MOON

 MOON
Kinovorschau - Filmkritik für MOON
Geschrieben von am 6.07.2010
Gelesen: 8076 · Heute: 4 · Zuletzt: 17. Mai 2012
Redaktionswertung: Post Rating 5 von 5 Sternen MOON

MOON – der Film. In nicht allzu ferner Zukunft wird der Mond nach Rohstoffen ausgebeutet. Die automatischen Stationen werden von jeweils einem Astronauten betreut. Einer dieser Astronauten ist Sam Bell. 3 Jahre hat er fast um. Kurz bevor er zur Erde zurückkehren kann, stolpert er jedoch über einen bewußtlosen Astronauten, der genauso aussieht wie er…

Regie: Duncan Jones - Drehbuch: Nathan Parker
Produzent: Stuart Fenegan, Trudie Styler
Darsteller: Sam Rockwell, Dominique McElligott, Kaya Scodelario, Benedict Wong, Matt Berry, Malcom Stewart & Kevin Spacey als Stimme von "Gerty"
Genre: Science Fiction
Filmproduktion: GB, 2009
Kinostart:
Musik: Clint Mansell
FSK: 12 - Laufzeit: 96 Min.
Trailer: MOON
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Ihre Filmwertung:
Rating: 9.7/10 (3 votes cast)

Ich war schon immer ein großer Fan von SciFi-Filmen. Aber neben dem actionbetonten Unterhaltungswert, sollten sie auch eine gewisse philosophische Seite beinhalten. Das widerum, trifft auf das SciFi-Genre der Neuzeit kaum noch zu. Hier geht es oft genug nur um die besten Schweinebacken-Sprüche und Alien, die einfach fieß sein müssen. Ein Paradebeispiel für einen derart platten Script, welcher ausschließlich auf Kommerz mit Ballerei zielt, ist zum Beispiel das Remake oder besser gesagt, der inzwischen dritte Teil von PREDATORS. (Die Fans vom Gesetz der verkaufsorientierten Triologie mögen da durchaus anderer Meinung sein!)

Natürlich bin ich mir darüber im Klaren, dass das goldene Zeitalter des SF-Kinos längst vorbei ist. Traurig bleibt es trotzdem, dass solche Filme wie PLANET DER AFFEN, SOLARIS, SILENT, BLADE RUNNER,  ALIEN-DAS UNHEIMLICHE WESEN AUS EINER FREMDEN WELT oder neueren Datums: SUNSHINE (2007, Regie: Danny Boyle), der zudem mit einem genialeren Soundtrack von John Murphy aufwartet bzw. auch Peter Jacksons überragendes Science-Fiction-Spektakel DISTRICT 9 (2009), die mit den wichtigen, grundlegenden Qualitäten wie Empathie und Menschlichkeit ausgestattet sind, heutzutage leider viel zu selten produziert werden.

MOON

Das Außnahmen die Regel durchbrechen können, ist allseits bekannt. Zu einem solchen Außnahme-SciFi-Werk, das ganz und gar neuzeitlich-untypisch wirkt, zählt aus meiner Sicht MOON. Trotz fehlender bombastischer Actionszenen und ohne einen super-coolen Helden, kann das Weltraumabenteuer mit einer leisen, stimmig Erzählweise punkten und ohne, dass dabei die Spannung im All verloren geht.

Doch worüber werden diese Tugenden der Menschheit letzlich definiert? Ich denke, Anworten finden wir in MOON zu Genüge. Es ist ein Film der in seiner Tonalität durchaus an die 70′ger SciFi-Filme erinnert und Duncan Jones, der Sohn vom Sänger David Bowie, ist mit dem Independent- und Kinodebütfilm ein wahres SF-Highlight gelungen. Am Ende täuschen selbst die inhaltlichen Klischees eines “gewöhnlichen” Science-Fiction-Abenteuers nicht über die Wurzeln hinweg, welche in einem humanistischen Anspruch zu finden sind. MOON zeigt überaus deutlich die unweigerliche Entfremdung des menschlichen Wesens, eine daraus erwachsende Paranoia, zeigt den Wahnsinn der entsteht, wenn wir es zulassen, dass reine Materie -die mögliche Technologie der Zukunft- vermenschlicht wird.

MOON – der Film

In naher Zukunft: Astronaut Sam Bell (Sam Rockwell, u.a. COWBOYS & ALIENS, IRON MAN 2) arbeitet auf einer Mondbasis. Er hat einen Drei-Jahres-Vertrag mit Lunar Industries Ltd. abgeschlossen. Das Unternehmen baut maschinell das Gas Helium-3 ab, mit dessen Hilfe rund siebzig Prozent des Energiebedarfs der Erde gedeckt werden.
Es ist ein einsamer, harter Job. Erschwerend kommt hinzu, dass es keine Satelliten-Live-Kommunikation zur Erde gibt. Somit kann Sam mit seiner Frau Tess (Dominique McElligott) und der 3-jährigen Tochter Eva (Kaya Scodelario) lediglich über Konserven-Einträge kommunizieren, die zeitversetzt gesendet und empfangen werden.
Der einzige, immer verfügbare “Gesprächspartner” ist ein eher einfältiger Computer namens “GERTY” (Die Stimme von Kevin Spacey).

Aber zum Glück ist sein Dienst auf der Mondbasis fast vorüber. Nur noch wenige Wochen und die kleine Familie ist wieder vereint…! Doch plötzlich beginnt sich Sam’s Gesundheit drastisch zu verschlechtern. Ihn plagen Kopfschmerzen, Halluzinationen und mangelnde Konzentration führen schließlich zu einem fast tödlichen Unfall während einer Routinefahrt mit dem Lunar Rover. Zwar erholt sich Sam auf der Basis wieder, jedoch ohne Erinnerung daran, weshalb und wie er auf die Station gekommen ist.

Eine totale Verwirrung, die in Panikattacken endet, tritt ein, als sich Sam einer jüngeren und aggressiveren Version von sich selbst begegnet. “Sam 2″ behauptet, zur Erfüllung des gleichen Dreijahresvertrags und mit all den Ansprüchen auf die Tätigkeit ebenfalls auf der Basis zu arbeiten.

Eingesperrt in dem was scheint, umgeben von einen Klon und mit einer “Support Crew”, die ihm angeblich helfen will wieder produktive Ordnung auf “Selene” zu schaffen, beginnt ein Kampf gegen die Uhr, bei dem Sam herauszufinden muss, was eigentlich mit ihm geschieht und welche Ziele Lunar Industries Ltd. tatsächlich verfolgt…

MOON – die Filmkritik

Der schon mehrfach ausgezeichnete SciFi-Film MOON besticht durch ein dramaturgisch hohes Niveau, ist jedoch nix für Action-Fans! Statt auf Schockeffekte wird vor allem auf emotionale Dichte gesetzt. Protagonist Sam Rockwell brilliert geradezu in seiner Rolle. Er schafft es sogar, zwei Charaktere in unterschiedlichen Zuständen parallel zu spielen und die Beziehung zwischen Sam und seinem “Doppelgänger” gekonnt herzuarbeiten.

Schon allein diese schauspielerische Meisterleistung macht MOON absolut sehenswert, ja selbst dann, wenn an manchen Stellen das Potential der Ausgangsidee ein bisschen verschenkt wurde und auch sehr offensichtlich Kubricks 2001 – ODYSSEE IM WELTRAUM, naja sagen wir mal – Pate gestanden hat ;)) Dennoch meine Empfehlung und dazu gehört auch der geniale Soundtrack zum Film!


Studio / Verleih / Bild-und Textnachweis: Sony Pictures / Koch Media

MOON, 9.7 out of 10 based on 3 ratings

DVD & Blu-ray

Moon [Blu-ray]Moon [Blu-ray]Sam Bell steht kurz vor dem Ende seines Vertrages mit Lunar. Er war über drei Jahre lang ein treuer Mitarbeiter - sein Zuhause wurde der Mond Selene, wo er seine Tage alleine und mit dem Abbau von Helium-3 verbrachte. Dieses kostbare Gas könnte der Energiekrise auf der Erde ein Ende bere
Moon 44Moon 44Es ist das Jahr 2038. Die Rohstoff-Ressourcen auf der Erde sind aufgebraucht und im Weltraum ist ein Kampf um die Bodenschätze auf anderen Planeten entfacht. Um ihre Förderroboter zu schützen, schickt eine der großen Abbau-Gesellschaften Strafgefangene auf den Bergbauplaneten Moon 44,

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3 Antwort zu “MOON”

  1. Nase am 29.1.2012 um 20:00

    Der einzig wahre scifi film den ich seit bestimmt 15 jahren gesehen habe, was heute kommt ist doch nur noch müll – den die leute liebend gerne fressen und zeigen das es berg ab geht mit der gesellschaft, genau dahin wo uns dieser film hinführt…

  2. 1-webtipps.de am 15.8.2010 um 14:17

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    TARZAN 3D, Kinostart: 2012.Die Am 7. Oktober 2010 wird die 3D-Verfilmung von Erich Kästners KONFERENZ DER TIERE in die Kinos kommen und danach können sich Animationsfreunde auf einen weiteren Klassiker freuen: Mit TARZAN 3D holt Constantin Film den Urw…

  3. 87c News am 4.7.2010 um 10:44

    MOON – Kinostart Trailer und Filmkritik…

    MOON, ein Film von Duncan Jones und mit Sam Rockwell in der Hauptrolle, ab 15. Juli 2010 im Kino. Ein leiser, sanftphilosophischer Science-Fiction Film, der seit langem wieder einmal zeigt, dass dieses Genre mehr sein kann, als kostenintensive Effektha…

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