RANGO ist Gore Verbinski’s erster Film nach seinem Regie-Schiffbruch beim vierten Teil von FLUCH DER KARIBIK. Mit dem animierten und ein bisschen durch geknallt wirkenden Western RANGO (TARNUNG IST ALLES) gibt gleichzeitig die Trickfilm-Schmiede von George Lucas, Industrial Light & Magic (ILM) ihr Debüt im Bereich abendfüllender Animations-Kinofilm. Glaubt man diversen Pressemeldungen, dann hat Verbinski [...]
RANGO ist Gore Verbinski’s erster Film nach seinem Regie-Schiffbruch beim vierten Teil von FLUCH DER KARIBIK. Mit dem animierten und ein bisschen durch geknallt wirkenden Western RANGO (TARNUNG IST ALLES) gibt gleichzeitig die Trickfilm-Schmiede von George Lucas, Industrial Light & Magic (ILM) ihr Debüt im Bereich abendfüllender Animations-Kinofilm.
Glaubt man diversen Pressemeldungen, dann hat Verbinski auf Grund von zeitlichen Problemen (er produzierte gerade RANGO und ist derzeit mit der Videospielverfilmung BIOSHOK beschäftigt) freiwillig die Segel gestrichen. Ich hingegen vermute, dass Disney und Produzent Jerry Bruckheimer nach einem erfolgreichen zweiten Teil und einem eher bescheidenen, dritten Teil unter Gore’s Regie die Chance nutzten, um eine frische Brise in FLUCH DER KARIBIK und für Captain Sparrow wehen zu lassen…
Ungeachtet dieser Querelen hält zumindest sein Hauptdarsteller aus FLUCH DER KARIBIK, Johnny Depp, nach wie vor Gore Verbinski die Treue. Depp leiht im Original dem animierten Hauptprotagonisten seine Stimme und schlüpft sozusagen in den digitalen Körper einer Echse. Oder genauer: Nicht nur Depp’s Stimme ist zu hören, auch Mimik und Gestik -im Fachjargon Emotion Capturing genannt- stimmen mit dem Hollywoodbarden überein. Außer in dem animierten Westernabenteuer RANGO : TARNUNG IST ALLES, brachte Depp bereits in Tim Burton‘ s CORPSE BRIDGE sein diesbezügliches Talent zum Tragen. Damit könnte man fast schlussfolgern, dass diese Arbeit eine willkommene Abwechslung für den nicht gerade wenig beschäftigten Schauspieler darstellt. Die deutsche Synchronstimme kommt indes vom populären Komiker Michael Kessler (SWITCH, PASTEWKA).
Kleines Gimmick am Rande: Um den beteiligten Sprechern (u.a. Ned Beatty, Tortoise John, Bill Nighy) die Arbeit zu erleichtern, erhielten diese authentische Kostüme während der Synchronisation. Verbinski‘s Idee: Damit sollte dem Tonstudio ein gewisses Western-Flair verliehen werden, was wiederum der Authentizität der gesprochenen Texte zu gute käme.
RANGO, ein Chamäleon der besonderen Art, will ein wahrer Held sein und genauso cool und überlegen, charismatisch und mysteriös wie alle anderen großen Helden dieser Welt. Aber nichts klappt so, wie es RANGO will…
Die Strory: RANGO ist eine Echse, genauer gesagt ein Chamäleon, das sich in der Identitätskrise befindet, da es anscheinend im Wilden Westen an seine Verwandlungsfähigkeits-Grenzen stößt, aber vor allem deshalb, weil es irgendwie total fehl am Platz wirkt: Als RANGO bei einem Beinahe-Unfall seines Besitzers mitten in der Wüste aus dem Auto geschleudert und so aus seiner vertrauten Komfort-Terrarium-Umgebung gerissen wird, ist er mit dem Umstand der plötzlichen Freiheit vollkommen überfordert. Doch damit nicht genug: Schon die erste Begegnung mit einer anderen Spezies prophezeit dem domestizierten Chamäleon, dass es als “Fremder” keine fünf Minuten überleben wird…
Tolle Aussichten, aber RANGO lässt sich trotz aller Gefahren den Spaß nicht verderben: Wenn er zum Beispiel herumliegende Radios einschaltet, mit Plastikpalmen Kokosnüsse abfeuert oder Maulwürfe (Wüsten-Maulwürfe??) ärgert -indem er ihnen Gürteltiere in den Bau wirft- bleibt beim Zuschauer das erste Mal kein Auge trocken…
Dann geht es Schlag auf Schlag: Tja, aber er sollte sich nicht gar zu tollpatschig anstellen. Denn obwohl er selbst seine Feinde verblüfft und auf eine harte Belastungsprobe stellt, könnte es sehr schnell für ihn eng werden. Aber keine Bange, auch hier gilt: “Dumm” hat manchmal “Schwein” selbst dann, wenn man mit dem zweiten, unabhängigen Auge – nicht automatisch besser sieht… ;))
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