TORTUGA

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Der Naturfilm TORTUGA – DIE UNGLAUBLICHE REISE DER MEERESSCHILDKRÖTE (Originaltitel: The Incredible Journey) des englischen Biologen und Regisseurs Nick Stringer ( THE BODY SNATCHERS) nimmt uns auf eine faszinierende Reise mit, die in die unendlichen Tiefen der Meere führt.

TORTUGA – DIE UNGLAUBLICHE REISE DER MEERESSCHILDKRÖTE

Doch als Protagonist spielt diesmal keine vermeintliche Hollywoogröße die Hauptrolle, sondern eine zwar kleine aber groß beeindruckende Meeresschildkröte.

TORTUGA

Tortuga ist die spanische Bezeichnung für „Schildköte“ und gleichzeitig der Name einer Insel im Norden Haitis. Diese galt in der Vergangenheit als berühmt-berüchtigter Piratenstützpunkt und fand somit bereits Erwähnung in der Literatur sowie in anderen, diversen Kinofilmen.

Und ob nun Freibeuter der Meere oder Nomaden der Lüfte, Wanderer in den Welten sind sie irgendwie alle. Aber noch etwas haben sie gemeinsam: Ob Zugvögel in der Tierdokumentation NOMADEN DER LÜFTE tausende Kilometer zu ihren Winterquartieren ziehen, Königspinguine in dem Film DIE REISE DER PINGUINE tapfer durch die Polarstürme marschieren oder ob in TORTUGA Meeresschilkröten um ihr Leben schwimmen – sie alle übertreffen im Vergleich gesehen locker jede physische und  psychische Leistung eines Extremsportlers…

TORTUGA, Filmkritik

Da stellt sich als Erstes die Frage: Was möchte der Regisseur Nick Stringerer mit TORTUGA beim Zuschauer erreichen? Möchte er wissentschaftlich informieren oder in erster Linie kurzweilig unterhalten?

Und das Urteil lautet in diesem Zusammenhang eher vernichtend. Selbst die Vermischung von Fakten und Fiktionen ist aus meiner Sicht in TORTUGA nicht gelungen!

So möchte der Filmemacher zum Beispiel dem Kinopublikum glaubhaft machen, dass jahrelang EINE (die kleine) Meeresschildkröte beobachtet wurde. Dabei ist es nur zu logisch, dass es sich einfach nicht ein und dieselbe Schildkröte handeln – kann. Dementsprechend nervend ist also, dass immer von der „kleinen Meeresschildkröte“ geredet wird…!

Und in diesem Zusammenhang ebenso unpassend – die Kommentare der deutsche Synchronsprecherin Hannelore Elsner: Mit der Stimme eines aufgeregten Kindes und gesprochen ohne Punkt und Komma, hätte ich sie am liebsten im Meer versenkt…

Fazit: TORTUGA ist maximal für die Generation im Vorschulalter ansehenswert. Obwohl der Film diesbezüglich durchaus über bekannte Hollywood- und Disneyproduktionen hinausgeht, bleibt es eine eher oberflächliche Dokumentation, die bestenfalls durch ein kindgerechtes Sensibilisierungsvermögen für die Tierwelt punkten kann.

TORTUGA, Filminhalt

Die Unechte Karettschildkröte ist ein wahrer Marathonschwimmer.

Ihre Reise beginnt nach der Geburt, bei der sie kaum größer als eine Kinderhand sind, in Florida. Von dort folgen die Karettschidkröten dem Golfstrom, welcher sie über die Arktis bis nach Afrika führt. Und wenn sie vor Kraftanstrengung und Krankheiten nicht gestorben bzw. ihren Fressfeinden zum Opfer gefallen sind, kehren sie nach sage und schreibe fünfundzwanzig Jahren Reisezeit an den Heimatstrand zurück.

Doch nur einem von zigtausend Tieren ist das vergönnt und trotzdem und seit nunmehr 200 Millionen Jahren nehmen diese Geschöpfe nur um ihrer Fortpflanzung willen, die fast 10.000 Kilometer lange und mehr als beschwerliche Route auf sich.

Es ist -wie gesagt eine Reise- mit unglaublichen Strapazen. Erstmals wurden die Tiere dabei mit der Cineflex-Gimble-Kameratechnik begleitet. Das ermöglichte faszinierende Überblickaufnahmen aus der Vogelperspektive und auch Unterwasser arbeiteten die Kameraleute mit neuster HD-Aufnahmetechnik.

So erleben wir für wahr ein maritimes Wunder, das nachdrücklich für mehr Respekt vor der Artenvielfalt und für den Erhalt der irdischen Ressourcen wirbt. Denn nicht nur die Naturgewalten, sondern insbesondere der Mensch mit seiner rücksichtslosen Umweltverschmutzung, tragen vehement dazu bei, dass diese bewunderungswürdigen Geschöpfe all ihre Kraft benötigen, um den Überlebenskreislauf nicht abreißen zu lassen.


Studio / Verleih / Bild-und Textnachweis: Polyband Medien

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