DOK LEIPZIG

DOK Leipzig
DOK Leipzig 2016
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Das INTERNATIONALE FESTIVAL FÜR DOKUMENTAR-UND ANIMATIONSFILM, kurz DOK Leipzig genannt, ist das weltweit älteste Kurzfilmfestival.

Als Initiative des „Club der Filmschaffenden der DDR“ ging es erstmals 1955 als Gesamtdeutsche Leipziger Woche für Kultur- und Dokumentarfilm an den Start und in der bewegten Geschichte des Festivals gab es bereits viele Umbrüche, die  jedoch mit einer beständigen Fortentwicklung einhergingen.

So führte z.B. 2004 der jetzige Direktor Claas Danielsen, seines Zeichen selbst Filmemacher, das Fortbildungsprogramm für Nachwuchs-Dokumentarfilmer „Discovery Campus e.V.“ und den speziellen Wettbewerb für den deutschen Dokumentarfilm ein.

DOK LEIPZIG ist inzwischen nach dem International Documentary Film Festival (IDFA) Amsterdam das zweitgrößte DOK-Filmfestival Europas.

Die Preisträger: DOK Leipzig 2009

Der Film SHANGHAI FICTION von Julia Albrecht und Busso von Müller gewinnt den mit 2000 Euro dotierten Dokumentarfilmpreis des „Goethe Instituts“. Der Film TRÄUME DER LAUSITZ von Bernhard Sallmann gewinnt den mit 4000 Euro dotierten Förderpreis der DEFA-Stiftung. Einer meiner ganz persönlichen Favoriten war Alexander Biedermann’s Film HACKER – PORTRÄT EINER GEGENKULTUR.

Die Preisträger: DOK Leipzig 2010

Mein persönlicher Favorit für 2010 ist die dänische Dokumentation ARMADILLO, welche jedoch nur außerhalb des Wettbewerb lief. Eine ausführliche Besprechung gibt es wie immer hier im Blog.

Die Preisträger: DOK Leipzig 2011

Die Preise des 54. Internationalen Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm sind vergeben. Die Goldenen Tauben 2011, im internationalen Dokumetarfilm-Wettbewerb, gehen nach Mexiko, Israel und Großbritannien. Den deutschen Wettbewerb gewann Katharina Pethke und ihre Dokumentation LOUSIAN – ein tiefsinniges Portrait einer starken Persönlichkeit: Louisa ist 23, gehörlos und ziemlich eigensinnig. Durch eine Operation könnte sie ihr Hörvermögen zurückerlangen. Aber will sie das überhaupt…?
(Meine persönlichen Favoriten: VIVAN LAS ANTIPODAS, WERDEN SIE DEUTSCHER

Die Preisträger: DOK Leipzig 2012

Und wieder geht eine Dokwoche der Superlativen zu ende. Erneut gab es einen Besucherrekord, weniger „super“ hingegen -aber alle Jahr wieder- war die Gestaltung des Programmheftes bzw. der übergroße Zuspruch, der oft nur aus organisatorischen Gründen und zwangsweise vor der verschlossenen Kinosaaltür ausgebremst wurde.

Ungeachtet dessen konnte Festivaldirektor Claas Danielsen auf der Abschlussveranstaltung im Centraltheater Leipzig wieder 16 Preise vergeben, die aus meiner und natürlich ganz persönlichen Sicht, mal mehr oder weniger gerechtfertigt schienen. Die „Goldene Taube“ ging an die Schwedin Tora Màrtens und ihren ziemlich inszenierten und Happy End-lastigen Film COLOMBIANOS – ein Porträt über eine Mutter und ihre beiden Söhne, die wohl unterschiedlicher nicht sein könnten.

Die Dokumentation SOFIA`S LAST AMBULANCE der Bulgarin Ilian Metev, welche die „Schnelle Medizinische Hilfe“ in ihrem Heimatland als ad absurdum schildert, bekam eine „Silberne Taube“.

Foto: engstfeldfilm

Von mir favorisierte Beiträge, zum Beispiel den von der Kölnerin Janina Jung, die mit ihrer Kurzmetrage BOUCHBENNERSCH OTTO die Lebensgeschichte eines Dorf-Außenseiters beschreibt oder David Sievekings liebenswert in Szene gesetzte Dokumentation VERGISS MEIN NICHT, die den Alzheimer-Krankheitsverlauf seiner einst politisch engagierten Mutter beinhaltet, wurden u.a. mit dem „Preis von ver.di“ bedacht.

Weniger im Rampenlicht stehend, dafür aber sowohl inhaltlich wie auch aussagekräftig umso wertvoller, blieb hingegen mein absoluter 2012er Dokumentarfilmbeitrag: Der Streifen CAMP 14 – TOTAL CONTROL ZONE von Marc Wiese.

CAMP 14 erzählt den in jeder Sekunde unbegreiflich erscheinenden und erschütternden Lebensweg des Nordkoreaners Shin Dong-Hyuk, der als Kind zweier Häftlinge in einem der menschenverachtenden und brutalen Nordkoreanischen Umerziehungslager geboren wird, dort aufwächst und dem es wohl wieder nur durch tragische Umstände gelingt, von dort zu fliehen.

Völlig traumatisiert lebt Shin Heute in Seoul, in Südkorea, hält kleine Vorträge auf Konferenzen in Genf oder an Universitäten in den USA und arbeitet gelegentlich mit der Menschenrechtsorganisation LINK zusammen, die durch Öffentlichkeitsarbeit versucht, auf die ständig durch Hunger, Schläge, Folter und Hinrichtungskommandos bedrohte Welt der Insassen dieser Lager aufmerksam zu machen…

Die Preisträger: DOK Leipzig 2013

Die Goldene Taube ging 2013 an Roberto Minervinis STOP THE POUNDING HEART. Der Filmemacher gibt darin Einblick in das ländliche Amerika, in die dortige Lebensweise und konnte durch seine wagemutige, unvoreingenommene Darstellung einer streng religiösen Familie die Jury überzeugen.

Eine weitere Goldene Taube erhielt unter anderen die fast etwas komödiantisch wirkende Dokumentation THE SPECIAL NEED von Carlo Zoratti, der in seinem Film die warmherzige Geschichte des autistischen 29jährigen Enea erzählt, der noch nie Sex hatte. Er sehnt sich nach einer Frau, die er lieben und begehren kann und die ihn ebenso liebt und begehrt. Zusammen mit seinen Freunden Carlo und Alex begibt er sich in THE SPECIAL NEED auf eine abenteuerliche Reise zum Liebesglück.

Einer meiner Favoriten, die Dokumentation LAND IN SICHT von Judith Keil und Antje Kruska, der durch feinen Humor und genaues Hinschauen ein facettenreiches Panorama über das Zusammenleben zwischen Deutschen und Migranten in einer deutschen Kleinstadt aufzeichnet, erhielt den Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts.

Die beiden absoluten, persönlichen Highlights aus dem Deutschen Wettbewerb, einmal die Dokumentation MASTER OF THE UNIVERSE, die erschreckend das Wirken eines ehemaligen deutschen Investmentbankers beschreibt und das sehr nachdenklich machende Werk DAS KALTE EISEN von Thomas Lauterbach, welches einen außergewöhnlichen Einblick in die kontroversen Perspektiven von Sportschützen, Jägern, Büchsenmachern und den Hinterbliebenden von Winnenden gibt, gingen zu meinem Bedauern leider „leer“ aus…


Studio / Verleih / Bild-und Textnachweis: DOK LEIPZIG (c), www.nato-leipzig.de, leipzig-seiten.de, mdr, leipzig.info, engstfeldfilm.de

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