HUGO CABRET

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HUGO CABRET (Originaltitel: HUGO) – märchenhaft, fantasievoll, romantisch!

HUGO CABRET

All die genannten Adjektive, welche die Presse bereits vollmundig für den Fantasy-Film HUGO CABRET vergeben hat, verbindet man normalerweise nicht mit Filmen des Kult-Regisseurs Martin Scorsese – denn in HUGO CABRET wird niemand erschossen, die Mafia spielt auch keine Rolle und Stars wie Leonardo DiCaprio oder Robert De Niro sucht man vergeblich.

Und dennoch: Martin Scorsese ist mit der Verfilmung des Romans „Die Entdeckung des Hugo Cabret“ des Autors Brian Selznick ein beachtliches Werk gelungen, was nicht nur eine spannende Geschichte erzählt, sondern zudem als eine Hommage an die frühen Anfänge des Films gilt.

Georges Méliès

Den Filmemacher Georges Méliès gab es wirklich und der große Meisterregisseur Martin Scorsese setzt ihm mit HUGO CABRET ein filmisches Denkmal: Georges Méliès (1881 bis 1938) zählt zu den Pionieren der Filmgeschichte. Er gilt als Erfinder des „narrativen Films“ und der Stopp-Motion-Filmtechnik. Und Georges Méliès‘ Film DIE REISE ZUM MOND (1902), basierend auf dem gleichnamigen Buch von Jules Verne, darf getrost als erster Science-Fiction-Film der Kinogeschichte angesehen werden.

Doch Méliès war auch ein bekannter französischer Illusionist und Theaterbesitzer, der im späteren Verlauf seiner Geschichte tatsächlich Besitzer des berühmten Spielwarenladens am Montparnasse wurde. Durch den ersten Weltkrieg verlor er dann sein gesamtes Vermögen, seine Inspiration und geriet als Filmschaffender völlig in Vergessenheit.

HUGO CABRET, Filmkritik

Isabelle und Hugo suchen im Film HUGO CABRET nach einer Möglichkeit, Méliès seine Fantasie und Faszination für das Kino wiederzugeben. Und in Verbindung mit dieser fiktiven Geschichte schafft Scorsese ein bildgewaltiges Werk, das begeistern kann und auch sehr gut ohne 3D-Technik ausgekommen wäre.

Ben Kingsley ist Georges Méliès nicht nur wie aus dem Gesicht geschnitten, er spielt ihn auch noch so hingebungsvoll, dass man gleich nach dem Film in die nächste große Bibliothek laufen und sich ein Buch über die frühe Filmgeschichte – bitte mit vielen Bildern – ausleihen möchte. Auch die beiden Jungschauspieler Asa Butterfield und Chloe Grace Moretz liefern einen soliden Einstand, und brauchen ihr Licht nicht unter den Scheffel der Top-Schauspieler Christopher Lee und Jude Law zu stellen. Ebenfalls gut gefallen hat mir Sacha Baron Cohen, der als humpelnder Fiesling absolut überzeugen kann.

Scorseses HUGO CABRET wurde bei den diesjährigen Academy-Awards mit fünf Oscars (Kamera, Szenenbild, Tonschnitt, Tonmischung, visuelle Effekte) verdient ausgezeichnet. Und selbst wenn einige den Film vielleicht etwas zu kitschig finden bzw. die Sicht auf Paris zu Postkarten-getreu, oder die Geschichte um Hugo Cabret zu klischeebelastet ist, so muss ich entgegnen: Die Momente, in denen Kino wirklich noch ein Erlebnis ist, sind leider sehr selten geworden. Und deshalb ist diese Hommage an die große Leinwand bzw. an solche Pioniere wie Georges Méliès nicht die schlechteste Idee für einen Film.

HUGO CABRET, Bilder

HUGO CABRET, Filminhalt

Der 12-jährige Hugo (Asa Butterfield), dessen Vater (Jude Law) ein Uhrmacher ist, bemerkt schon sehr früh seine große Leidenschaft für das Kino und den Film.

Eines Tages bringt der Vater eine beschädigte, mechanische Menschen-Puppe, die er in einem Pariser Museum gefunden hat, mit nach Hause und die beiden beginnen sie gemeinsam zu reparieren. Aber dann stirbt der Vater bei einem Brand und Hugo bleibt allein zurück. Als greifbare Erinnerung an den geliebten Vater bleibt ihm nur die defekte Puppe. Kurz darauf wird er von seinem, dem Alkohol sehr zugeneigten Onkel, der die Uhren an dem Pariser Bahnhof Gare Montparnasse wartet und dem Hugo tagsüber zur Hand gehen muss, mehr oder weniger freiwillig aufgenommen.

In den Nachstunden, wenn er am meisten an seinen Vater denken muss, versucht der kluge Junge ganz allein die Puppe endlich zum Laufen zu bekommen. Als der Onkel plötzlich verschwindet, übernimmt Hugo sogar heimlich dessen Aufgaben – dabei immer auf der Flucht vor dem fiesen Bahnvorsteher (Komiker Sacha Baron Cohen), der auf dem Bahnhof nach Waisenkindern fahndet.

Bei einem Diebstahl, den der Junge begeht, da er Material zur Reparatur benötigt, lernt Hugo den Besitzer eines Spielwarenladen (großartig: Ben Kingsley) kennen, der ihm das Notizbuch mit den Aufzeichnungen seines Vaters wegnimmt. Verzweifelt setzt Hugo alles daran, das Büchlein wiederzubekommen und lernt daraufhin Isabelle (Chloe Grace Moretz), die Nichte des Spielwarenladenbetreibers, kennen, die zufällig den fehlenden, herzförmigen Schlüssel zum Aufziehen der Puppe um den Hals trägt.

Gemeinsam finden die Kinder heraus, dass die Puppe zeichnen kann, und zwar ein Bild von der „Reise zum Mond“, dem ersten Film, den Hugo gemeinsam mit seinem Vater gesehen hat…

Nach einigen Zwischenfällen und weiteren Recherchen zu dem Bild steht fest, dass Isabelles Großvater der Kinopionier Georges Méliès ist…


Studio / Verleih / Bild-und Textnachweis: Paramount Pictures, Miriam Seise

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