
UNSERE ERDE eine Dokumentation von Alastair Fothergill. Die Erde im Klimawandel: Erdbeben,Tsunamis, schmelzende Gletscher und Pole gepaart mit verheerende Flutkathastrophen: die Auswirkungen des Klimawandels sind längst und drängend angekommen.
UNSERE ERDE (Originaltitel: EARTH): 2007 machte sich der Filmemacher Alastair Fothergill auf, die Faszination unserer Erde, unseres Heimatplaneten für die Kinoleinwand einzufangen. Daraus entstanden ist ein Film der Superlativen. Allein die technischen Fakten sind kaum fassbar: 5 Jahre Produktionszeit, 40 Kamerateams, 200 Drehorte, rund 1.000 Stunden Filmmaterial -davon allein 250 Tage Luftaufnahmen- oder kurzum: UNSERE ERDE – DER FILM. Der Regisseur zu seinem Projekt: “Würden wir diesen Film in zehn oder 20 Jahren drehen, könnten wir viele dieser außergewöhnlichen Bilder, die wir jetzt auf der großen Leinwand zeigen, gar nicht mehr einfangen.” Und mein Kommentar: “Manche Filme wirken erst durch ihre schiere Größe bzw. Bilddiagonale auf den Betrachter – und spätestens dann, ist Kino einfach das Größte!
Der Naturfilm UNSERE ERDE ist jedoch nicht nur großartig was die Dimensionen der Produktion betrifft. Es sind vielmehr die fast überirdisch grandiose Bilder des blauen Planeten, die fantastischen Eindrücke aus Fauna und Flora. Und dabei hätte es auch ganz anders kommen können: Wenn nicht vor 5 Milliarden Jahren eine riesiger Asteroiden die Erde getroffen, sich daraufhin ihr Neigungswinkel zur Sonne um nur wenige Grad verschoben hätte, dann wären wir alle nicht hier und der Planet einer von den unzähligen, leblosen Gesteinen im Universum. Ist irgendwie verrückt – oder!? “Yes, but we still a life!” Aber das sollten wir uns jeden Tag ein bisschen vor Augen halten, selbst wenn es nur mittelbar mit dem Film im Zusammenhang steht. Denn es ist und bleibt ein existenzieller Zufall und ein großes Wunder – wie jenes, dass die Kamerateams um Alastair Fothergill (u.a. BBC-Reihe DEEP BLUE, IM REICH DER RAUBKATZEN) und mit ihren Objektiven eingefangen haben.
Der Aufwand der nötig ist, eine derartige Dokumentation zu drehen bzw. umzusetzen, ist gigantisch und wirklich kaum vorstellbar. Jedes Set, jede Einstellung bedeutet ein Höchstmaß an logistischen Herausforderungen. Allein für die Drehgenehmigungen der verschiedenen Locations waren oftmals zähe, jahrelange Verhandlungen notwendig.
Ob bei minus 30 Grad Celsius oder in der sengenden Hitze der Wüste, beim täglichen Kampf auf Leben und Tod oder bei beindruckenden Landschaftsaufnahmen wurde den vielen Kameraleuten nicht nur Geduld und technische Perfektion, sondern auch körperlich harter Einsatz abverlangt. Kleinere Erfrierungen bis hin zu tatsächlicher Lebensgefahr, zum Beispiel beim Beobachten der tapsigen Eisbärenkinder, waren dabei durchaus an der Tagesordnung…
Es ist fünf vor Zwölf, der Klimawandel ist kaum mehr zu stoppen. Das meint Leonardo DiCaprio in 11th HOUR, das predigt Al Gore in EINE UNBEQUEME WAHRHEIT. Was verloren zu gehen droht, zeigt Alastair Fothergill in UNSERE ERDE – dem ganz auf einen sinnlichen Bilderrausch ausgerichteten Film. Doch genug der Worte und apropos sprechen: Durchweg positiv macht der deutsche Sprecher Ulrich Tukur (u.a. DAS LEBEN DER ANDEREN, JOHN RABE) von sich “hören”. Im Gegensatz zur französischen Fassung hält sich der Schauspieler mit seinen Kommentaren angenehm zurück und versucht nicht, sich stimmlich in den Vordergrund zu drängen.
Fazit: Der Film UNSERE ERDE ist kein Tierfilm im populären Sinn. Er ist eine Naturdokumentation, die größte und prächtigste, die es bisher gegeben hat. Und es ist ein 40 Millionen Euro Projekt, dessen beeindruckendes Potenzial -mit zusätzlichen interaktiven Informationen- auch auf der Blu-ray zum tragen kommt. Mit den absolut plastisch wirkenden Bilder kommt wahre HD-Freude auf bzw. lässt das Heimkino in brillanten Farben erstrahlen. Der Film ist eine absolute Empfehlung!
Die DVD zum Film UNSERE ERDE: ab 08. August 2008 im Handel.
Es ist ganz eindeutig dem Klimawandel und der damit einhergehenden medialen Sensibilisierung der Öffentlichkeit geschuldet, dass Tier- und Naturdokumentationen neuerdings vermehrt im Kino anlaufen. Filme wie der grandios bebilderte UNSERE ERDE, aber auch der kitschige Knut und seine Freunde verbreiten eine ökologische Botschaft, die sich nahtlos in die Berichterstattung einreiht.