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UNSERE OZEANE

 UNSERE OZEANE

Kinovorschau - Filmkritik für UNSERE OZEANE
Geschrieben von am 1.03.2010
Gelesen: 8128 · heute: 3 · zuletzt: 9. February 2012
Redaktionswertung: Post Rating 5 von 5 Sternen UNSERE OZEANE

UNSERE OZEANE macht die Unterwasserwelt aus einer Perspektive erlebbar, die bislang unzugänglich war, und öffnet den Blick für die großen Zusammenhänge des Lebens. Nach den Publikumserfolgen “Nomaden der Lüfte” und “Mikrokosmos” begeben sich die Regisseure Jacques Perrin und Jacques Cluzaud mit ihrer Dokumentation auf eine Entdeckungsreise in die noch weitgehend unerforschte und faszinierende Welt der Ozeane.

Regie: Jacques Perrin, Jacques Cluzaud - Drehbuch: Jacques Perrin, Jacques Cluzaud, Laurent Debas, Stéphane Durand, Laurent Gaudé, Francois Sarano
Produzent: Jacques Perrin, Nicolas Mauvernay
Darsteller:
Genre: Naturfilm
Filmproduktion: Frankreich, 2009
Kinostart:
Musik: Bruno Coulais
FSK: 0 - Laufzeit: 100 Min.
Trailer: UNSERE OZEANE
VN:F [1.9.13_1145]
Ihre Filmwertung:
Rating: 9.5/10 (4 votes cast)

Nach dem Erscheinen des grandiosen Naturfilms UNSERE ERDE, unter der Regie von Alastair Fothergill, war es nur eine Frage der Zeit, bis erneut ein Kamerateam den derzeitigen Boom von Naturdokumentationen aufgreift und medienwirksam fortführt. Doch diesmal geht es weder zu Lande noch in der Luft zur Sache, nein die Schauspieler und Erfolgsproduzenten Jacques Perrin und Jacques Cluzaud (u.a. MIKROKOSMOS, NOMADEN DER LÜFTE) begeben sich mit dem Naturfilm UNSERE OZEANE (Originaltitel: OCEANS), in spektakulären Bildern, auf Tiefseefahrt.

Angesichts der angesprochenen Schwemme an Dokumentationen (u.a. SERENGETI) melden sich indes immer vehementer radikale Naturschützer zu Wort. Sie fordern ein generelles Umdenken. Aus deren Sicht wäre es wünschenswert, die Tiere nicht regelrecht vor die Schweinwerfer bzw. Linsen zu zwingen, sondern sie unbeobachtet in ihren Lebensräumen zu belassen, um keinen weiteren Stress in den ohnehin bedrohten Lebensräumen zu erzeugen. Und damit haben sie gar nicht so unrecht! Denn wer es möchte, findet zu den übergreifenden Themen bereits genügend Informationen und Wissen in existierenden Publikationen und braucht beispielsweise keine neuen Fotos von den weltweit nur noch 3000 Exemplaren zählenden Schneeleoparden: Auf die schöne und sehr selten gewordene Großkatze wird mit Fotofallen regelrecht “Jagd” gemacht. Dabei wird im Schnitt ein Foto in fünf Monaten geschossen…

Aber die Bilder-Jagd auf die vom Aussterben bedrohten Arten erzeugt nicht nur beim Kinozuschauer zunehmend das Gefühl, als gäben sich die Filmteams die Kameras förmlich in die Hand. Ein weiteres, viel tiefgreifenderes Phänomen tritt immer deutlicher in den Vordergrund und lässt aus meiner Sicht die eigentliche Thematik oft zur Nebensache werden. Die Technologisierung des Genres führt dazu, dass sich insbesondere die Produzenten, ohne Rücksicht auf Mensch-und Tierverluste, mit Höchstleistungen geradezu überbieten. Nach deren Aussage will das der Zuschauer und ohne diesen Aufwand ist jener nicht mehr ins Kino zu locken…? Deshalb geht es in erster Linie um Geld, um sehr viel Geld. Die Lobby der Tierfilmer hat die Zeichen der Zeit genau erkannt – nur waren wirtschaftliche Interessen schon immer “Des Hasen sicherer Tod”. Insofern:  “Nichts im Westen”! ;)

UNSERE OZEANE

Zwei Drittel der Erde sind von Wasser bedeckt und damit dem direkten Blicken des Menschen entzogen. Der für uns lebensfeindliche Raum bietet eine faszinierende Artenvielfalt, die von der Natur mit teilweise unvorstellbaren Fähigkeiten ausgestattet ist. Um jedoch den Geheimnissen filmisch zumindest ein stückweit auf die Spur zu kommen, war erneut ein langwieriger Entstehungsprozess erforderlich. Zudem verlangte die Dokumentation UNSERE OZEANE den involvierten Kamaraleuten alles ab und nur mit Hilfe spezieller, hochkomplizierter Kamerasysteme konnten im Zeitraum von vier Jahren diese unbestritten überwältigenden Unter-und Überwasseraufnahmen entstehen.

UNSERE OZEANE – der Film

Im Kinofilm UNSERE OZEANE werden pfeilschnelle Delphine, anmutige Wale sowie Schwärme mit tausenden von Heringen ins Kameravisier genommen. Außerdem gibt es mikroskopisch winzige Kleinstlebewesen zu bewundern, die in unendlich erscheinenden Tiefen und in absoluter Dunkelheit existieren – können und damit der Wisssenschaft immer wieder Rätsel aufgeben. Somit begegnet der Zuschauer in der Dokumentation Bewohnern der Weltmeere, die er bereits kennt, solche über die wir bislang nur wenig wissen und einige, die es nun zu entdecken gibt.

UNSERE OZEANE – die Filmkritik

Eine Dramaturgie, die vom ewigen Rauschen des Meeres bestimmmt wird und sensationelle Momentaufnahmen von geradezu atemberaubenden Schönheit: Das majestätische Tauchballett der Buckelwale oder das Widerspiegeln der über dem Horizont abgeschossenen Weltraumrakete in den Augen einer Meerechse, sind stellvertretende Highlights aus einem Film der Superlativen.

Und für knapp zwei Stunden sind Kritiker, Natur und Technik miteinander versöhnt, denn Jacques Perrin und Jacques Cluzaud haben sich mit der Dokumentation UNSERE OZEANE zum Ziel gesetzt, auch auf die desaströse Entwicklung durch die zunehmende Verschmutzung der Weltmeere und dem daraus folgenden, ozeanischen Artensterben hinzuweisen. Sie wollen sensibilisieren und durch die Mittel der Ästhetik, dem Blick “hinter den Spiegel” bzw. unter die Wasseroberfläche, ökologisch-kritisch nachhaken…um zumindest ansatzweise auch bei den Kritikern des Naturfilm-Genres die Wogen zu glätten…

Der bewegende Soundtrack stammt im Übrigen von Komponisten Bruno Coulais. Er schrieb bereits die Musik zu den Filmen MIKROKOSMOS und DIE KINDER DES MONSIEUR MATHIEU. Fazit: Von den angemerkten, zwiespältigen Hintergründen abgesehen, weiß der Film UNSERE OZEANE mit tolle Bilder und ein genialer Soundtrack sehr zu gefallen!

DVD & BLU-RAY Disc zum Film

Die DVD zum Film UNSERE OZEANE: ab 01. September 2010 im Handel.


Studio / Verleih / Bild-und Textnachweis: Universum Film

UNSERE OZEANE , 9.5 out of 10 based on 4 ratings

UNSERE OZEANE Trailer

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2 Antwort zu “UNSERE OZEANE”

  1. Sehr zu empfehlen ist das auch das Making-of, in dem über Filmschnitt, Geräusche, Fakten und Fiktionen im Film geredet wird.

  2. Hab den Trailer im TV gesehen und war wirklich beeindruckt. Den werd ich mir wohl als DVD zum späteren Zeitpunkt ansehen.

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