DER TURM

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Uwe Tellkamp’s Romanverfilmung DER TURM, unter der Regie von Christian Schwochow.

DER TURM – alles nur geklaut?

Der von Plagiatsvorwürfen geplagte Schriftsteller Uwe Tellkamp teilte gegenüber der Presse mit, dass die Verfilmung seines Bestsellers DER TURM ausschließlich für das Fensehen bzw. das Home-Entertainment produziert wurde. Ab dem 05. Oktober 2012 gibt es zum ARD-Zweiteiler ein DVD und Blu ray-Release im Handel zu kaufen.

Im Jahr 2013 stand zudem die Aussagen des Verlags des Schriftstellers Jens Wonneberger zur Debatte, in der behauptet wird, dass Tellkamp in seinem Roman „Der Turm“ Textpassagen aus Wonneberger’s frühem Werk „Die letzten Mohikaner“ verwendet hat…

Gleichzeitig gab dann Wonneberger bekannt, dass er trotzdem keine persönlichen und rechtlichen Schritte gegen Tellkamp unternehmen wird…

Uwe Tellkamp

Autor Uwe Tellkamp, 1968 in Dresden geboren, bekam für den 2008 beim Suhrkamp-Verlag erschienenen Roman schon zahlreiche Auszeichnungen (u.a. Deutscher Buchpreis, Deutscher Nationalpreis).

In einem Interview mit dem MDR-Kultursenders FIGARO ließ Tellkamp im Dezember 2009 verlauten, dass DER TURM nur ein Teil eines umfassenden Projekts ist und er an einer Fortsetzung schreibt, die sich mit der Zeit nach der Wende auseinandersetzt.

Als Sohn eines Arztes verplichtete sich Tellkamp nach dem Abitur zu einem dreijährigen Dienst bei der NVA, um sein Medizinstudium absolvieren zu können. Bereits lange vor den Oktoberereignissen in der DDR war er im Visier der Staatssicherheit. Der Vorwurf: Sogenannte Diversantentätigkeit und damit „politisch auffällig“.

Ungeachtet dessen blieb Tellkamp jedoch bis 1989 in der Nationalen Volksarmee (NVA) Unteroffizier. Als der Befehl kam, dass seine Einheit gegen Oppositionelle ausrücken sollte und er darunter auch seinen Bruder vermutete, verweigerte Tellkamp den Befehl…

Daraufhin wird er inhaftiert und muss sich nach Verbüßung der Strafe mit allerlei Gelegenheitsjobs durch’s Leben schlagen. Sein anvisiertes Medizinstudium konnte er erst nach dem Ende der DDR aufnehmen. Den Beruf des Arztes gibt Tellkamp 2004 zugunsten der schriftstellerischen Arbeit auf.

DER TURM – das Buch

Demokratisch und frei leben wollen alle Menschen in diesem außergewöhnlichen und intensiven Roman.

Doch nichts scheint darin und wie im real exestierenden Sozialismus unmöglicher zu sein, als jene angestrebte Freiheit tatsächlich leben zu können! Denn obwohl die DDR 1989 längst ein Land war, das vom eigenen, real existierenden Sozialismus eingeholt wurde und das Wort Demokratie nur zum Schein in der Bezeichnung führte, gängelte es bis zum unvermeidlichen Ende seine Bürger und presste diese in vorgefertigte, gesellschaftliche Rahmen!

Damit beinhaltet DER TURM viele autobiographische Züge seines Autors.

So spielt der Roman in der Geburtsstadt von Uwe Tellkamp und der darin vorkommende Chirurg Richard Hoffmann wird wegen eines außerehelichen Kindes durch die Stasi ebenso erpresst, wie einst Tellkam’s Vater. Desweiteren gibt es durchaus Parallelen zur Romanfigur Christian, dessen Sohn auf ein Medizinstudium hofft, sich jedoch „freiwillig“ zur NVA verpflichten muss, um an den begeehrten Hochschulplatz zu kommen.

Gleichfalls endet auch dessen Weg am Ende als Strafgefangener an den Öfen des Chemiewerks. Nicht zu vergessen, der Schriftsteller Meno Rohde. Der glaubt in seinem Moskauer Exil, durch geschicktes Taktieren mit den Mächtigen des Lande eine Nische zu finden, die ihm die Freiheit für seine Arbeit gibt – die er so dringend braucht…

DER TURM – der Film

Schon beim Schreiben des preisgekrönten Buches hatte Uwe Tellkamp die Vision, dass es um die Geschichte des Untergangs der DDR eine Verfilmung geben könnte.

Anfang 2009 erwarben die Teamworx-Produzenten Christian Granderath und Nico Hofmann die Rechte dazu. Als Produktionspartner wurden der Westdeutsche Rundfunk und der Mitteldeutsche Rundfunk gewonnen. Das Drehbuch zum Film DER TURM schrieb Thomas Kirchner, der schon für die Produktion VOM GLÜCK NUR EIN SCHATTEN verantwortlich zeichnete.

Für das Projekt wurden über 500 Männer und Frauen für Komparsenrollen gesucht, die optisch in die DDR der 80er Jahre passten und im Herbst 2011 entstand -wie gesagt- unter der Regie von Christian Schwochow (u.a. NOVEMBERKIND, WESTEN) in Sachsens Landeshauptstadt und Umgebung dieser Film.

DER TURM, Bilder

DER TURM, Filminhalt

Der erfolgreiche Chirurg Richard Hoffmann (Jan Josef Liefers) hofft, Nachfolger des Klinikchefs zu werden. Doch eine Affäre mit der Sekretärin Josta Fischer (Nadja Uhl), mit der er eine Tochter hat, wird ihm zum Verhängnis. Richards Frau Anne (Claudia Michelsen) und sein Sohn Christian (Sebastian Urzendowsky) ahnen nichts von Richards Doppelleben.

Christian soll in die Fußstapfen seines Vaters treten, dessen überhöhte Erwartungen an ihn zu einem entfremdeten Verhältnis führen.

Um einen Studienplatz für Medizin zu erlangen, ist Christian gezwungen, den „freiwilligen“ Wehrdienst in der Nationalen Volksarmee abzuleisten. In der NVA hält er den Druck nicht aus, beschimpft das „Scheiß-System“ und kommt ins Gefängnis. Wieder zu Hause, erlebt er, dass sich die Stimmung im Land gewandelt hat. Die Beziehung seiner Eltern ist zerrüttet und etliche Bekannte haben sich der Oppositionsbewegung angeschlossen.


Studio / Verleih / Bild-und Textnachweis: Universum Film, Suhrkamp-Verlag, Wikipedia

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