
Regisseur Ralf Huettner inszeniert die mitreißende Geschichte VINCENT WILL MEER in der es um Ticks, Trips, Turbulenzen und die Entdeckung der Liebe geht. Olga Film, eine Tochtergesellschaft der Constantin Film AG, produziert VINCENT WILL MEER nach dem Originaldrehbuch von Florian David Fitz, der zudem auch die männliche Hauptrolle übernimmt. In weiteren Rollen spielen Karoline Herfurth und Heino Ferch.
Das Road-Movie VINCENT WILL MEER wurde vom Regisseur Ralf Huettner nach einem Originaldrehbuch von Florian David Fitz (u.a. MÄNNERHERZEN, DIE VERMESSUNG DER WELT) in Szene gesetzt und erzählt die mitreißende Geschichte von drei junge Leuten, die aus einer Psychatrischen Klinik ausbüchsen, um gemeinsam zu einer abenteuerlichen Reise aufzubrechen.
Der 27jährige Florian David Fitz schrieb jedoch nicht nur das Drehbuch zu VINCENT WILL MEER, er spielt auch mit viel Hingabe und Charme den trotzig-schüchternen Titelhelden. An seiner Seite überzeugen weiterhin die wunderbare Karoline Herfurth (u.a. IM WINTER EIN JAHR) als rebellische Marie bzw. der herausragende Johannes Allmayer (u.a. der TV-Film KRUPP-EINE DEUTSCHE FAMILIE) als absoluter Bach-Liebhaber Alexander. Heino Ferch (DER BAADER MEINHOF KOMPLEX, RUHM) brilliert mit der Rolle als herrschsüchtiger und aufbrausender Vater. Katharina Müller-Elmau (MARLENE, CRAZY), die sensibl-neurotische Psychologin, vervollständigt das Ensemble als Dr. Rose.
Die Beerdigung von Vincents Mutter gerät zur Freakshow. Wenn Vincent extrem unter Anspannung steht, macht sich sein Krankheit besonders bemerkbar. Es ist wie ein unkontrollierbarer Niesanfall im Gehirn, wenn die verbalen Schimpfkanonaden: Ficken, Fotze, Arschloch stakkatoartig aus seinem Mund schießen und er nichts dagegen tun kann…
Die versammelte Kirchengemeinde ist entrüstet und sein Vater, ein verkrachter Politiker, der Frau und Sohn schon vor Jahren verließ, schämt sich zutiefst für seinen abnormen Sohn. Am schlimmsten bleibt es jedoch für Vincent, denn der muss damit leben!
Kaum ist die Ex-Frau unter der Erde, beschließt Vincents Vater das Haus zu verkaufen, in dem er und seine Mutter lebten und den Sohn in eine Klinik einzuweisen, die auf psychische und neurologische Störungen spezialisiert ist. Was Vincent an seine geliebte Mutter erinnert und bleibt, ist deren letzter aber unerfüllt gebliebener Wunsch noch einmal das Meer sehen und ihre Asche, die in einer Bonbondose unter seinem Bett in der Klinik liegt…
So wartet Vincent nur auf eine Gelegenheit, aus Klinik, in dem er wegen seines Tourette-Syndroms behandelt wird, auszureißen. Gemeinsam mit der magersüchtigen Marie, dem zwanghaften Alexander und dem geklauten Auto der Heimärztin Dr. Rose macht er sich auf dem Weg nach Italien – ans Meer. Doch sein Vater und die Psychologin sind ihnen dicht auf den Fersen…
Es beginnt eine abenteuerliche und für alle Beteiligte folgenreiche Reise, an deren Ende nur eins sicher ist, keiner wird je wieder so sein, wie er war.
Die Schwierigkeit für die Umsetzung des Drehbuchs bestand für Ralf Huettner darin, dass man die Ticks, die Krankheit seiner liebenswerte Antihelden ernst nimmt, ohne dabei die Komödienform aus dem Regie-Auge zu verlieren.
Dieser cineastische Spagat ist Huettner im Melodrama VINCENT WILL MEER perfekt gelungen. Erfahrungen, was humorvolle Projekte betrifft, sammelte der Regisseur (u.a. MUSTERKNABEN, MONDSCHEINTARIF) indes schon länger bzw. erstmals mit der Komödie TEXAS – DOC SNYDER HÄLT DIE WELT IN ATEM. Aber anders als bei Helge Schneiders Klassiker, steht in VINCENT WILL MEER die einfühlsame Porträtierung der Protagonisten im Mittelpunkt und nicht der Experimental-Witz. Somit beschränkt sich das Melodrama ausschließlich auf die fünf Darsteller und den Grad der Intensität, wie sie ihre Rollen ausfüllen. Außerdem verknüpft Ralf Huettner bei dieser Gelegenheit auch gleich noch die Zutaten eines klassischen Roadmovies mit denen eines echten Vater-Sohn-Konfliktes.
Fazit: Gut gespielt, ansehnlich fotografiert und mit empfundenen 400 Poptiteln eines Instand-Song-Writing ausgestattet, hat mir trotz Mainstreamkompatibilität VINCENT WILL MEER ausgesprochen gut gefallen. Karoline Herfurth überzeugt als junge Frau, die sich vor der Wirklichkeit in Magersucht flüchtet und Johannes Allmayer läuft als nerviger Zwangsneurotiker zu Hochform auf. Streckenweise erinnert der Film im Mix aus Traurigkeit und Heiterkeit etwas an KNOCKING ON HEAVEN`S DOOR -und das nicht nur wegen des gleichermaßen bemühten Sehnsuchtssymbols: Dem Meer – aber das stört nicht und muss erst recht nicht als negativer Fakt angesehen werden.
Die DVD zum Film VINCENT WILL MEER: ab 11. September 2010 im Handel.
VINCENT WILL MEER – Kinostart und Trailer…
VINCENT WILL MEER, der Film ab 22. April im Kino. Ausgerechnet bei der Beerdigung seiner Mutter tickt Vincent (Florian David Fitz) aus, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Der 27-Jährige zuckt krampfhaft, stößt eigenartige Laute und Schimpfwörter au…
Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Jens Klawonn erwähnt.
Der Fremdschäm-Faktor bleibt klein! Regisseur Ralf Huettner hat das Kunststück geschafft, zwischen die vielen harten Themen wie Magersucht, Tourette und Eifersucht viele spaßige Momente voller Lebensfreude einzubauen. Die Mischung von Aufklärung und Unterhaltung stimmt.