ROBIN HOOD

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Wenn es darum geht einfach nur gut auszusehen da hat Sienna Miller die Nase vorn – pardon den Pfeil am Bogen. Und für Balthazar Getty (HERR DER FLIEGEN, LOST HIGHWAY) war die Hollywoodschönheit gar eine Sünde wert.

ROBIN HOOD (2010)

Jedoch nicht für Regisseur Ridley Scott und GLADIATOR- Mime Russell Crowe. Bei Beiden bekam Sienna Miller, die schon als Fotomodel für „Coca-Cola“ und den berühmten Pirelli-Kalender (2003) vor der Kamera stand und sich als Schauspielerin in CASANOVA sowie THE EDGE OF LOVE profilieren konnte, nicht den Hauch einer Chance.

Während des Casting für die ROBIN HOOD-Neuverfilmung äußerte sich Russell Crowe (44) gegenüber der Presse wie folgt: „Sienna Miller (27) sei zu jung für die Verkörperung der Lady Marian“. Und bei den Liebesszenen mit der schlanken Hollywoodschönheit würde er sich unwohl fühlen…könne sie nicht küssen.

Da sage ich nur: „Hut bzw. Bogen ab“ – vor so viel kollegialer Besorgnis und Selbstreflektion!

Ridley Scott hingegen störte das Partyimage der jungen Schauspielerin nicht. Da frage ich mich natürlich:“…kann diesen Männer geholfen werden?“ Und bin der Meinung: Sienna Miller ist eben eine Klasse für sich und die Stil-Ikone folgt mit ihren ausgefallenen Outfits weder Kleiderordnung noch Verhaltenscodex. Männer können sich bei ihr vielleicht viel, aber sicherlich nicht alles erlauben…

Aber „c’est la vie“ würde der Franzose sagen und so war die strahlende Gewinnerin im Besetzungsroulette die Charakterdarstellerin Cate Blanchett (ELISABETH). Sie konnte ihre Liebespfeile etwas zielsicherer gen Russell Crowe abschießen, denn jener sagte : „…das es für ihn kein Problem gäbe, seine australische Kollegin zu küssen.“

Tja, wer die Wahl hat, hat halt die Qual!

ROBIN HOOD

Nach dem kurzen Ausflug in die Hollywoodklatschpresse noch ein paar Fakten zu Ridley Scotts Neuverfilmung um den Held in Strumpfhosen: ROBIN HOOD.

Die ursprüngliche Film-Geschichte dürfte ja allen hinlänglich bekannt sein: Der untadelige Lord Locksley, alias „Robin Hood-Der Rächer mit dem Becher“, schart eine Hand voll Getreuer um sich, verzieht sich anschließend in den Wald, um von dort aus eifrig für die Rechte der Knechte, für seinen König und gegen den bösen Sheriff von Nottingham zu kämpfen. Die Nichte von König Löwenherz, Maid Marian Dubois, hat wiederum schnell das gute Herz von Robin erkannt und wie die Legende berichtet, sich daraufhin unsterblich in Robin Hood verliebt…

Alsbald verlässt Lady Marian die Zivilisation, lässt alles stehen und liegen und folgt nur dem Ruf des Herzens. Der führt sie weg vom kuscheligen Kamin ihrer Burg in den zugigen Blätterwald des Sherwood um gemeinsam mit Robin…na Ihr wisst schon!

Ridley Scott’s ROBIN HOOD

In den bisherigen Robin Hood-Filmen, u.a. ROBIN HOOD – KÖNIG DER DIEBE mit Kevin Costner, Alan Rickman, Morgan Freeman sowie in der weiblichen Hauptrolle Mary Elizabeth Mastrantonio, wurde der Held aus dem Sherwood immer als Herzenbrecher und eher friedlicher Rebell dargestellt. Nicht so in der 2010 Neuverfilmung!

Darin kommt zwar die Liebe und sogar die Erotik gleichfalls nicht zu kurz, aber diesmal geht es wesentlich handgreiflicher und realistisch-brutaler im Kampf um die Gerechtigkeit zur Sache. Ja, man(n) hat fast das Gefühl, dass es Russell Crowe förmlich nach der nächsten, blutigen Schlacht dürstet.

Ridley Scott widmet sich zudem aus einer anderen Sichtweise der bekannten Charaktere des Sheriff von Nottingham. Nicht jener ist diesmal des „Hasen Tod“, sondern in Persona der König von England. Dreh und Angelpunkt der Handlung bleibt aber weiterhin die Grafschaft Nottingham. Deshalb lautete der ursprüngliche Arbeitstitel zum Epos auch NOTTINGHAM und nicht wie endgülig bzw. erneut: ROBIN HOOD.

Zudem weist diese ROBIN HOOD -Version keinen Soundtrack auf, der im Vergleich zu Costners Film und mit Bryan Adams Titelsong „Everything I Do“ einen entspannten Famlienkinoabend garantiert. Er folgt der härteren Filmhandlung  sozusagen auf den Punkt und hat durchaus das Zeug zum Filmmusik-Klassiker. ROBIN HOOD ist also insgesamt ein überhaupt nicht kuschliger, sondern vielmehr ein grimmiger Film über schlimme Zeiten und schon der Trailer zeigt überwiegend martialische Bilder, die Scott’s GLADIATOR dagegen harmlos wirken lassen.

ROBIN HOOD, Filmkritik

Regisseur Ridley Scott (u.a. HANNIBAL, PROMETHEUS) ist unbestritten ein Garant für gute Actionfilme.

Wie schon bei GLADIATOR beleben das Dreamteam Crowe und Scott ein verschwunden geglaubtes Genre und bringen eine Legende mit eindrucksvoller Härte auf die Leinwand zurück. Russell Crowe (AMERICAN GANGSTER), das charmante Raubein, hat zudem mit Cate Blanchett (ELISABETH : DAS GOLDENE KÖNIGREICH) eine mehr als ebenbürtige Filmpartnerin zur Seite.

Fazit: Damit entstand ein ROBIN HOOD, der realistischer, leidenschaftlicher und actionreicher nicht sein könnte. Ein mittelalterlicher Thriller, eine faszinierende Liebesgeschichte und ein mitreißendes Abenteuerepos – einfach für diese Art von Filmen grandios gemacht!!

ROBIN HOOD, Filminhalt

Im Jahr 1199 stirbt der englische Herrscher Richard Löwenherz bei der Belagerung einer Burg in Frankreich. Daraufhin wird eine Vorhut in Marsch gesetzt, die Krone und Nachricht nach England bringen soll. Doch sie wird von den Truppen des französischen Königs Philipp gestellt und bis auf weniger Männer niedegemetzelt.

Versprengtes, englisches Fußvolk vertreibt schließlich die Franzosen, nimmt die Krone wieder in Besitz und beschließt, sich auf die Schnelle mal gleich selbst zu adeln. „Was unterscheidet einen noblen Ritter vom gemeinen Soldaten?“, fragt Robin Longstride (Russell Crowe), ein einfacher Bogenschütze im Heer seiner Majestät. „Nichts als die Rüstung!“

So schlüpft „Robin Hood“ in die Identität des getötete Edelmanns Sir Robert Loxley (Douglas Hodge) und gibt sich fortan als dieser aus…

Und selbst Lady Marion Loxley (Cate Blanchett), die von ihrem Vater Walter (Max von Sydow) gedrängt wird, ihn, Robin Longstride, als ihren heimgekehrten Ehemann auszugeben, kann sich dem Spiel um Macht, Intrigen nicht widersetzen.

Erst ganz am Ende des neu erzählten Historien-Epos kristallisiert sich dann die bekannte Figur des „Robin Hood“ heraus. Jenem Phantasie-Helden, der nicht nur frech das Gold der Aristokraten mopste, sondern vor allem Gerechtigkeit wollte!

Geht man davon aus, dass es sich somit um den Ursprung der Saga handelt, dürfte fast anzunehmen sein, dass es in den kommenden Jahren und wenn es die Gesundheit des Hollywoodurgesteins Ridley Scott (73) zulässt, eine Sequel folgen könnte…!


Studio / Verleih / Bild-und Textnachweis: Universal Studios

ROBIN HOOD, 8.2 out of 10 based on 13 ratings

8 Kommentare zu ROBIN HOOD

  1. zum thema sienna miller – „c’est la vie“ würden die franzosen sagen ;) ansonsten freue ich mich auf ein weiteres spektakel von scott, auch wenn es schon ein wenig an gladiator erinnert.

  2. Ridley Scott war nicht Regisseur von DIE INSEL! Michael Bay wars, und den kann keiner toppen bzgl. Actionfilme ;)

  3. Der war bei weitem nicht so gut, wie der Robin Hood mit Kevin Costner. Es ist zwar die Vorgeschichte, aber insgesamt war der nicht wirklich gut gemacht.

  4. Der Film war sehr gut, wenn auch die Aufmachung des Film stark an Gladiator erinnert hat …

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