INGLOURIOUS BASTERDS

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Quentin Tarantino wäre nicht Tarantino, wenn es in INGLOURIOUS BASTERDS nicht erneut und analog zu KILL BILL sehr, sehr blutig zu gehen würde!

INGLOURIOUS BASTERDS

Einer der ganz Großen des Thriller-Filmgenres, der Regisseur Quentin Tarantino, Autor von FROM DUSK TILL DAWN und Macher des Films DEATH PROOF, kehrte 2009 mit einem 70 Millionen Kriegsactionthriller erstmals der analogen Filmtechnik den Rücken. Im Digitalformat sowie auf thematischem Neuland brachte Tarantino nach fast zwei Jahren Filmabstinenz mit INGLOURIOUS BASTERDS die neue Version eines alten Filmklassikers in die Kinos.

EIN DRECKIGES DUTZEND

Tarentino’s INGLOURIOUS BASTERDS Homage an den Film EIN DRECKIGES DUTZEND (1967), vom Regisseurs Robert Aldrich, erzählt adaptiert die Geschichte des Major Reisman (Lee Marvin), der 1944 den Auftrag bekommt, aus zwölf Schwerverbrechern ein militärisches Kommando zu formen, welches hinter den deutschen Linien einen Spezialauftrag durchführen soll.

Nach Ansicht von Kultregisseur Quentin Tarantino war dieser Film einer der besten, weil „unterhaltsamsten Kriegsfilme“ überhaupt. Und vor lauter Bergeisterung darüber, übernahm Tarantino vom inhaltlich ähnlichen, italienischen Kriegsfilm QUEL MALEDETTO TRENO BLINDATO (übersetzt: EIN HAUFEN VERWEGENER HUNDE), aus dem Jahr 1978, gleich noch den Filmtitel, wobei es im Vorfeld zu gewissen Irritationen kam.

INGLOURIOUS BASTERDS beinhaltet eine absichtliche Falschschreibung des englischen Titels „Inglorious Basterds“. Tarantino integrierte nur zusätzlich den Buchstaben „u“.

Kult bleibt also weiterhin zumindest kultverdächtig. Denn bereits Enzo G. Castellari’s auf Action und blutige Einschüsse ausgelegter Film QUEL MALEDETTO TRENO BLINDATO, mit Bo Svenson und Fred Williamsonin den Hauptrollen, schaffte es, durch die Kombi nackter Frauenbrüste mit Maschinengewehren, das Kinogenre zu revolutionieren bzw. das Publikum regelrecht zu begeistern.

INGLOURIOUS BASTERDS, Besetzung

Fast 10 Jahre ließ sich Tarentino für das Remake beider Vorbilder zeit. Außer einem großen, internationalen Staraufgebot, u.a. Brad Pitt (THE TREE OF LIFE), Julie Dreyfus (Kill BILL), Til Schweiger (KEINOHRHASEN 3), sind die Oscar-nominierte Cutterin Sally Menke, der Oscar-Gewinner und Kameramann Bob Richardson, die Oscar nominierte Kostümbildnerin Anna Sheppard sowie der Production Designer David Wasco mit dabei.

Ursprünglich war Leonardo Di Capriofür die Rolle des Oberschurken, den SS-Mann Hans Landa, vorgesehen – bis Tarantino entschied, dass ein Deutscher (Christoph Waltz, u.a. AUF UND DAVON) den Part übernehmen sollte.

INGLOURIOUS BASTERDS, Filmkritik

Das ist keine Filmkritik! Dies ist das Bekenntnis einer cineastischen Bekehrung!

Eigentlich hatte ich mit Quentin Tarantinos Basterds im Vorfeld bereits abgeschlossen. Zu sehr sah ich in diesem Film nur eine blinde Kopie von Trashfilmen und deren früherer Stilisierungen mit blutspritzenden Gewaltorgien.

Zudem schienen die ersten Trailer die schlimmsten Befürchtungen zu bestätigen: Eine Handvoll amerikanischer Soldaten geht hinter den Kampflinien und in Indianer-Manier auf Nazi-Hatz. Ein blutiges Spektakel, das im Minutentakt skalpierte Schädel durch die deutsche Seele kullern lässt. Doch weit gefehlt!

Wenn nach zweieinhalb Stunden das Licht angeht und der Zuschauer ins Freie tritt: Da spürt man fast eine profunde Heiterkeit. Woran könnte das liegen?

Es ist die Freude über ein Werk, das den Untergang nicht als Tragödie, sondern vielmehr als Farce inszeniert. Das angesichts von Hakenkreuzfahnen und Uniformen nicht die Hacken zusammenschlägt bzw. ehrfurchtsvoll den Blick senkt und aus Nazis auch keine Dämonen macht, sie letztendlich als das inszeniert, was sie wirklich waren: Pack, pompöser Trash und selbstgerechte, verblendete triviale Bösewichte.

Eine Film-Chance, die zum Beispiel in dem Kriegs-Drama OPERATION WALKÜRE nicht nur an einem Mangel von Sprengstoff, sondern vor allem wegen fehlender Regie-Entschlossenheit vergeben wurde.

Fazit: Kino-Kultur vom Feinsten oder doch geschichtliche Kino-Unkult?

Etwas muss man dem Regieexzentriker Tarantino einfach lassen: Er hat ein Gefühl für das, was Kino ausmacht. Seine Filme beinhalten nie die großen oder gar feinsinnigen Geschichten, aber es fasziniert, was dieser Regisseur daraus macht! Das sich das Drehbuch manchmal herzlich wenig um militärische und gar historische Korrektheit schert, sei Tarantino (wieder mal) verziehen. Denn was am Ende bleibt ist eine Tarantino-Welt und jene ist gleichermaßen speziell wie genial!!

INGLOURIOUS BASTERDS, Filminhalt

Das besetzte Frankreich im Jahr 1941. Ein Haufen hochmotivierter jüdisch-amerikanischer Elitekämpfer ist auf Nazi-Hatz.

Unter der Führung von Aldo Raine (Brad Pitt, DIE UNPERFEKTEN), einem Minenarbeiter aus den Bergen von Tennessee, bringen die „Basterds“ nicht einfach die verhassten Deutschen zur Strecke, nein…sie prügeln sie mit Baseballschlägern stückweise zu Tode. Sie skalpieren sie, nehmen ihnen Stiefel, Eisernes Kreuz und Goldzähne als Trophäen ab und verbreiten unter den Besatzern Angst und Schrecken. Raine:“Unsere Mission ist nicht, Gefangene zu machen, unsere Mission ist Nazis umbringen!“

Parallel dazu wird die Leidensgeschichte eines jüdischen Mädchens erzählt, in der Shosanna Dreyfus (Mélanie Laurent, u.a. DIE KINDER VON PARIS) die Hinrichtung ihrer Familie durch den Nazi-Oberst Hans Landa miterleben muss: In letzter Sekunde kann Shosanna dem Grauen nach Paris entfliehen, wo sie mit neuer Identität als Kinobetreiberin über-lebt.

Indes trifft der Baseball schwingende Leutnant Aldo Raine auf seiner blutigen Spur die deutsche Schauspielerin und Geheimagentin Bridgetvon Hammersmark (Diane Kruger, u.a. SEELEN), um in gemeinsamer Mission die Führer des Dritten Reichs auszuschalten.

Oskar für Christoph Waltz

Der Österreicher Christoph Waltz hat den Oscar als bester Nebendarsteller für INGLOURIOUS BASTERDS gewonnen.

Der 53-Jährige erhielt die Auszeichnung in der Nacht zum Montag für seine Rolle als charmant- zynischer SS-Offizier. Waltz hat mit dieser Rolle den internationalen Durchbruch geschafft. „Dies ist ein Über-Bingo“, sagte der sichtlich gerührte Schauspieler.

Mit tränenerstickter Stimme dankte Waltz dem gesamten Filmteam, vor allem aber Regisseur Tarantino. „Ich werde Dir niemals genug danken können. Aber ich kann damit jetzt beginnen“, betonte er in seiner kurzen Dankesrede, nachdem ihm Vorjahresgewinnerin Penélope Cruz die erste Statue des Abends überreicht hatte. (dpa)


Studio / Verleih / Bild-und Textnachweis: Universal Studios

INGLOURIOUS BASTERDS, 9.5 out of 10 based on 4 ratings

4 Kommentare zu INGLOURIOUS BASTERDS

  1. Endlich ist der sechste Teil von Harry Potter draußen.
    Ich konnte es kaum abwarten und war natürlich gestern direkt im Kino.
    Was soll ich sagen, es war Klasse. So hab ich mir das vorgestellt, als ich das
    Buch gelesen habe. Spannend, gut erzählt, düster, eben Harry Potter.

  2. Inglourious Basterds rocks. Ein echt genial gemachter Film. Habe ihn gestern gesehen und bin durchaus begeistert. Brad und Till, cooles Duo ;)!

  3. Ich fand den Film auch absolut hammermäßig! Die Story ist einfach genial und auch die Schauspieler wurden meiner Meinung nach ziemlich perfekt gewählt. Einzig Diane Kruger gefällt mir in ihrer Rolle nicht so besonders, da sie einfach etwas untalentiert scheint. Man hätte für diese Rolle auf jeden Fall viel bessere Schauspielerinnen casten können…

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