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LILA LILA

 LILA LILA

Kinovorschau - Filmkritik für LILA LILA
Geschrieben von am 19.06.2008
Gelesen: 40665 · heute: 7 · zuletzt: 4. February 2012
Redaktionswertung: Post Rating 3 von 5 Sternen LILA LILA

LILA LILA, ein Film von Alain Gsponder. Der Kellner David Kern wird buchstäblich über Nacht zum Bestsellerautor. Das Manuskript seines sogenannten Erstlingsromans LILA, LILA, was er in einer Nachttischschublade beim Trödelmarkt entdeckt, erstürmt die Literaturhitparde und die Herzen der Frauen. Aber David möchte nur ein Herz erobern, dass von Marie…!

Regie: Alain Gsponer - Drehbuch: Alexander Buresch, Martin Suter
Produzent: Andreas Fallscheer, Henning Ferber, Marcus Welke, Sebastian Zühr
Darsteller: Daniel Brühl, Hannah Herzsprung, Henry Hübchen, Kirsten Block, Peter Schneider, Henriette Müller u.a.
Genre: Komödie / Drama
Filmproduktion: Schweiz / Deutschland, 2008
Kinostart:
Musik: Max Richter
FSK: 6 - Laufzeit: 108 Min.
Trailer: LILA LILA
VN:F [1.9.13_1145]
Ihre Filmwertung:
Rating: 7.2/10 (5 votes cast)

LILA LILA ist die gleichnamige Verfilmung nach einem Bestseller von Martin Suter (u.a. Drehbuch für GIULIAS VERSCHWINDEN). Die Komödie wurde unter der Regie des Schweizer’s Alain Gsponer (u.a. ROSE, DAS WAHRE LEBEN) 2008 in Berlin und Leipzig gedreht. Die Premiere fand auf dem “5. Zürich Film Festival” statt und stieß jedoch beim Publikum auf eher verhaltene Zustimmung.

Der Regisseur Alain Gsponer wirkte bereits als dramaturgischer Berater in der Komödie DIE FETTEN JAHRE SIND VORBEI mit. Darin rebellieren Daniel Brühl, Stipe Erceg und Julia Jentsch ein wenig gegen die Ungerechtigkeit in der Welt.  Auch LILA LILA, die schweizerisch-deutsche Satire auf die Literatur-Szene, ist en bisschen dieser Maxime verfallen und wurde deshalb von der Agentur “Publics” als eine Mischung aus Screwball-Comedy und romantischer Hochstapler-Komödie bezeichnet…

LILA LILA – der Film

“Lila Lila” ist das Pseudonym für eine Romanfigur, die sich der junge Kellner David Kern ausdenkt, um bei seiner Angebeteten “einen Fuß in die Tür” zu bekommen. Denn im Grunde ist dieser David Kern (Daniel Brühl) ein Versager und als eines Tages die hübsche Marie (Hannah Herzsprung) das Zürcher Szene-Lokal betritt weiß er, dass er sie nur auf eine ausgefallene Art erobern kann.

Doch der Zufall spielt mit und er findet ein altes Manuskript, welches von Peter Landwei und seiner unglücklichen Liebe zu “Sophie” handelt. Es reift in ihm der Plan, sich Marie gegenüber als Autor des Romans auszugeben. Er ändert kurzerhand den Namen “Sophie” in “Lila” und das Schicksal will es, dass Marie tatsächlich beginnt, sich für ihn zu interessieren.

Als im weiteren Geschehen ein Verlag gefunden wird, der das Werk gern herausgeben möchte, beginnen allerdings die Ereignisse David über den Kopf zu wachsen. Fortan muss er von einer Veranstaltung und Autogrammstunde zur anderen hetzen. Während dessen sucht David immer verzweifelter nach einem Ausweg, bei dem er ohne Marie zu verletzen und ihre Zuneigung auf’s Spiel zu setzen, die Wahrheit sagen kann.

Doch mit dem Schicksal ist manchmal nicht gut Kirschen essen: Im Laufe einer Buchlesung begegnet er Jacky (Henry Hübchen, u.a. WHISKY MIT WODKA). Jener gibt sich als Schriftsteller aus und hat die vermeintliche Urheberrechten am Manuskript von LILA LILA. Spätestens ab diesem Zeitpunkt bekommen die Dinge dann eine Eigendynamik, in deren Verlauf, David sogar vor einem Mordgedanken nicht zurückschreckt…!

Der Autor Martin Suter sagt selbst zu seinem Buch Lila Lila:”…junge Männer wie David, die nicht wissen, was sie sind und was sie wollen, habe es schon immer gegeben…” Und er bekennt zudem freimütig, in der Vergangenheit selbst einer von ihnen gewesen zu sein!

LILA LILA – die Filmkritik

Die gute Nachricht für alle Leseratten: Endlich ein Regisseur der sich seitenweise und akribisch an der Romanvorlage orientiert. Die weniger gute Nachricht für interessierte Kinogänger: Daraus ist ein Film entstanden, der ohne nennenswerte, daramaturgische Höhen und Tiefen auskommen – “muß”. Und die schlechte Nachricht: Wer das Buch gelesen hat, kann sich den Film tatsächlich (er)sparen. Halt nix Neues im Text bzw. im Kino!

Denn LILA LILA ist weder eine Komödie noch ein Drama – bestenfalls populäre Unterhaltung. Die im Vorfeld propagierte Liebeserklärung an das Lesen und Schreiben wird nur als schmückendes Beiwerk für die Liebesgeschichte zwischen Marie und David genutzt. Diese wiederum ist aus meiner Sicht, etwas zu spröde geraten. Sicheres Anzeichen dafür und wenn die Regie nicht mehr weiter wusste, ist der schnell aufgesetzte Soundtrack a la KEINOHRHASEN bzw. ZWEIOHRKÜKEN.

Hingegen von den schauspielerischen Seite her kann die Komödie über Liebe, Hochstapelei, Literatur und Gesellschaft durchaus als gelungen gelten. Daniel Brühl stellt die Überforderung seiner Person, durch den schnellen und unverhofften Ruhm, glaubhaft dar. Als David Kern liest er seinen Text wie ein Grundschüler, der gerade das Lesen erlernt. Die Unsicherheit wirkt nicht überzeichnet und der Zuschauer fängt sogar an, ihm wie bei einer Schulaufführung die Daumen zu drücken. Hernry Hübchen geht in seiner Rolle als Jacky vollkommen auf. Dass er für diese Art von Charakterstudie geradezu predästiniert scheint, zeigte Hübchen schon vorzüglich in ALLES AUF ZUCKER und in WHISKY MIT WODKA von Regisseur Andreas Dresen.

Nicht ganz so gut hat mir Hannah Herzsprung als Marie gefallen. Sie wirkte immer etwas distanziert und kühl. Vielleicht war ihre Besetzung das, was den Film dann nur als eine Aneinanderreihung von Ereignissen erscheinen lässt und welcher auch der Romantik wenig Raum zur Entfaltung gibt. Etwas mehr Wärme, Emotionen sowie “gefühlte” Entwicklung hätten nicht nur der Rolle, sondern auch dem Film insgesamt gut getan. Mein Fazit: LILA LILA kann man, aber muß man nicht gesehen haben!

DVD & BLU-RAY Disc zum Film

Die DVD zum Film LILA LILA: ab 01. Juli 2010 im Handel.


Studio / Verleih / Bild-und Textnachweis: Film1 und Falcom in Koproduktion mit Millbrook Pictures

LILA LILA, 7.2 out of 10 based on 5 ratings

LILA LILA Trailer

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Ihre Meinung -


6 Antwort zu “LILA LILA”

  1. Werner sagt:

    Interessanter Bericht, danke. Die vielen Futterer waren vermutlich eher die 120 Komparsen, deren Catering war auf der Strasse (die Warteschlange hat auch schon mal den Verkehr aufgehalten). Das Filmteam-Essen war in der Villa Rosental.

    Die Komparsen waren auch hungrig, da sie meist vor einem angerichteten Buffet standen und nichts nehmen durften/sollten.

  2. Jeannine sagt:

    vor meiner Haustür haben sie auch gestern gestanden. Hätte den ganzen Tag zuschauen können, bequem aus meinem Fenster, aber nein, mußte leider arbeiten. Als ich zurückkam, haben sie schon fast alles wieder auf die LKWs geladen :( Schade… naja, vielleicht sieht man ja mein Häusle im Film kurz :D

  3. Michael sagt:

    Ich habe auch “Erfahrungen” zu den Dreharbeiten in Leipzig gemacht. Mein Auto wurde abgeschleppt, weil die Filmcrew mehr Parkplätze gebraucht hat. Nun bin ich 229.58 € los. Mir wird der Film bestimmt in guter Erinnerung bleiben. Danke.

    ….…oh, dass ist wirklich nicht schön und überaus ärgerlich!!!
    Was ich in dem Zusammenhang bisher auch nicht wusste…: Selbst wenn man z.B. am Montag sein Fahrzeug im öffentlichen Verkehrsraum (und das ist fast überall .-)) abstellt, dann in den Urlaub verreist, am Dienstag an dieser Stelle ein mobiles (!) Halteverbotsschild aufgestellt wird, kann man durchaus schon am Mittwoch abgeschleppt werden. Die Kosten trägt natürlich der Fahrzeughalter. Oder mit anderen Worte: Außer auf Privatgrundstücken ist der Fahrzeughalter in Deutschland vor niemanden sicher und ständig auf der Flucht .-))!
    In diesem Fall ist es aber wohl eher “dumm gelaufen”. Denn zur Verteidigung der Filmcrew muß ich anmerken, dass sie eigentlich ein bisschen mitgedacht haben. Ein Kollege hatte dort während seiner Dienstreise das Auto gleichfalls abgestellt und nach Absprache mit der in der Nähe ansässigen Behörde, konnte es während der Dreharbeiten im Halteverbot stehen bleiben. Wie gesagt…ärgerlich, in diesem Fall, bleibt es dann trotzdem!
    VG
    Jens

  4. Antje sagt:

    Hallo, ich war eine der Essenden auf der Straße. Es hat viel Spaß gemacht. Das Parken war aber wirklich nicht lustig. Freue mich auf den Film.

  5. stephie sagt:

    Hallo,

    ich war bei den Dreharbeiten in Berlin 2008 dabei und stand nicht mal 1 Meter von Daniel Brühl entfernt. Bin ja mal gespannt ob ich im Film zu sehen bin oder ob diese und einige anderen Szenen raus geschnitten wurden?

    Die Dreharbeiten fanden im Juni statt und viele Komparsen von uns, haben sich einen Sonnenbrand zu gezogen im Gesicht, an den restlichen Körperteilen eher weniger, weil der Film ja im Frühling spielt und wir somit in etwas wärmeren Klammotten wie Mäntel, Annoracs etc. drehen mussten.

    Auf jeden Fall, haben diese beiden Tage viel spaß gemacht und ich freue mich schon jetzt auf den Film.

  6. Frank Bauer sagt:

    Hallo,

    ich habe mich am Mittwoch in eine Pressevorführung in Berlin geschlichen. Wahnsinnig viele Journalisten und wir hatten richtig Spass. Ein toller und unterhaltsamer Film.

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