
LARS UND DIE FRAUEN: Lars Lindstroms Kontakt zu seinen Mitmenschen beschränkt sich auf ein Minimum. Zurückgezogen und isoliert lebt er in einer kleinen Wohnung über der Garage des elterlichen Hauses, die er nur für seine Arbeit in einem grauen Bürogebäude und zum Gottesdienst verlässt…
Die Komödie LARS UND DIE FRAUEN (Originaltitel: LARS AND THE REAL GIRL) ist keine Überraschung – aber ein überraschend gut gelungener Film des Regisseurs Craig Gillespie (u.a. MR. WOODCOCK). Rayn Gosling spielt darin den autistischen Lars, dem es nur über “Bianca” gelingt, den Kontakt zu den “richtigen” Menschen wieder herzustellen. Doch wer ist Bianca? Sie ist eine Sex-Puppe bzw. der Dreh-und Angelpunkt der skurril anmutenden Filmgeschichte.
“Bianca” ist ein gern gesehener Partygast und nimmt sogar am Gemeindegottesdienst teil oder dient im Kindergarten mittels Rekorder als Vorleserin. Klingt verrückt – ist es auch ein bisschen, aber Regisseur Craig Gillespie hat es mit seiner so schrägen wie stillen Geschichte, neben anderen Auszeichnungen, zu einer Oscar-Nominierung für das beste Drehbuch gebracht und das wohl nicht zuletzt deshalb, weil er den bizarren Einfall so überaus warmherzig zu einem glücklichen Ende bringt.
Lars Lindstrom (Ryan Gosling, u.a. BLUE VALENTINE, DRIVE) führt ein einsames Leben in einem kleinen Dorf, in einer Garage hinter dem Haus seiner Eltern. Und Lars ist ein verklemmter Solist der niemanden an sich ran lässt. Selbst seinem Bruder Gus (Paul Schneider, u.a. WASSER FÜR DIE ELEPHANTEN) oder der Schwägerin Karin (Emely Mortimer, MATCH POINT, SHUTTER ISLAND) hat er kaum etwas zu sagen.
Aber dann kommt es dicke und Lars holt “den Hammer” raus: Er stellt völlig überraschend der Familie und Dorfgemeinschaft seine Freundin “Bianca” vor. Und etwas muß man ihm lassen: Geschmack hat er! “Bianca” ist eine bildschöne Brasilianerin. Die Frau hat nur ein Problem: Sie ist eine lebensgroße Sexpuppe aus Silikon!
Natürlich verdreht anfänglich die Verwandtschaft die Augen und andere schütteln verständnislos den Kopf. Die Rettung scheint in Form der Ärztin Dr. Dagmar Berman (Patricia Clarkson, DOGVILLE, VICKY CRISTINA BARCELONA) deshalb logisch, aber ihr Rat lautet: “Behandelt “Bianca” einfach so, als wäre sie lebendig.”
Das ist leichter gesagt als getan und dennoch steht die “Frau” bald im Interesse des öffentlichen Lebens, erweckt gar die ganze Dorfgemeinschaft zu neuem Leben. Dies wiederum gefällt Lars überhaupt nicht – er hat Angst, damit seine “Bianca” zu verlieren…
Sind es nicht oft die kleinen Geschichten, die sich so wohltuend aus der Masse abheben und sich im Herzen der Kinobesucher wiederfinden? Und sind es nicht die bizarren Seltsamkeiten, die uns geübte Zuschauer doch noch überraschen können? Ja, und ob! Das Melodrama LARS UND DIE FRAUEN ist ein Paradebeispiel für einen Film, der über seine Story funktioniert. Denn diese ist einfach und zugleich einzigartig. Sie ist amüsant, köstlich und geht trotzdem ins Innere.
Fazit: Obwohl sicherlich das Komödiantische überwiegt, wird es aber zu keinem Zeitpunkt lächerlich. Besser noch: LARS UND DIE FRAUEN ist eine humorvolle und gleichzeitig einfühlsame Chrakterstudie – eine seltene Perle in der Kinolandschaft, die es mehr als verdient hat, hier vorgestellt zu werden!
Die DVD zum Film LARS UND DIE FRAUEN: ab 07. November 2008 im Handel.
Hallo
Hervorragender Post. Da hat mich Google wie schon so oft an einen genialen Blog geschickt.
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Viele Grüße aus Monheim am Rhein Petri Heil