DIE KINDER VON PARIS

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Die unglaubliche Geschichte des Joseph Weismann.

DIE KINDER VON PARIS

Zwischen Glück und Tragik, zwischen Leben und Tod liegt manchmal nur ein Wimpernschlag – in bewegenden Bildern schildert die französische Regisseurin Rose Bosch, u.a. PAKT DES SCHWEIGENS und die Drehbuchaotorin von 1492 – DIE EROBERUNG DES PARADIESES, in dem Drama DIE KINDER VON PARIS (Originaltitel: La Rafle), dass Schicksal des jüdischen Arztes Joseph Weismann.

DIE KINDER VON PARIS, Besetzung

An der Spitze des Protagonistenensembles steht der Weltstar Jean Reno (22 BULLETS, HOTEL RUANDA), der diesmal in einer für ihn eher ungewöhnlich sanften Rolle zu sehen ist.

Reno spielt Joseph Weismann im französischen Internierungs-Stadion. Die INGLOURIOUS BASTERDS – Entdeckung Mélanie Laurent hingegen mimt die als couragiert und selbstlos geltende Krankenschwester Annette Monod. Sie und Joseph Weismann sind historisch verbürgte Figuren.

Geschichtlicher Hintergrund: Die Vichy-Regierung

Nachdem die Deutschen 1940 Nordfrankreich überrannt hatten, übernahm Marschall Philippe Pétain am 17. Juni 1940 das Amt des französischen Ministerpräsidenten.

Nur fünf Tage später schloss er einen Waffenstillstand mit Deutschland und richtete sich mit seiner auf die unbesetzten Gebiete Frankreichs begrenzten Regierung in Vichy ein.

Am 10. Juli ließ er sich vom französischen Parlament neben den exekutiven auch alle legislativen Rechte übertragen. Der greise Nationalheld aus dem Ersten Weltkrieg glaubte, durch eine Zusammenarbeit mit den Aggressoren das Schlimmste abwenden zu können. Im Verlaufe seiner Regierungstätigkeit machte sich Philippe Pétain jedoch immer mehr zur Marionettenfigur des Hitler-Regimes.

Als im November 1942 die Nazis Südfrankreich besetzten, begann das letzte und schlimmste Kapitel seiner Amtszeit.

Während Charles de Gaulle am 26. August 1944 an der Spitze freifranzösischer Truppen durch den Arc de Triomphe und über die Champs Élysées marschierte, floh der Achtundachtzigjährige nach Deutschland, wo man ihn am 8. September in Sigmaringen internierte. Im April 1945 stellte sich Philippe Pétain den französischen Behörden. Er wurde von einem französisches Gericht am 15. August wegen Kollaboration mit dem Kriegsgegner zum Tod verurteilt.

General de Gaulle begnadigte Philippe Pétain zu lebenslanger Festungshaft in Port-Joinville auf der Île d’Yeu, wo er am 23. Juli 1951 starb.

DIE KINDER VON PARIS, Filmkritik

Allein in Frankreich zog der Film DIE KINDER VON PARIS drei Millionen Zuschauer in die Kinos und stieß einen gesellschaftlichen Diskurs an, der Rose Bosch in ihrer Überzeugung bestätigte, dass die fast unglaubliche Geschichte endlich erzählt werden musste: Die französische Bewacher brachten die Internierten ins Lager Beaune-la-Rolande.

Die Kinder wurden von den Erwachsenen getrennt und 14 Tage nach ihnen in den Osten transportiert. Einzig Joseph Weismann gelang die Flucht und lediglich 25 der in dieser Nacht verschleppten Juden kamen aus den Vernichtungslagern zurück. Von den 4051 Kindern überlebte keines der Kinder…

Trotzdem: Franzosen sind anders als die Deutschen keine Täternation, sondern eine Opfer- und im späteren Verlauf der Geschichte dann eine Mittäternation. Und der Film DIE KINDER VON PARIS leistet diesbezüglich eine wuchtige und ehrenvolle Gedächtnisarbeit – allerdings mit Emotionen der eher einfachen Art…

Die Guten sind sehr gut, die Bösen sehr böse, und in dem Inetrnierungslager gibt es viele herzzerreißende Szenen von Kindern, die den Lastwagen entgegenrennen, weil sie glauben, dass sie dort ihre Mutter wiedersehen.

Und auch Mélanie Laurent weint besonders viel, aber bei allen furchtbar traurigen Tatsachen bleibt der Film dennoch ein eher müder Abklatsch von Spielbergs SCHINDLERS LISTE…

DIE KINDER VON PARIS, Filminhalt

Das besetzte Paris im Kriegssommer 1942: Joseph (Hugo Leverdez) ist elf Jahre alt. Ein aufgeweckter blonder Bengel der sich schon auf die Sommerferien freut.

Der 16. Juni wird sein letzter Schultag sein. Voller Ungeduld macht sich der Junge mit dem gelben Stern auf der Brust auf den Weg…

Aber am 16. Juni 1942 findet in Paris auch die größte Razzia der Nazis statt: Zusammen mit der Vichy-Regierung und der Polizei versuchen sie 23.000 Juden gefangen zu nehmen, um sie anschließend zu deportieren.

13.000 Menschen werden schließlich von den Häschern erwischt und unter unmenschlichen Umständen in einem Radrennstadion zusammengepfercht – von dort führt ihr Weg über eine Zwischenstation in die Vernichtungslager…


Studio / Verleih / Bild-und Textnachweis: Constantin Film, Dieter Wunderlich

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