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RABBIT A LA BERLIN

 RABBIT A LA BERLIN

Kinovorschau - Filmkritik für RABBIT A LA BERLIN
Geschrieben von am 27.10.2009
Gelesen: 13447 · heute: 3 · zuletzt: 9. February 2012
Redaktionswertung: Post Rating 5 von 5 Sternen RABBIT A LA BERLIN

RABBIT A LA BERLIN- The Movie: The untold story about wild rabbits which lived between the Berlin Walls. For 28 years Death Zone was their safest home. Full of grass, no predators, guards protecting them from human disturbance. They were closed but happy. When their population grew up to thousands, guards started to remove them. But rabbits survived and stayed there.

Regie: Bartek Konopka, Co-Regie: Piotr Rosolowski - Drehbuch:
Produzent: Anna Wydra, MS FILMS, Ma.Ja.De Filmproduktion
Darsteller: Kaninchen, Kaninchen, Kaninchen u.a.
Genre: Dokumentation
Filmproduktion: Polen / Deutschland, 2009
Kinostart:
Musik: Maciej Cieślak
FSK: 0 - Laufzeit: 39 Min.
Trailer: RABBIT A LA BERLIN
VN:F [1.9.13_1145]
Ihre Filmwertung:
Rating: 9.2/10 (5 votes cast)

Die Berliner Mauer: Es ist eine wichtige Lektion der Geschichte, dass ein System der Ordnung durchaus auch etwas völlig Unerwartetes produzieren kann – RABBIT A LA BERLIN (Mauerhase): Eine tierisch raffinierte Metapher über den Potsdamer Platz!

Geschichtlich fast ein bisschen pikant mutet aus meiner Sicht der Fakt an, dass 20 Jahre nach dem Mauerfall hierzulande kein Filmemacher auf die Idee kam, eine Dokumentation über dieses interessante und wohl einmalige Phänomen in die Kinos zu bringen. Trotz deutschester, deutscher Vergangenheit, mit Teilung und Schießbefehl, haben sich statt dessen zwei junge, polnische Regisseure an die Recherche gemacht. Mit grandiosem Erfolg, denn die Dokumentation RABBIT A LA BERLIN (Originaltitel: Królik po berlinsku) wurde 2010 für den Oskar nominniert und erhielt bereits zahlreiche, internationale Auszeichnungen.

MAUERHASE

Der ungewöhnliche und bewegende Film RABBIT A LA BERLIN beinhaltet das zwangsweise Beisammensein von tausenden Kaninchen und einsamen, wunderlichen Menschen. Auf einem 120 Kilometer langen Grenzstreifen, der Berliner Mauer, entstand -eher zufällig- über die Jahrzehnte des Kalten Krieges eine Art überdimensionaler, reichbevölkerter Kaninchenbau. Ironie der Zeitgeschichte: Was auf der einen Seite über 28 Jahre für Menschen aus Ost und West die Todeszone war, bot andererseits den Wildkaninchen Schutz und Nahrung und machte es zu dem sichersten Platz – den sie wohl je hatten. Umgeben von saftigem Gras und ohne natürliche Feinde waren die Kaninchen zwar eingeschlossen aber dennoch glücklich. ;)

Rabbit a la Berlin (Mauerhase)

Jedoch beinhaltet dieses Thema genug Stoff für eine Dokumentation? Aber ganz sicher! Die konsequent aus der Perspektive der Kaninchen entstandene Parabel bietet eine unterhaltsame wie auch ernste und überraschende Bildcollage über das “No Man’s Land”. Bestehend aus hoppelnden Genossen mit langen Ohren und einem geschickt eingebundenen Stück deutscher Vergangenheit, lässt der Film mal einen ganz anderen Blickwinkel auf die Teilung Berlins entstehen.

Mauerhase(n) – die Wendeverlierer?

Die Regisseure Bartek Konopka und Piotr Rosolowski gehen historischen Tatsachen nach und zeigt anhand von Archivmaterial possierliche  Bilder der Mümmelmänner am Boden und bedrückende Aufnahmen der Berliner Mauer aus der Luft. Ergänzt wird der kurzweilige Film mit Interviews von ehemaliger Grenzsoldaten, einem sogen. Hasenspezialisten und anderen mehr oder weniger skurilen Zeitgenossen. Begleitet wird der MAUERHASE durch eine erzählende Stimme, die mit witzig-ironischem Unterton interessante Hintergrundinformationen für den Zuschauer bereithält.

Der Film beginnt mit Schwarz-Weiß-Originalaufnahmen. Sie zeigen die Berliner Bevölkerung kurz nach Kriegsende, wie diese für die Selbstversorgung auf dem Potsdamer Platz Kleingärten anlegt. Und mittendrin – die Meute von einigen hundert, gleichfalls  ausgehungerten Wildkaninchen. Doch eines Tages rollen Panzer auf den Potsdamer Platz und Soldaten beginnen Stacheldraht zu ziehen, der später einer unüberwindbaren Mauer für Freund und Feind weicht.

Zuerst argwöhnisch von den Kaninchen beäugt und dann geliebt, bietet es plötzlich ein Refugium, was nahezu an paradiesische Verhältnisse erinnert. Bewaffnete Wächter übernehmen sozusagen persönlich die Verantwortung für das Wohlergehen der kleinen Nager. Die enge Nachbarschaft mit den Grenzsoldaten förderte ein geradezu inniges Verhältnis zutage, denn es war aus politsch-taktischen Gründen verboten auf die Kaninchen zu schießen. Mit der Zeit verlieren die tierischen Genossen jede Scheu, werden in ihrer kleinen, überschaubaren Welt träge und faul und vermehren sich im Schatten der Panzersprerren zu Tausenden.

Doch ein vermeintliches Paradies wäret bekanntlich nicht ewig. Nachdem einer neuer “Zoodirektor” (Erich Honecker) die Oberaufsicht übernimmt, werden die Zeiten restriktiver. Das Gras in dem Grenzstreifen wird zu Gunsten der lückenlosen Kontrolle des Menschen vernichtet und das Unkraut-Ex macht auch der Kaninchenpopulation den Garaus. Von diesem Zeitpunkt an muss und darf auf alles geschossen werden, was zwei oder vier Beine hat…bis zu jenem, denkwürdigen Tag – an dem die Mauer fällt.

Jedoch von nun an heißt es mit den neuen Gegebenheiten, der neuen Freiheit zurechtzukommen und nicht unter die Räder zu geraten. Ein Schicksal, welches die Kaninchen bald mit den Bürgerinnen und Bürgern in ganz Osteuropa teilen…

Rabbit a la Berlin – die Filmkritik

Der Film lief auf dem DOK-Leipzig 2009 unter der Rubrik “Best of MDR” und zählte für mich zu den Highlights des Festivals! Mit der Dokumentation RABBIT A LA BERLIN (Mauerhase) schafften die polnischen Filmemacher mit Bravour den Spagat zwischen einer faszinierenden Geschichtsstunde und einem “Tier-Film”.

In der nur vordergründig bestechend, träumerisch anmutenden Geschichte, die mit vielen allegorischen und noch nie veröffentlichten Bildern über die Berliner Mauer einhergeht, wird ein vorhandenes Panoptikum aufgezeigt, welches es im Nachhinein betrachtet geradezu unwirklich erscheint. Fazit: Eine tolle und nachdenklich machende Dokumentation, die völlig ohne Kitsch und Sentimentalitäten auskommt und die es verdient hätte, noch einmal einem breiteren Kinopublikum gezeigt zu werden. Ich drücke jedenfalls die Daumen für die Oskar-Nominierung…

Delfin-Thriller erhält Oscar als bester Dokumentarfilm

März 2010: München (ots) Die “Academy of Motion Picture Arts and Sciences” hat den Doku-Thriller DIE BUCHT mit dem Oscar für den “Besten Dokumentarfilm” ausgezeichnet. Nicht nur Regisseur Louie Psihoyos und Hauptdarsteller und ehemaliger Delfintrainer Ric O’Barry stehen nun im Rampenlicht, sondern mit ihnen auch das dunkle Geheimnis jener Bucht im japanischen Fischerort Taiji. Das Versteckspiel hat ein Ende!

Viele Japaner haben durch den Ökothriller DIE BUCHT zum ersten Mal von der brutalen Delfinjagd in ihrem Land und der hochgradigen Vergiftung des Delfinfleisches erfahren. DIE BUCHT deckt schonungslos auf, wie die weltweite Delfinarienindustrie mit den alljährlichen Treibjagden im japanischen Fischerort Taiji verflochten ist. Dieser brutalen Praktik fallen jedes Jahr rund zweitausend Delfine zum Opfer.

Die Oscar-Preisverleihung ist in Japan die meist gesehene Fernsehsendung. Die Tierschutzverbände WDCS, Pro Wildlife und OceanCare – offizielle Partner von DIE BUCHT – hoffen daher, dass die japanische Regierung durch die Auszeichnung des Films mit einem Oscar nun noch stärker unter Druck gerät. I HOPE SO!!!!!!!!!!!!!!!!!!

DVD & BLU-RAY Disc zum Film

Die DVD zum Film RABBIT A LA BERLIN (MAUERHASE / Królik po berlinsku): ab 14. November 2010 im Handel.


Studio / Verleih / Bild-und Textnachweis: MS FILMS

RABBIT A LA BERLIN , 9.2 out of 10 based on 5 ratings

RABBIT A LA BERLIN Trailer

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2 Antwort zu “RABBIT A LA BERLIN”

  1. [...] Arte zeigt am 29. Juli um 23.15 Uhr den ungewöhnlicher Oscar-Nominierten Dokumentarfilm “Mauerhase” (Trailer), der gleichzeitig auch eine  satirische Parabel über das Leben von Hasen und Menschen [...]

  2. Hallscheidt, Eva sagt:

    Ich (75) habe den Film in der KHM am 13.12. gesehen. Es ist ein toller und nachdenklicher Film. Alle zogen an einem Strang – die Menschen in der DDR und die Rabbits. Mit dem Mauerfall mußten beide – der normale DDR-Bürger und die Rabbits mit der neuen Situation zurechtkommen. Jetzt liebt man direkt die Wildhasen. Leider war die anschließende Diskussion sehr schlecht zu verstehen. Die Moderatorin sprach sehr sehr leise und man konnte kaum was verstehen. Für Herr Rosolowski hat mir das sehr gleid getan.

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