
SIEBEN LEBEN | DVD | Regie: Gabriele Muccino Originaltitel: SEVEN POUNDS Die Botschaft: Nichts im Leben ist sicher(er), als der Tod und die Steuern! Das Geheimnis: Vollbringe Gutes aber schweige darüber! Was sind jedoch die wahren Motive für die Handlung im Drama SIEBEN LEBEN? Oder weshalb beschenkt darin Ben (Will Smith) fremde Menschen mit materiellen [...]
SIEBEN LEBEN | DVD | Regie: Gabriele Muccino
Originaltitel: SEVEN POUNDS
Die Botschaft: Nichts im Leben ist sicher(er), als der Tod und die Steuern!
Das Geheimnis: Vollbringe Gutes aber schweige darüber!
Was sind jedoch die wahren Motive für die Handlung im Drama SIEBEN LEBEN? Oder weshalb beschenkt darin Ben (Will Smith) fremde Menschen mit materiellen Dingen oder gar mit Teilen seines Körpers?
Mit jedem Film wird Will Smith (u.a. I AM LEGEND) jedenfalls mehr und mehr zum schwarzen Jesus. In seiner Rolle im Film SIEBEN LEBEN opfert er als trauernder Witwer nun sogar und wie gesagt Gesundheit, Hab und Gut, um den Schwachen dieser Welt zu helfen. Ein Part, der ihm anscheinend erneut auf den Leib geschrieben scheint…
In sieben Sekunden habe er seine Welt zertrümmert, sinniert jammernd Ben und im nächsten Moment beleidigt er einen Blinden (Woody Harrelson, u.a. NO COUNTRY FOR OLD MEN) am Telfon eines Bestellservices…! Kaum aufgelegt, schießen ihm die Tränen in die Augen und er hält sich die Hand vor den Mund.
Vordergründige Rätsel wie Dieses, gibt SIEBEN LEBEN dem Zuschauer während seiner 123 Minuten Laufzeit noch Viele auf und nicht nur Ben begibt sich somit auf eine Achterbahnfahrt der Emotionen.
Nachdem durch ihn verschuldeten Unfalltod seiner Frau und weiterer Personen hat sich Ben Thomas ein großes Ziel gesteckt. Er übt sich in einer ganz besonderen Art der Reinwaschung: Als vermeintlicher Finanzbeamter hilft er hoch verschuldeten Existenzen heimlich mit großzügigen Steuererleichterungen. Damit will Ben das Leben von insgesamt sieben unterschiedlichen Menschen, denen das Schicksal besonders übel zugesetzt hat, grundlegend zum Besseren wenden.
Dass er auch selbst leidvolle Erfahrung mit anderen Konstanten des Daseins gesammelt hat, verschweigt er gegenüber den Auserwählten.
Auch der Zuschauer bekommt in SIEBEN LEBEN nur durch die elegant verwobene Traumsequenzen erzählt, was Ben zugestoßen ist. (Das Ganze wird natürlich von dem fast durchgängig gequält-tapfere Gesicht des Protagonisten untermalt.)Auf der Suche nach den Hilfebedürftigen trifft er folgerichtig auch auf die schöne, aber schwer herzkranke Emily (Rosario Dawson, u.a. SIN CITY) und verliebt sich unsterblich in die tapfere Frau. Doch das junge Glück ist nicht von Dauer, denn hinter Bens großzügigem Plan verbirgt sich, wer hätte es geahnt, ein dunkles Geheimnis…
Somit reiht sich die sich zügig entwickelnde Liebesgeschichte zwischen Ben und Emily nahtlos in den Rest der furchtbar bedeutungsschwangeren Handlung ein.
Sie hat ein krankes Herz – während seins noch immer gebrochen ist. Nach tränenreichen Szenen ist am Ende Emily selbstverständlich einer von den sieben Menschen, deren Leben Ben vorhersehbar und hollywoodreif verändert.
Mittelprächtig gekonnt wird gleichfalls das Thema Schuld in dem Drama behandelt. Das Shakespeare-Zitat, welches im Originaltitel Anklang findet, dient jedoch lediglich als Handlungsvorwand und wird nicht vertieft. Dass darüberhinaus in SIEBEN LEBEN kein nennenswerter Konflikt oder irgendeine andere Art der Reflektion -über die Andeutung hinaus- Bestand hat, ist ebenfalls ärgerlich.
Dabei wäre ein aus der Bibel abgeleitete Motiv der Opferbringung eigentlich eine Steilvorlage für die Rolle eines klassischen Charakterdarstellers. Jene große Chance verpasst Will Smith aber nicht nur um Haaresbreite. Man (n) ordnet ihn einfach, auch resultierend aus seinen vergangenen Filmen (u.a. MEN IN BLACK, I ROBOT), zu leicht dem Action-und Komödiengenre zu.
In den Momenten der Rührung und emotionaler Schwere gleicht er daher eher einem beleidigten Jungen als ein Mann, der tatsächlich von seiner Wiedergutmachung besessen ist und der, was noch viel wichtiger wäre: auch den Zuschauer diesbezüglich davon überzeugen könnte!
Trotz eines für meine Begriffe sehr gelungenen und spannenden Anfangs, trotz netter dramaturgischer Ansätze versinkt das Rührstück SIEBEN LEBEN irgendwann im Mittelfeld der Belanglosigkeit und ärgerte gen Schluss mit übermäßigem Kitsch.
Ja, eigentlich wäre die Story für ein sensibles, kleines, feines Drama ausgelegt -gewesen-, jedoch durch die Superstar-Komponente Will Smith wird daraus “nur” ein großes Megakino. Dem trägt der italienstämmige Regie-Shooting-Star Gabriele Muccino Rechnung und hält seinen Film von intensiven Radikalitäten frei, welche dem Werk durchaus gut zu Gesicht gestanden hätten…
Die DVD zum Film SIEBEN LEBEN: ab am 19. Mai 2009 im Handel.
USA 2008
Kinostart: 8.2.2009
Regie: Gabriele Muccino
Darsteller: Will Smith, Rosario Dawson, Woody Harrelson, Barry Pepper, Michael Ealy, Sarah Jane Morris u.v.a.
FSK: ab 12
Lauflänge: 123 min.
Studio/Verleih und Bildnachweis: Sony