EXODUS

EXODUS - GÖTTER UND KÖNIGE
Foto: 20th Century Fox
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Nachdem im Frühjahr 2014 Darren Aronofskys Bibeladaption NOAH das Licht der Leinwand erblickte, steht Ende des Jahres mit EXODUS – GÖTTER UND KÖNIGE (Originaltitel: Gods and Kings) der zweite biblische Monumentalfilm in den Startlöchern.

EXODUS – GÖTTER UND KÖNIGE

Das Exoduskapitel scheint demnach bei Filmemachern beliebt zu sein. Bereits die Regielegende Cecil B. DeMille verfilmte dieses Kapitel und man lese und staune – sogar zweimal. In seiner ersten Adaption DIE ZEHN GEBOTE, von 1956, spielte der nicht minder bekannte US-amerikanische Schauspieler und Bürgerrechtler Charlton Heston (u.a. BEN HUR) die Hauptrolle.

EXODUS – GÖTTER UND KÖNIGE 3D

Das wohl älteste Buch der Welt bekommt also einen weiteren Aufguss. Diesmal im zeitgemäßen 3D bzw. mit Christian Bale als Moses.

Foto: 20th Century Fox
Foto: 20th Century Fox

Zudem versucht sich 2014 der 77(!)- jährige Filmemacher Ridley Scott, ebenfalls ein Altmeister des großen Kinos, an dieser Thematik. Der Regisseur stellte in der Vergangenheit mit SciFi-Blockbustern wie ALIEN und PROMETHEUS – DUNKLE ZEICHEN äußerst erfolgreich sein Können unter Beweis.

Jedoch vermag der als Perfektionist bekannte Scott bei ganz irdischen oder historischen Filmstoffen ebenso zu gefallen. Ich denke da an den Thriller AMERICAN GANGSTER, den grandios gelungenen Film GLADIATOR (Russel Crow) oder an die Antischmuse-Neuauflage ROBIN HOOD von 2010. Dass dabei nicht jeder Film auch Garant für ein in finanzielles Highlight sein kann, versteht sich von selbst bzw. zeigte sich mit Ridley Scotts letztem Projekt.

THE COUNSELOR ist im Grunde nicht schlecht in Szene gesetzt und mit einem hervorragenden Cast besetzt (Michael Fassbender, Penélope Cruz, Cameron Diaz, Javier Bardem, Brad Pitt). Dennoch floppte der Action-Thriller an den Kinokassen.

EXODUS – GÖTTER UND KÖNIGE, Kinostart

Der Starttermin für den Film ist klug gewählt. Pünktlich zu den Weihnachstfeiertagen 2014, am 25. Dezember, kommt EXODUS – GÖTTER UND KÖNIGE in die Kinos.

EXODUS – GÖTTER UND KÖNIGE, BESETZUNG

Da wären Christian Bale: Er bewies mit seinen Rollen als moderner BATMAN, dem Maschinisten, und nicht zuletzt mit seiner bisher einzigen Oscar prämierten Rolle als gealterter Boxer in THE FIGHTER, dass er zu den begabtesten Darstellern dieser Generation gehört..

Weiterhin Joel Edgerton: Dem Australier gelang es mit seiner starken schauspielerischen Leistung in dem Sportdrama WARRIOR auf sich aufmerksam zu machen. Des weiteren konnte man ihn in einer Nebenrolle von Baz Luhrmanns Adaption von DER GROSSE GATSBY sehen.

Oder Ben Kingsley: Schauspiellegende Kingsley gewann mit seiner Darbietung als Ghandi im gleichnamigen Film seinen einzigen Oscar und glänzte auch in anderen Rollen wie bspw. In SCHINDLERS LISTE und DER MEDICUS.

Sowie Aaron Paul: Der wohl am besten als Jesse Pinkman aus der Serie BREAKING BAD bekannte Schauspieler hat mit EXOUDS – GÖTTER UND KÖNIGE eine seiner bisher größten Filmrollen. Mit dem mehrfachen Sieg des Emmy für BREAKING BAD bewies er sein Talent, doch ob er auch auf der großen Leinwand überzeugen kann – blieb abzuwarten.

EXODUS – GÖTTER UND KÖNIGE, Filmkritik

Die Geschichte ist bekanntermaßen das gleichnamige Exoduskapitel, in welchem Moses sein Volk aus Äqypten führt und somit von der tyrannischen Herrschaft des Pharaos Rames erlöst. Dies braucht natürlich etwas cineastische Spielzeit….So hatten in der Vergangenheit die Bibeldramen gern eine Lauflänge von über zweieinhalb Stunden. Auch Scotts Epos macht da mit 150 Minuten kaum einen Unterschied. Zweieinhalb Stunden sollten demnach ausreichen um eine Handlung komplett auszuerzählen – selbst dann, wenn diese biblische Ausmaße hat…

Bei einem Budget von 150 Millionen US-Dollar und einem Regisseur vom Schlage eines Ridley Scott fragt man sich, was schief gehen könnte…die traurige Antwort: -fast- alles! Dabei sah der erste Trailer zum Bibelepos visuell hervorragend aus, schürte hohe Erwartungen. Monumentales CGI und große Darstellernamen versprachen einen Triple A Blockbuster der Extraklasse. Leider konnte Ridley Scott davon nichts in einen ansehenswerten Einklang bringen – doch der Reihe nach:

Kritikpunkt Nummer 1: Neben einer generell zähen Handlung mit brachialem 3D, werden die Beweggründe für Moses religiöse Wandlung trotz „Zeit ohne Ende“ nur oberflächlich angeschnitten. Der biblische Gott wird gar durch ein seltsam aggressives Kind verkörpert – in meinen Augen eine Fehlentscheidung.

Kritikpunkt Nummer 2: An der nahezu komplett fehlenden Charakterisierung von Moses, trägt Christian Bale mit blutleeren, schläfrigem Schauspiel großen Anteil. Ebenso nicht ausgeschlossen ist davon die Schauspiellegende Ben Kingsley. Aaron Paul gar, bildet die unrühmliche Krönung des Ganzen.
Ja und selbst eine Sigourney Weaver, bekannt als die legendäre Ellen Ripley aus Ridley Scotts ALIEN, kann in ihrer -zugegeben- Nebenrolle nicht überzeugen. Oder kurz gefasst: Ben Kingsley – verschenkt, Aaron Paul – verschenkt, Sigourney Weaver – verschenkt wäre noch geschmeichelt.

Kritikpunkt Nummer 3: Im zweiten Viertel des Films tritt Moses zukünftige Frau ins Geschehen – was dann gleich an der Lächerlichkeit grenzt. Während weite Teile des Films stilistisch bewusst schmutzig und verkommen gehalten sind, um ein realistisches Bild der Zeit zu generieren, ist Moses Frau ein waschechtes Model (verkörpert von María Valverde). Dieses ist zwar schön anzuschauen, aber passt mit stets perfektem Haar, vollen Lippen und selbstverständlich niemals verwaschenem Makeup überhaupt nicht zum sinnbildlichen Armageddon.

Der vierte und zugleich größte Kritikpunkt bezieht sich auf die haarsträubenden bzw. inhaltsleeren Dialoge. Weder unterstützen sie die Handlung, noch bringen sie diese in irgendeiner Art voran…bestenfalls ist es unschön-schmückendes Beiwerk.

Alles gut? Alles CGI – oder was?

Wenn ich EXODUS – GÖTTER UND KÖNIGE überhaupt etwas Positives anrechnen kann, dann sind es die computergenerierten Spezialeffekte. Erwartungsgemäß wird der Zuschauer hier nicht enttäuscht. Die Optik des Films ist beeindruckend!

Besonders einprägsam werden die sieben biblischen Plagen gezeigt, die Gott über Äqypten herziehen lässt. Egal ob Wetterstürme oder eine gigantische Heuschreckenplage – die Spezialeffekte sind über jeden Zweifel erhaben.

Joel „WARRIOR“ Edgerton – auf der grossen Bühne

Ramses-Darsteller Joel Edgerton ist seit seiner herausragenden Performance in WARRIOR auch auf der großen Hollywood Bühne eine Hausnummer und spielt nun in EXODUS – GÖTTER UND KÖNIGE ebenso seine bis dato größte Rolle.
Diese weiß er entsprechend auszufüllen, auch wenn Edgerton für einen ägyptischen Pharao wohl über ein bisschen zu viel Muskelmasse verfügt…
Nichtsdestotrotz ist der Darsteller der zweite wie auch gleichzeitig letzte positive Aspekt in Ridley Scotts neustem Werk.

EXODUS – GÖTTER UND KÖNIGE, Bilder

EXODUS – GÖTTER UND KÖNIGE, Filminhalt

Die Verfilmung dreht sich um das gleichnamige alttestamentarische Kapitel, in welchem Moses sein Volk aus der ägyptischen Gefangenschaft befreit.

Dieser drohte dem Herrscher Ramses an, dass Gott sieben himmlische Plagen über ihn hereinbrechen lassen würde, wenn er sein Volk nicht ziehen lassen sollte.

Nachdem die Plagen eintreffen lässt er Moses ziehen. Auf seiner Flucht führt er sein Volk durch zahlreiche Gefahren, bei denen er unter anderem das Meer teilt um seinen Verfolgern zu entkommen und von Gott die zehn Gebote empfängt.


Studio / Verleih / Bild- und Textnachweis: 20th Century Fox

EXODUS, 6.7 out of 10 based on 15 ratings

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