THE FUTURE

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Wer eine Katze hat, braucht das Alleinsein nicht fürchten!

In dem Drama THE FUTURE spricht eine Katze als Erzählerin im „off“ und mit knarzigem Ton zu den Zuschauern…

THE FUTURE

Der britische „Guardian“ schrieb über die amerikanische Künstlerin, Regisseurin, Schauspielerin, Musikerin und Schriftstellerin Miranda July: „Sie sei eine der Glücklichen, die alles können…“ Gesagt, getan: Mit THE FUTURE präsentiert die 36-jährige, erfolgreiche und exzentrische Miranda July, deren Arbeiten im „Museum of Modern Art“ sowie dem „Guggenheim Museum“ gezeigt werden, ihren zweiten Kinofilm.

Miranda July – eine tröstliche Form von komplettem Irrsinn

Bekannt wurde die 1974 in der Bergarbeiterstadt Barre, im US-Bundesstaat Vermont geborene Miranda Jennifer Grossinger (ihr bürgerlicher Name), die dazu auffordert, dass Leben als Kunstwerk zu betrachten, als eine wirklich vielseitige Frau: So studierte July in Portland und Oregon Kunst und stellte zusammen mit dem Künstler Harrell Fletcher, zum Beispiel auch eine Website mit dem Titel „learningtoloveyoumore.com“ ins World Wide Web.

Darin wurden Vorschläge gesammelt, wie man sich selbst und sein Leben zu lieben oder wenigstens besser auszuhalten lernt. Die im Blogger-Stil eingereichten Wortmeldungen und Bilder reichen von der Thematik: „Schreibe eine Presseerklärung zu einem alltäglichen Ereignis“ über „Fotografiere mit einem Blitz unter deiner Bettdecke“ bis hin zu „Mache eine Kunstausstellung im Haus deiner Eltern“.

Aus Letzterem entstand ein Sammelsurium von teils großartigen Texten und manchmal auch sehr kitschigen Bildern, die zeigen, was passiert, wenn Leute ihr Leben für einen Moment zum Kunstwerk umbauen oder wenigstens als Kunst betrachten…

Miranda July – im Kino

Vor ca. 10 Jahren zeigte Miranda July ihre ersten Performances und Videos.

Sofort hieß es von Seiten der Kritiker, sie ist eine außerordentlich begabte Künstlerin, von der noch viel zu erwarten sei. Die Leute, die das schrieben, dachten dabei vermutlich an weitere Performances und Videos…

In der Kinowelt gab sie 2005 mit dem in Cannes ausgezeichneten Film ICH UND DU UND ALLE DIE WIR KENNEN (Originaltitel: Me And You And Everyone We Know), worin die skurrile wie tragisch-komische Geschichte eines verzweifelten Schuhverkäufers, dessen Ehe kaputtgegangen ist erzählt wird, ihr Debüt auf der großen Leinwand.

2007 erschien ihr erster Erzählband ZEHN WAHRHEITEN (im Original No One Belongs Here More Than You), den die „New York Times“ gar als eines der besten Bücher des Jahres erkor. Das Buch gewann den „Frank O’Connor International Short Story Award“ und erschien in zwanzig Sprachen. Obendrein schreibt Miranda July auch für Magazine wie „The New Yorker“ oder „The Paris Review“.

THE FUTURE, Bilder

THE FUTURE, Filminhalt

Sophie (Miranda July, JESUS’S SON) und Jason (Hamish Linklater, u.a. HBO-Serie LIVE AUS BAGDAD), Anfang 30, finden auf der Straße eine verletzte Katze, die sie zum Tierarzt bringen. Nach erfolgreicher Behandlung muss das Tier noch eine 30-Tage-Quarantäne-Frist im Tierheim absitzen und hofft darauf, am Ende von seinen Rettern adoptiert zu werden.

Aber Sophie und Jason haben ganz andere Probleme. Normalerweise denken Paare in diesem Alter über Kinder nach – jedoch nicht die Beiden. Sie sind vom Leben angewidert, und es droht in einer lieblosen, eintönigen -sprich öden Beziehung- zu versinken. Fast permanent hocken Sophie und Jason in einer mickrigen Einzimmerwohnung in Silverlake aufeinander.

Die junge Frau gibt hier ab und zu Tanzstunden, während er seine Zeit mit einem (bl)öden Job im Internet verschwendet.

Die letzte Hoffnung der frustrierten Sinnsuchenden scheint eine gemeinsame Aufgabe zu sein: Die Adoption von Paw Paw (Name der Katze)! Doch angesichts des bevorstehenden “Eltern-Glücks“ macht sich auch Angst breit, dass ein so labiles, krankes Kätzchen, welches rund um die Uhr nach Aufmerksam schreit, ihr bisher doch relativ freies Leben in Gefahr bringen könnte.

Aus der „Not“ heraus fassen sie einen Entschluss: Beide schmeißen ihre Jobs, wollen das Leben neu ordnen und beschließen all das zu tun, was sie schon immer machen wollten: Jason übernimmt Verantwortung für die Umwelt und Sophie arbeitet an einer Tanz-Choreografie, welche sie schon lange beschäftigt.

Die letzten 30 Tage „Freiheit“ bekommen jedoch ganz schnell eine ganz eigene Dynamik: Bei einem Besuch von Paw Paw im Tierheim trifft Sophie auf Marshall, einen 55-jährigen Mann, mit dem sie eine heftige Affäre beginnt.

Er lebt in einer Art Vorort-Spießer-Kosmos mit Nippes-Nilpferden, geschmacklosen Vasen und plüschigen Sofas. Im Grunde fühlt sich Sophie völlig fehl am Platze, trotzdem schläft sie mit ihm. Dabei beobachtet sie sich verwundert selbst – wie eine Außenstehende, die nicht glauben mag, was sie da gerade macht.

Während Sophies Leben also zwischen zwei vollkommen gegensätzlichen Realitäten zu pendeln beginnt, scheint Jasons Leben im Gegenzug zu verharren, und im Tierheim wartet Paw Paw – die Katze…


Studio / Verleih / Bild-und Textnachweis: Razor Film Produktion, Alamode, brittdunse.de

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