CHAPPIE

CHAPPIE
Foto: Sony Pictures Germany
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Trotz einer sicheren Inszenierung wird das neue SciFi-Spektakel des 1979 geborenen südafrikanischen Regisseurs Neill Blomkamp von Kritikern regelrecht zerrissen.

CHAPPIE wird als herz- und hirnloses Werk bezeichnet. Andere Filmkritiker meinen gar, es wäre völlige Zeitverschwendung in diesen Kinofilm zu gehen…! Doch weshalb?

CHAPPIE

Seit Jahren werden Stimmen, die nach neuen, originellen Filmprojekten krächzen, immer lauter. Mit CHAPPIE und JUPITER ASCENDING kommen aktuell zwei Science-Fiction Epen in die Kinos, die dem gerecht werden sollen bzw. sind es Filme, die jene Stimmen zum Schweigen bringen – sollten.

Doch die Filmemacher haben wie nicht selten genug die Rechnung ohne den Wirt, pardon, den Kinobesucher gemacht. Während das Actionspektakel JUPITER ASCENDING, aus der Feder der Wachowskis, hauptsächlich an der unausgereiften Handlung grandios scheiterte, damit an den Kinokassen floppte, blieb CHAPPIE zumindest Letzteres erspart.

Der kleine aber feine Unterschied: Ein Hauch von E.T.

CHAPPIE
Foto: Sony Pictures Germany

Etwas genauer: Zuerst möchte ich feststellen, CHAPPIE ist visuell über jeden Zweifel erhaben. Sowohl der Roboter wie auch das Universum in dem die Handlung angesiedelt wurde (wieder Südafrika und die Stadt Johannesburg), sieht dank Blomkamp graphisch einfach genial aus. Wie bei DISTRICT 9 und ELYSIUM kommen erstaunlich zukunftsweisende und optisch-beeindruckende Szenarie zum Einsatz. Kurzum, in CHAPPIE ist in dieser Hinsicht erneut alles stimmig.

Selbstverständlich fällt dabei ins Auge, dass Vieles nicht neu erfunden wurde, dass Blomkamp gern auf Bewährtes zurückgreift, ja es fast über einen „Wiedererkennungswert“ verfügt. Das wiederum ist aus meiner Sicht nicht zwangsläufig kritikwürdig. Fast alle Filmkunstschaffenden sind über die Jahre „erkennbar“. Weshalb kann das nicht auch auf einen Neill Blomkamp zutreffen?!

So ist die Charaktere des „Hauptdarstellers“ CHAPPIE analog zu der in DISTRICT 9 äußerst liebevoll gestaltet und erinnert mich stellenweise sogar ein bisschen an Spielbergs E.T. – DER AUSSERIRDISCHE.

Besonders eindrucksvoll wird dargestellt, wie sich die „Persönlichkeitsentwicklung“ des Polizei-Metallkollegen vollzieht, wie von den einzelnen Charakteren versucht wird, CHAPPIE für die eigenen Interessen entsprechend zu manipulieren. Die Sorgfalt die Blomkamp dafür aufwendet, bezieht sich jedoch leider nur auf diese eine Charaktere und ist wohl der Hauptgrund, warum die Story in der Gesamtheit nicht halten kann, was sie sonst ohne Zweifel tun würde…

CHAPPIE: 08/15 Klischees und Amateurdarsteller

Während CHAPPIE also eine vielfältige und interessant gestaltet Entwicklung durchläuft, ansehenswerte zahlreiche Facetten auf die Leinwand bringt, versinken die menschlichen „Mitspieler“ hingegen nahezu in der Bedeutungslosigkeit. Selbst rein das Schauspiel betrachtet, kann keiner der Protagonisten überzeugen.
Allen voran Yolandi und Ninja, die Mitglieder der südafrikanischen Rap-Rave Band DIE ANTWOORD.

Beide geben ihr Kinodebüt – und das merkt der Zuschauer in fast jeder Einstellung. Auch wenn sie sich redlich bemühen ihre überdrehten Parts dem Publikum schmackhaft zu machen, wirkt das Spiel flach und manchmal gar peinlich überzogen.

Von Bloomkamps „Aussparkurs“ in Sachen glaubwürdige Personenzeichnung werden selbst gestandene Hollwoodgrößen wie Hugh Jackman (X-MEN, MISÉRABLES) nicht verschont. Er verkörpert den Bösewicht Vincent Moore.

Wir alle wissen, dass Jackman eine durchaus glaubwürdige Leistung abliefern kann – in CHAPPIE ist das leider nicht der Fall. Obendrein muss sich zum wiederholten Mal die Schauspiellegende Sigourney Weaver (u.a. ALIEN, EXODUS – GÖTTER UND KÖNIGE) mit einem Screenanteil von maximal vier Minuten begnügen. Warum und weshalb eine so tolle Protagonisten keinen größeren Part bekommt, weiß sicher nur sie selbst.
Für mich betrachtet, ist es jedenfalls nicht nachvollziehbar!

CHAPPIE, Filmkritik

Fazit: Trotz aller und auch von mir beschriebener Kritik, ist CHAPPIE ein durchaus empfehlenswerter Film.

Denn vertraut man nur dem Trailer, in dem eine weitere hirnlose Hollywoodmaterialschlacht suggeriert wird, könnte das Urteil tatsächlich so ausfallen wie es die Mehrzahl der geschätzten Kollegen propagiert. Hat man allerdings Blomkamps frühere Filme im Hinterkopf, weiß der Kenner, dass wie immer viel kritischer Zeitgeist dahinter steckt – auch wenn sich jener diesmal etwas zu sehr hinter einem Blechpanzer verschanzt.

CHAPPIE, Bilder

CHAPPIE, Filmhandlung

Johannesburg in naher Zukunft. Die Stadt ist ein Moloch mit abnormal hoher Kriminalitätsrate…

Um dem entgegen zu wirken, setzt das Rüstungsunternhemen ‚Tetravaal‘ seine neuste Technologie, die ‚Scouts‘ ein. ‚Scouts‘ sind hochentwickelte Polizeiroboter die mit Menschen kooperieren können. So hofft man, die Verbrechensrate in kürzester Zeit erheblich zu senken.

Deren Erfinder ist der Ingenieur Deon Wilson (Dev Patel, u.a. SLUMDOG MILLIONÄR). Und Wilson hat bereits weiterführende Pläne. Er arbeitet an einem Prototyp eines Androiden, der nun über ein eigenes Bewusstsein verfügt. Die Softwareentwicklung scheint aber selbst Deons Chefin Michelle Bradley (Sigourney Weaver) zu risikobehaftet.

Sie untersagt die weitere Forschung…

Wilson unterläuft jedoch ihre Anordnung, indem er einen der Polizeiroboter (Sharlto Copley) entwendet. An dem namenlosen Prototypen will er sein Programm testen. Kurz nachdem die Software erfolgreich läuft, klauen die Kleinkriminellen Ninja (Ninja) und Yolandi (Yo-Landi Visser) den Androiden und geben ihm den Namen CHAPPIE.

Ihre Idee ist es, den Entwickler der Scouts zu entführen und ihn dazu zu zwingen, seine Roboter abzuschalten, damit sie ungestört ihren kriminellen Machenschaften nachgehen können…


Studio / Verleih / Bild-und Textnachweis: Sony Pictures Germany

CHAPPIE, 8.3 out of 10 based on 3 ratings

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