ELISABETH

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Bereits 1998 brachte der indische Regisseur und Schauspieler Shekhar Kapurden die historisch bzw. geschichtlich nicht ganz korrekte Verfilmung ELISABETH – KÖNIGIN VON ENGLAND, mit der großartigen Schauspielerin Cate Blanchett in der Hauptrolle, in die Kinos.

ELISABETH – DAS GOLDENE KÖNIGREICH

Fast zehn Jahre später versucht Kapurden (DIE VIER FEDERN) mit der Fortsetzung ELISABETH – DAS GOLDENE KÖNIGREICH (Originaltitel: ELISABETH – THE GOLDEN AGE) an die Geschichte anzuknüpfen und die Zeichen mehren sich sogar, dass daraus (wieder zehn Jahre später) eine Triologie werden könnte…

ELISABETH

Als eine direkte Fortsetzung der Geschichte über das englische Königshaus ist der Film ELISABETH – DAS GOLDENE KÖNIGREICH dennoch nicht anzusehen.

Zwar beinhaltet der erste Teil nur die Mädchenjahren der Königin, während jenen sie nach dem Tod ihrer Halbschwester Maria I. gekrönt wird und ELISABETH – KÖNIGIN VON ENGLAND endet auch fünf Jahre nach ihrer Herrschaftsübernahme bzw. kurz nachdem Elisabeth verkündet „sie sei mit England vermählt“ – dennoch ist bis zu Kapurdens ELISABETH noch viel Zeitgeschichtliches geschehen – was sich ggf. der Zuschauer anlesen müsste.

Elisabeth I. – Königin von England

Elisabeth I. (1558–1603), gleichfalls bekannt unter den Namen „The Virgin Queen“ oder „The Maiden Queen“ („Die jungfräuliche Königin“) regierte England und Irland von 1558 bis 1603.

Es war Francis Bacon zudem ein Zeitalter der modernen Wissenschaften und eine Zeit, in der viele Werke William Shakespeares entstanden. Außerdem war es eine Epoche der großen Weltumsegler (Francis Drake) und der Eroberungen neuer Ländereien für England.

So gründete im Zuge dieser Aktivitäten zum Beispiel Francis Drake die erste Kolonie für sein Heimatland und nannte diese zu Ehren „seiner Königin“: Virginia!

ELISABETH, Filmkritik

Wie schon mit dem ersten Teil, ELISABETH – KÖNIGIN VON ENGLAND, ist mit ELISABETH – DAS GOLDENE KÖNIGREICH wieder ein Film mit viel Liebe zum Detail entstanden.

Besonders bewegend und sehr gut dargestellt ist der familiäre Gewissenskonflikt,  in den Elisabeth durch die Hinrichtung ihrer Halbschwester gerät. Sie wird augenscheinlich zwischen der (un)vermeidlich, notwendigen Tötung Marias und den vordergründig, wichtigeren Staatsinteressen regelrecht selisch zerrissen. Am Ende ist jedoch gerade der tiefe, emotionale Fall das, was ihr die Kraft gibt, sich gegen die bedrohliche Macht der Spanier zu wehren.

Und wie gesagt, besonders diese emotionalen Szenen, lassen ihre Lebensgeschichte damit selbst in der Gegenwart anschaulich und lebendig erscheinen.

Neben dieser überzeugenden, schauspielerischen Leistung von der erneut überragend spielenden Cate Blanchett, ist auch die gelungene und fast detailversessene Kameraarbeit zu erwähnen. Jene brilliert insbesonder durch eine Kamerafahrt auf der Krone Elisabeths und weiß auch sonst bildgewaltig zu überzeugen.

Wer jedoch großen Wert auf historisch, exakte Fakten legt, wird analog zum ersten Teil, nicht ganz glücklich werden.

So wird die Hinrichtungsszene in ELISABETH in das schottische Schloss Eilean Donan (bekannt aus den HIGHLANDER-Verfilmungen) transferiert, in dem Maria Stuart zwar als Gefangene festsaß, jedoch nicht geköpft wurde. Die eigentliche Enthauptung fand im Schloss Fotheringhay Castle, in Northamptonshire statt.

Fazit: Wenn der Zuschauer diesbezüglich mal ein Auge zudrücken kann, dann ist das Historien-Drama ELISABETH eine rundum gelungene Verfilmung der englischen-hochherrschaftlichen aber eben auch oft gewaltätigen Königsdynastie.

ELISABETH, Filminhalt

Foto: Universal Studios

Wie bereits erwähnt, spielte die stets etwas kühl und herb wirkende Cate Blanchett (u.a. BABEL, DER HOBBIT) schon einmal den Part der Königin. Und damals wie hier, kann man sich nur schwerlich ihrer Faszination, der verkörperten Autorität, entziehen.

Ja es scheint fast so, als sei ihr die Rolle regelrecht auf den Leib geschrieben worden. Unterstützt wird das Szenario von Clive Owen (als Walter Raleigh), der offensichtlich die Adaption zu Francis Drake, dem tollkühnen Seefahrer und gleichzeitig nicht unumstrittenen Piraten ihrer Majestät, darstellt.

In einer weiteren Rolle, als Elisabeths Berater, ist der charismatische Sir Francis Walsingham (Geoffrey Rush, u.a. FLUCH DER KARIBIK, KING’S SPEECH) zu sehen. Dieser wird im Verlaufe der Geschichte, im Glaubenskrieg zwischen Katholiken und Protestanten, in eine gewisse Opferrolle hineingezwängt und muß sich zwischen der Loyalität zu seiner Regentin und der Liebe zum Bruder entscheiden…

Maria Stuart hingegen wird von Samantha Morton (u.a. MINORITY REPORT) verkörpert. Ihr kommt eine ganz besondere, tragische Rolle zu. Nachdem sie sich im Intrigenspiel der Spanier hoffnungslos verfangen hat, muß sie ihre Herrschaftsgelüsten, bekanntermaßen und auf Drängen der Berater des königlichen Hofes, mit dem Leben bezahlen…


Studio / Verleih / Bild- und Textnachweis: Universal Studios

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