-Films” an, zum Film ZWEIOHRKÜKEN vorab keine offiziellen Pressevorführungen gegeben zu haben. Der vermutete Grund: Damit wollte Produzent und “Füchslein” Til Schweiger sowie der Verleiher Warner Bros. schlechte Kritiken umgehen. Nur handverlesene Medienvertreter wurden zu einer Präsentationen eingeladen und bei denen war schon von vorn herein klar, dass ein positives Echo folgen würde.
“Diese Herangehensweise seitens einer Filmproduktion und der fragwürdigen Akzeptanz durch den entsprechenden Verleih, beeinträchtig erheblich die Grundlagen der Zusammenarbeit in der Filmbranche”, kommentierte der VDFK.
Wer aber der Ansicht ist, dass im Zeichen der freien Marktwirtschaft eine derartig einseitige Pressearbeit als Bagatelle oder gar als gerechtfertigt anzusehen ist, der irrt jedoch gewaltig! Der Film ZWEOHRKÜKEN wurde mit erheblichen Steuermitteln durch das Medienboard Berlin-Brandenburg gefördert und trifft somit auf ein allgemeines, öffentliches Interesse, das insbesondere die Kinogänger und ihr Recht auf Objektivität tangiert. Hinzu kommt, selbst wenn bei kommerziellen Erfolg die Gelder wieder zurückgezahlt werden, dass dieser Medienumgang bei den Produktionen von Til Schweiger (u.a. PHANTOMSCHMERZ) inzwischen im wahrsten Sinn des Wortes “Methode” hat. Denn diese Art der exklusiven Hofberichterstattung fand schon zum wiederholten Male statt!
Und ich kann nur noch einmal fragen: “He Til, so wenig Vertrauen zur eigenen Arbeit und Leistung? Warum diese faulen Presse-Eier?”
Kein faules Ei, sondern meine ehrliche Meinung: Den unbedingten Willen, dem Erfolg KEINOHRHASEN folgen zu wollen, merkt man den ZWEIOHRKÜKEN sofort an.
So gibt es gleich am Anfang des Films, praktisch zur Erinnerung bzw. Einstimmung, wieder jede Menge Schenkelklopfer und flache Lacher. Doch im Gegensatz zum erzielten, vergnüglichen Charme und der daraus entstandenen Leichtigkeit des ersten Teils, wird in ZWEIOHRKÜKEN die fast durchgängige Drehbuch-Durststrecke mehr schlecht als recht damit überdeckt. Das entstandene, insgesamt vordergründige, cineastische Debakel kann zudem durch erneute, diverse Kurzauftritte von vermeintlichen Größen (u.a. Heiner Lauterbach) aus der Film-und Unterhaltungsbranche nicht wirklich gerettet werden.
Ebenso sollte der Zuschauer auch kein Feuerwerk an anspruchsvollen Dialogen erwarten. Das geradezu Nichtvorhandensein wurde schon bei KEINOHRHASEN kritisiert und ist in der Fortsetzung nun an der Peinlichkeitsgrenze angelangt. Dies wiederum muss nicht automatisch abwertend betrachten werden, sondern gilt eher generell als Schwachstelle bei Filmen mit Komödiencharakter. Mehr als schwach hingegen ist das gebetsmühlenartige wiederholen der Schlüsselworte: Achselhaare und Intimrasur. Die scheinen bei Til Schweiger einen hohen Stellenwert zu besitzen. Auch solch` frotzlige Sprüche wie: “…von neuen Schuhen krieg’ ich immer Blasen – echt? -bei mir ist es immer umgekehrt…” sollten vom Zuschauer besser als oberflächlich “unterhaltend” eingestuft und ohne tieferen Sinn angehalten werden…
Gleichfalls “anzutreffen”, aber diesmal absolut positiv gemeint, ist der für die Schweiger-Filme typische Soundtrack. Daran gibt es analog zu KEINOHRHASEN (wieder) mal nix zu meckern. Ob nun ONE REPUBLIC, ADELE oder der Schweizer Interpreten BASCHI – es bleiben immer absolute Hin-Hörer.
Last but not least: Das holprige Filmende hingegen und Til Schweigers vollführter Geschlechterrollentausch à la der Travestie-Komödie TOOTSIE lassen indes mit Gewissheit klar werden, dass es mit ZWEIOHRKÜKEN-Reloadet bzw. KEINOHRHASEN 3 dann immer noch unfreiwillig komischer und sicher prosarisch noch schlüpfriger werden könnte – als es ohnehin schon war! In diesem Sinne und wie immer: Schau ‘mer mal!
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Sehr guter Artikel.
Guter Artikel ich habe, mir den Blog, direkt meinen Bookmarks hinzugefuegt. Ich bin gespannt was es hier noch zu lesen gibt.
tztzi