Entführungsfall NATASCHA KAMPUSCH, Peter Reichard erklärt: “Respekt, Einfühlsamkeit und absolute Seriosität sind, neben der künstlerischen Herausforderung, die unabdingbaren Voraussetzungen für ein solches Filmprojekt. Mir war schnell klar, dass dieser hohe Anspruch nur durch Bernd Eichinger und die Constantin Film erfüllt werden kann.
Im Mai 2012 beginnen die Dreharbeiten zum Kinofilm 3096 (Arbeitstitel), der den Entführungsfall Natascha Kampusch mediengerecht beleuchten wird.
Nachdem sich bereits 2010 Constantin Film mit Natascha Kampusch (25) verständigte, die Geschichte der Entführung und ihrer Gefangenschaft für das Kino aufzubereiten, Produzent Bernd Eichinger (u.a. DER UNTERGANG, DAS PARFUM) das Drehbuch zu zwei Dritteln geschrieben hatte, gab das Filmunternehmen jetzt und zudem bekannt, dass die Regisseurin Sherry Hormann (u.a. MEINE TOCHTER IST KEINE MÖRDERIN, WÜSTENBLUME) das Werk fortsetzen bzw. den Film produzieren wird.
Sherry Hormann zu den Protagonisten und den Film 3096 : “Nachdem wir im deutschsprachigen Raum auf viele Vorurteile, Befürchtungen und Ängste zu dem Stoff stießen, erlaubten wir uns über die sprachlichen Grenzen hinaus zu denken. Tatsächlich war es so, dass die 29-jährige Britin Antonia Campell-Hughes (LONELY HUNTER, STORAGE 24) als Natascha Kampusch und der Däne Thure Lindhardt (ILLUMINATI) als der Entführer und Peiniger Wolfgang Priklopil, mit der unbeschwerten Außenansicht einen für uns befreienden Blick auf die einzigartige Kraft der Geschichte erzeugten. Manchmal ist es Zufall, der zur Absicht wird: Die Geschichte ist eine universelle. Der Wahnsinn der Tat geschah von innen heraus nicht durch den Ort.
Die größte Herausforderung ist, dass 60 Prozent in einem Raum spielen, der so groß wie eine Sauna ist. Das so interessant zu gestalten, dass die Zuschauer nicht nach fünf Minuten den Saal verlassen, empfinde ich als große Herausforderung und spannend.”
Neben den beiden Shooting-Stars wird auch die dänische Filmschauspielerin und Sängerin Trine Dyrholm (IN EINER BESSEREN WELT, TROUBLE WATER) zu sehen sein.
Erst das kontrovers diskutierte Werk DER BAADER MEINHOF KOMPLEX, dann Bushido’s Lebensweisheiten ZEITEN ÄNDERN DICH, die nicht wirklich jemand hören geschweige denn sehen wollte und jetzt also: 3096 NATASCHA KAMPUSCH - die Chronologie einer Entführung, zu dem -und wie bereits erwähnt- Bernd Eichinger viel Vorarbeit geleistet hat. Anmerkung: Ein ähnliches bzw. thematisch verwandtes Projekt gab es bereits 2012, der gelungene Debüt-Film MICHAEL (siehe Link), des Österreichers Markus Schleinzer.
Trotzdem: Ich weiß nicht, sollte man das Filmprojekt 3096 NATASCHA KAMPUSCH nun als mutig, innovativ oder einfach nur als geschäftstüchtig und mediengeil bezeichnen?? Ach richtig, diese Auswahl stand ja noch nie zur Debatte bzw. spielte in der Vergangenheit und im Filmgeschäft ohnehin kaum eine entscheidende Rolle! Oder anders ausgedrückt: Abgerechnet wird nach wie vor erst an den Kinokassen!!
Also: Aufbruch zu neuen Ufern – ohne Angst vor Verlusten (?!): Zumindest war das die erfolgreiche Marktstrategie eines Bernd Eichingers, denn fast alle angegangenen Filmprojekte schienen dem “Themen-Trüffelschwein” der Filmwelt recht zu geben. Aber: Solange Voyeurismus -im weitesten Sinne- beim Produzenten und dann auch beim Zuschauer mehr Daseinsberechtigung haben als beispielsweise eine anspruchsvolle Vorlagen-Literatur (siehe das mehrfach verschobene Film-Projekt Siegfried Lenz, SCHWEIGEMINUTE), solange braucht sich der Filmemacher der Neuzeit über Moral und Fingerspitzengefühl natürlich keine allzu großen Gedanken machen…
Deshalb: Gibt es denn keine Schmerzgrenze oder nur zu wenige, gute Psychologen? Bei aller Seriosität und gewollter Objektivität, welche ich weder Constantin Film noch der in den USA geborenen Film- und Fernsehregisseurin und Drehbuchautorin Sherry Hormann für das Drama 3096 NATASCHA KAMPUSCH absprechen möchte, halte ich es rein für die Person Natascha Kampuschs mehr als bedenklich, dass anscheinend weniger über mögliche Spät-Folgen nachgedacht wird, dafür umsomehr, wie die Kino-Kasse klingeln könnte.
Natascha Kampusch ist 10 Jahre alt, als sie 1998 auf dem Schulweg von dem Nachrichtentechniker Wolfgang Priklopil entführt wird.
Sie wird achteinhalb Jahre lang von ihm in einem unterirdischen Verlies gefangen gehalten. 2006 gelingt ihr die Flucht und Wolfgang Priklopil nimmt sich das Leben.
Nach Natascha Kampuschs Selbstbefreiung gerät ihre Entführung ins Zentrum politischer Machtspiele und sensationslüsterner Berichterstattung der Medien. Ihr Weg zur Freiheit ist noch lange nicht zu Ende.
“Ich weiß es sehr zu schätzen, dass Natascha Kampusch uns das Vertrauen entgegenbringt, ihre Geschichte zu verfilmen”, so Bernd Eichinger (+). “Peter Reichard und mir geht es darum, dass nach all den Medienspekulationen und Politskandalen, die der Entführungsfall Natascha Kampusch ausgelöst hat, erzählt wird, was wirklich geschehen ist.”
Peter Reichard erklärt: “Respekt, Einfühlsamkeit und absolute Seriosität sind, neben der künstlerischen Herausforderung, die unabdingbaren Voraussetzungen für ein solches Filmprojekt. Viele einfühlsame Zusendungen der letzten Jahre haben mich dazu bewegt, mein Schicksal verfilmen zu lassen”, erläutert Natascha Kampusch. “Ich bin froh, dass sich nun mit Constantin Film eine außergewöhnliche Gelegenheit bietet, meine Geschichte in behutsamer Weise auf die Leinwand zu bringen.”
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Die macht doch schon so viel Werbung, dass das Ganze echt ungläubwürdig wirkt! Ich wette, dass Ganze ist ne rießen Verarsche bzw. wurde alles geplant! Viel Spaß mit dem Mistfilm. Ich bin sicher nicht dabei! Und wetten – demnächst kommt auch noch das Hörbuch XD!
- kontrovers -
Also ich finde, dass Frau Kampusch allein das Recht hat zu entscheiden, ob die Geschichte verfilmt werden soll oder nicht. Da sie dem zugestimmt hat, sollte sich keiner ertreisten, ihre Motivationsgründe schlecht zu reden.
Ich denke, dass sich in diesem Land ganz andere Menschen Gedanken zu ihrem Verhalten machen sollten. Z.B. jene, die vor der eigenen Türe wegschauen obwohl dort Tag täglich ähnliche Verbrechen passieren. Schon ihr Buch ist eine gutes Spiegelbild unserer großteils ignoranten Gesellschaft mit den vielen armen Seelen – ob nun Opfer oder Täter.
Ich werde mir diesen Film sicherlich anschauen! Persönlich sich eine Meinung zu bilden, die durchaus auch über die Grenzen der Vorstellungskraft hinaus gehen kann, kann nicht schaden und ich danke Frau Kampusch dafür – das sie dies mit ihrem Engagement möglich macht.
ganz ehrlich. einfach nur noch makaber, dass leute über “leichen” gehen um irgendwie etwas im Leben zu erreichen … sehr schwach von eichinger so mediengeil zu sein !
NATASCHA KAMPUSCH – Kinostart 2012…
Sie wurde ihrer Kindheit, ihrer Freiheit, ihrer Würde beraubt. Wird im Kinojahr 2012 alles “besser”? Bernd Eichinger verfilmt den Entführungsfall NATASCHA KAMPUSCH. Im kommenden Jahr sollen die Dreharbeiten beginnen. Wer Regie führt und wer die Haupt…