DAS SCHWEIN VON GAZA

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Ein Mann, ein Schwein und sauviele Probleme = eine wunderbar verrückte Komödie!

DAS SCHWEIN VON GAZA

Die tragische wie gleichermaßen aberwitzige Komödie DAS SCHWEIN VON GAZA (Originaltitel: Le cochon de Gaza) erhielt zahlreiche Auszeichnungen: Unter anderem den Französischen Filmpreis „César“ 2012, die Ehrung als Bester Debütfilm auf dem Tokio International Film Festival 2011 und den Publikumspreis auf dem 30. Filmfest 2012 in München. Und wem die Komödie DIE BAND VON NEBENAN noch ein Begriff ist bzw. wem im Kinojahr 2008 die mit Augenzwinkern erzählte Reise einer ägyptischen Kulturdeligation nach Israel gefallen hat, der wird auch an der Komödie DAS SCHWEIN VON GAZA viel Spaß haben und gleichmaßen Nachdenkliches abgewinnen können.

DAS SCHWEIN VON GAZA, Besetzung

So gibt es ein Wiedersehen mit dem in Bagdad geborenen israelischen Hauptdarsteller Sasson Gabai und auch diese Geschichte ist im Nahen Osten angesiedelt. Das dabei der eine oder andere und -warum nicht- witzige Seitenhieb auf die israelische Siedlungspolitik erfolgt, ist dabei ebenso selbstverständlich wie die Tatsache, dass die menschenverachtende Gewalt der Djihadisten an den cineastischen Pranger gestellt wird.

War es in Eran Kolirin’s DIE BAND VON NEBENAN außer der politischen Dimension ein sprachliches und zwischenmenschliches Problem, das der Leiter eines ägyptischen Polizeiorchesters (Sasson Gabai) und die attraktive, israelische Restaurantbesitzerin Dina (Ronit Elkabetz) zu bewältigen hatten, so ist es in Sylvain Estibal’s Komödie DAS SCHWEIN VON GAZA in erster Linie von tierischer Natur.

Ein Schwein als Friedenstaube ?

Genauer: Es ist die irrwitzige Odyssee und herzerwärmende Geschichte eines palästinensischen Fischers, der ein lebendes Schwein aus dem Meer fischt und krampfhaft versucht, es im Anschluss wieder los zu werden.

Und was haben in diesem Zusammenhang Palästinenser und Israelis gemeinsam? Richtig, beide essen kein Schweinefleisch.

Aber sollte, könnte das der Anfang einer Art Völkerverständigung werden? Schwierig – denn es ist alles andere als leicht, in einem Gebiet, in dem die verfeindeten Moslems und Juden Schweine als unrein betrachten, eine für alle akzeptable Lösung zu finden…

DAS SCHWEIN VON GAZA, Filmkritik

Kurz und treffend: Meine Empfehlung!

Wieder ein klasse aufgelegter Sasson Gabai und zumindest dem Regisseur Sylvain Estibal gelingt es in seiner Komödie, durch einen befreienden Humor, „das Schwein im Schafspelz“ nicht als unüberwindbar erscheinende politische wie religiöse Hürde darzustellen…

DAS SCHWEIN VON GAZA, Bilder

DAS SCHWEIN VON GAZA, Filminhalt

Der Fischer Jafaar (Sasson Gabai) hat es nicht leicht: Er fristet eine sehr bescheidenes Leben, denn statt großer Fische geht ihm bloß Unrat und plötzlich sogar ein Schwein ins Netz, das in der letzten stürmischen Nacht von einem Frachter fiel…

Nun hat Jafaar ein gewaltiges Problem bzw. eine nicht ungefährliche Schweinerei an der Backe: Schweine gelten im Gaza mehr als unerwünscht und in dieser Tatsache sind sich ausnahmsweise die jüdische und palästinensische Bevölkerung mal absolut einig.

Deshalb muss der Unglücksrabe Jafaar möglichst schnell alles versuchen, das lästige Schwein wieder los zu werden. Doch selbst  der Verkauf des anstößigen Tieres an einen UN-Beamten (Ulrich Tukur, u.a. JOHN RABE) scheitert kläglich und der Todesschuss mit der Kalaschnikov geht erst recht nach hinten los.

Seine letzte Hoffnung: Eine russisch-jüdische Siedlerin (Myriam Tekaïa). Aber auch diese bietet ihm nur einen „faulen“ Kompromiss an. Sie möchte für eine Schweinzucht ausschließlich das Sperma: Mit Viagra und einer Pin-up-Galerie soll der Eber dafür in Stimmung gebracht werden…

Als dann die Islamisten ebenfalls Wind von der Sache bekommen, wird es völlig grotesk: Sie zwingen den geplagten Mann und seinen borstigen Begleiter zu einer heiligen, tödlichen Mission…


Studio / Verleih / Bild / und Textnachweis: Almonde

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