CARAMEL

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Eine Komödie über fünf lebenslustige Freundinnen bzw. über deren oft nicht wirklich witzigen Alltag und die ewigen Sehnsüchte ihres Lebens.

CARAMEL

Die libanesische Filmemacherin Nadine Labaki übernahm in CARAMEL (Originaltitel: Sukkar Banat) nicht nur die Regie, sondern spielt zudem den Part der Christin Layale. Darüber hinaus kann der Film durchaus, ob nun gewollt oder nicht, als kleines Pendant zu der amerikanischen HBO-Serie SEX AND THE CITY gelten. Auch in CARAMEL dreht sich alles um junge Frauen und deren Lebensgeschichte.

CARAMEL vs. SEX AND THE CITY

So geht es in CARAMEL um Probleme mit der Männerwelt, um Erotik, eine Hochzeit mit kleinen aber pikanten Hindernissen, dem frommen Wunsch „des nicht älter werden Wollens“, Fragen des täglichen Outfits und natürlich um den erstrebten Erfolge im Beruf. Und was im Vergleich zur HBO-Serie ebenso prägnant erscheint, ist die augenscheinliche Attraktivität der Frauen, die sich somit in keinster Weise hinter besagter Samatha, Carrie, Charlotte sowie Miranda verstecken brauchen.

Dennoch gibt es einen und wichtigen Unterschied. In CARAMEL ist im Gegensatz zu SEX AND THE CITY alles etwas bescheidener, leiser und differenzierter dargestellt – hat also nichts mit der immer heilen und oft überdrehten Welt von SEX AND THE CITY gemein. Kein Wunder, denn der Film spielt im Krisengbiet Libanon, genauer in Beirut und nicht in der Glitzermetropole New York.

Vielleicht mag es somit etwas verwunderlich erscheinen, trotzdem gewisse Vergleiche ziehen zu wollen, doch genau darin liegt das Besondere und Spannende für mich. Wärend es auf der einen Seite ziemlich an der Realität vorbei nur um die pure Vergnügungssucht geht wird auf der Anderen alles weniger durchgestylt und cosmopolit gezeigt, ist es ehrlicher und damit in vielerlei Hinsicht ansehenswerter…!

CARAMEL, Filmkritik

Nadine Labaki arbeitete bislang ausschließlich für die arabische Musikvideo-Industrie, die dem Genre entsprechend analog zu den großen Hollywoodproduktionen mehr dem Schein als dem Sein verplichtet ist. So ist es umso bemerkenswert, dass sich die Filmemacherin mit CARAMEL von diesem Image völlig lösen konnte und damit selbst in der westlichen Kinowelt sogar einen beachtlichen Erfolg erzielte. Nicht nur das die französisch-libanesischen Produktion in dem Heimatland alle bisherigen Verkaufsrekorde an den Kinokassen brach, auch in Cannes 2007 wurde CARAMEL zum großer Publikumserfolg…

Gespickt mit gezieltem Wortwitz, der ganz ohne Pathos auskommt, ist CARAMEL zwareine klassische Komödie, glänzt aber im Gegensatz zum gewissen „Vorbild“ nicht nur mit äußerem Schein, sondern vielmehr mit cineastischem Tiefgang!!

Anmerkung: Das namensgebende CARAMEL ist im ursprünglichen Sinne als Süßspeise bekannt. Was ich bisher aber nicht wusste ist die Tatsache, dass Karamell ebenso in der orientalischen Kosmetik Verwendung findet. In einer bestimmten Konsistenz vorhanden, wird es bei der Körperhaarentfernung eingesetzt.

Demzufolge wird in Christin’s Beautyoase mit viel südlichem Temperament über die Liebe, das Leben und über diverse Epiliermethoden philosophiert bzw. dann auch gehandelt. Und dabei wiederum kann der Zuschauer fast authentisch nachvollziiieh-en, was es heißt, der Schönheit wegen „wie ein Hund“  zu leiden…

CARAMEL, Filminhalt

Die bildhübsche Christin (Nadine Labaki) betreibt  zusammen mit ihren drei Freundinnen in Beirut einen Schönheitssalon.

Die Männerwelt und da speziell der junge Polizist Youssef (Adel Karam), der sie aufmerksam und regelmäßig mit Strafzetteln für kleinere Verkehrswidrigkeiten versorgt, liegt ihr regelrecht zu Füßen. Doch Christin hat sich in einen anderen, einen verheirateten Mann verliebt…

Zur gleichen Zeit steht die Hochzeit ihrer Freundin Nisrine (Yasmine Elmasri) ins Haus. Diese ist allerdings keine Jungfrau mehr – ein Umstand, der im arabischen Kulturkreis nach Möglichkeit wieder „korrigiert“ werden muß…

Rima (Joanna Moukarzel) hingegen, ist gleichfalls verliebt – jedoch in eine Frau. Und ihre Welt erfordert ebenfalls ein besonderes Maß an Fingerspitzengefühl…

Ganz andere Probleme hat Jamale (Gisèle Aouad). Sie hat ständig Angst vor dem Älterwerden. Dabei schlägt sie sich beruflich tapfer und mit viel Selbstironie durch diversen Casting-Shows. Doch der ungleiche Kampf um die begehrte Jobs mit den viel jüngeren Konkurrentinnen, lässt Jamale eher „alt aussehen“…

Damit wäre der Konstellation zumindest zahlenmäßig zu Carrie & Co identisch…

Aber in CARAMEL gibt es noch eine Fünfte im Bunde: Es ist die 65-jährige Rose (Sihame Haddad). Sie pflegt liebevoll und aufopfernd ihre demenzkranke Schwester Lili (Aziza Semaan) und sie wiederum, kann ihre große Liebe -zum Gentleman Charles (Dimitri Staneofski)- nicht mehr leben, denn Lili verliert sich  immer mehr in der Scheinwelt…


Studio / Verleih / Bild-und Textnachweis: Alamode (24 Bilder), Les Films des Tournelles

CARAMEL , 9.4 out of 10 based on 8 ratings

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