
MEINE FRAU, DIE SPARTANER UND ICH: 480 vor Christus im verrohten Sparta: König Leonidas hat die wilde Pinguin-Bestie besiegt und nun die frivole Margo geehelicht. Das zügelt seine Aggressionen wenig, weshalb er wahlweise seinen kleinen Sohn oder Gesandte des Gottkönigs Xerxes verdrischt und letztere in dieselbe Grube wirft, in der schon Britney Spears verfault.
Manchmal kann es im Leben wie anscheinend auch im Film, nicht verrückt genug zugehen: MEINE FRAU, DIE SPARTANER UND ICH (Originaltitel: MEET THE SPARTANS) – oder anders ausgedrückt: Lustigkeit um halt jeden Preis! Die Komödie ist eine Schöpfung des Regie-Teams Jason Friedberg und Aaron Seltzer, die bereits für solche Schenkelklopfer wie SCARY MOVIE bzw. DATE MOVIE verantwortlich zeichneten.
Auch das völlig überdrehte Werk MEINE FRAU, DIE SPARTANER UND ICH mit den meist hirnlosen Lachmuskelattacke, orientiert sich in bekannter Manier an großen, filmischen Vorbildern und diesmal im Speziellen an der kongeniale Umsetzung des Romancomics “300″ von Frank Miller aus den Jahr 1998. Das Sandalenepos, welches vollgepackt ist mit unerbittlicher Gewalt und ausgelebten Urinstinkten, wurde im Original 2007 vom Regisseur Zack Snyder in blutige Szene gesetzt. Somit bekommt der Kenner der Film-Materie also nicht nur die legendären Schlachtengetümmel aus 300 erneut präsentiert, sondern passend zum Genre, diesmal eher etwas zum Abgewöhnen – in Form der parodierten Figuren aus der schönen Hollywoodglitzerwelt.
Natürlich kann man in diesem Zusammenhang trefflich über Sinn oder besser den Unsinn dieser Art von Filmen streiten und die Persiflage MEINE FRAU, DIE SPARTANER UND ICH bildet da auf jeden Fall keine Ausnahme – aber daran scheiden sich genauso unzweifelhaft auch die Filmgeister und mein Geist sagt dazu -ehrlicher weise- eindeutig “nein”!
Mit von der unheimlich lustigen Partie sind unter anderen die Schauspieler: Kevin Sorbo (HERCULES, ANDROMEDA) und Carmen Electra aus TV-Serie STARSKY & HUTCH. Zum Inhalt: (bei Risiken und Nebenwirkungen…”erschlagen” sie bitte die Regisseure ;))
Der große “Pinguin-Bezwinger” und Anführer von Sparta Leonidas (Sean Maguire, u.a. OUT OF DEPTH, THE DUKES) muss gegen die übermächtige Armee des Perserkönigs Xerxes (Ken Davitian, u.a. BORAT, HOLES) antreten. Zwar haben nicht alle 300 tapferen Krieger Spartas Zeit und vor allem Lust auf diese gefährliche Mission, aber manchmal sind weniger mehr und so stehen eben nur 13 muskelbepackte Sandalenhelden hinter Leonidas um den Kampf aufzunehmen.
Der Gegner, der auf sie wartet, ist allerdings nicht ohne…! In seinen Reihen tummeln sich neben persischen Kriegern, auch so manch sagenhafter Superheld der Neuzeit. Von GHOST RIDER über ROCKY bis zu den TRANSFORMERS wird alles aufgeboten und in die Schlacht geworfen, was Hollywood an Kampfmaschinen zu bieten hat.
Zur Hymne “I will Survive” tanzt also der König und sein Heer von 13 Soldaten, geradezu schicksalhaft der Schlacht bei den Thermophylen entgegen. Dabei begegnen sie dem verräterischen Monster “Paris-Hilton”, erledigen den Ghostrider und müssen König Xerxes beim Nipplegate zusehen. Tja und während die Männer Kopf und Kragen riskieren, mischt derweil Queen Margo (Carmen Electra) genüsslich im Lendenbereich mit…
Somit steht die trashige Komödie MEINE FRAU, DIE SPARTANER UND ICH wie gesagt in bester Tradition mit den allseits bekannten s.g. Spoof-Filmen wie AUSTIN POWERS oder SCARY MOVIE. Es wird darin einfach alles auf die Schippe genommen, was bei “drei” nicht aus dem Kino ist bzw. sich selbst zum Abschuss freigegeben hat.
Und auch in diesem Film bekommen nicht nur Kinohighlights wie SPIDER MAN oder BORAT (o.k., ist kein Highlight ;)) bzw. explizit das Monumental-Schlachtengemälde 300 ihr Fett weg, sondern werden wie ebenso üblich, “hochgeschätzte” Pesönlichkeiten und Sternchen aus dem Showgeschäft, alias Britney Spears und Paris Hilton auf die Schippe, pardon den Speer genommen.
Fazit: Das Casting zu MEINE FRAU, DIE SPARTANER UND ICH war dem Genre sicherlich dienlich – half jedoch nicht über das mehr als dürftige Drehbuch, die dümmliche Charaktergestaltung und die flachen Dialoge hinweg. Da ich persönlich die Regisseure nicht nach dem tieferen Sinn fragen konnte (vermutlich wird’s den nicht geben) hinterlies der Film bei mir nur das bekannte Kopfschütteln…über soviel geballte Blöd-Sinnigkeit!
Die DVD zum Film MEINE FRAU, DIE SPARTANER UND ICH: 15. August 2008 im Handel.