THE TREE OF LIFE

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Das esoterische angehauchte Drama THE TREE OF LIFE des US-amerikanischen-assyrischen Drehbuchautors, Regisseurs und Filmproduzent Terrence Malick, gewinnt die Kinolegende auf den 64. Filmfestspielen von Cannes – die „Goldene Palme“.

THE TREE OF LIFE

Doch Licht und Schatten liegen wie immer dicht beieinander: Der Film um drei aufwachsende Jungs und ihren hartgesottenen Vater erhielt nicht nur Zuspruch. Während die Kritiker den Film als gut bewerteten, buhte ein Teil der Kinozuschauer den Streifen nach der Vorstellung in Grund und Boden.

Damit reiht sich THE TREE OF LIFE nahtlos in das Phänomen um die Geschichte des Festivals ein, bei dem ein Film zwar ausgezeichnet wird, jedoch auf dessen Premiere dann ein Entrüstungssturm unter dem Publikum ausgelöst wird (siehe ANTICHRIST).

Zur besten Schauspielerin wurde im Übrigen Kirsten Dunst aus Lars von Trier’s MELANCHOLIA) erkoren…

THE TREE OF LIFE – DER BAUM DES LEBENS

„Etz Ha-Chaim“ oder „Yggdrasil“ – wie viele Namen man dem Phänomen auch geben mag, die Fülle an mythologischer und mystischer Bedeutung wird kaum ausgeschöpft. Das weltumspannende, das die Welt zusammenhaltende Wesen vom Lebensbaum ist die Ausgangsidee zu THE TREE OF LIFE, die hier auf eine scheinbar ganz normale Familie im mittleren Westen der USA übertragen wird…

THE TREE OF LIFE, Filmkritik

Kurz und knapp: Der Film besticht mit einem exzellent in Szene gesetzten Porträt über menschliche Extremsituationen und Terrence Malick schreibt mit dem geradezu kosmischen Epos somit erneut Kinogeschichte. Aus meiner Sicht ist die Hymne ans Leben zudem großes Emotions-Kino a‘ la dem ARTHOUSE-Blockbuster A SINGLE MAN – einem DER Filme schlecht hin.

Produziert wurde THE TREE OF LIFE unter anderen von Sarah Green (u.a. FRIDA, für den sie 2002 zwei Oscars erhielt), Bill Pohlad und Brad Pitt. „Brad hat diesen Film gleich von Anfang an großzügig unterstützt und so fragten wir ihn, ob er den Vater von Jack spielen will. Denn trotz seiner leidenschaftlichen Unterstützung hatte er nicht wirklich an diese Möglichkeit gedacht. Aber sobald wir darüber sprachen, fügten sich alle Elemente zusammen.“ so Pohlad.

Bis auf sein Erstlingswerk BADLANDS waren Terrence Malicks Filme entweder für einen Oscar in der Kategorie Kamera nominiert oder gar Preisträger (IN DER GLUT DES SÜDENS) und auch in THE TREE OF LIFE ist Emmanuel Lubezki wieder der Mann hinter der Linse.

Terrence Malick

Der Filmemacher ist ein Ausnahmeproduzent in Hollywood und sein unbestrittener Ruf als Film-Ästhet bzw. Poet des Kinos begründet sich bisher auf vier Filme:
– 1973, das Roadmovie BADLANDS (ZERSCHOSSENE TRÄUME)
– 1999, mit dem Kriegsepos DER SCHMALE GRAT (Soundtrack: Hans Zimmer)
– 2005, der Abenteuerfilm THE NEW WORLD, bei dem er sich von der bekannten Legende um das Indianermädchen Pocahontas inspirieren ließ and lost but not least 2008 mit dem Biopic CHE: REVOLUCIÒN, unter der Regie von Steven Soderbergh, zu dem er das Drehbuch schrieb.

Insbesondere das Drama BADLANDS, welches die Geschichte von Charles Starkweather und Caril Fugate, die 1958 in Nebraska und Wyoming eine Serie von brutalen Morden begingen erzählt, sehe auch ich als sehr gelungen an. Dies wiederum ist fast logisch – denn der Film wurde von den Kritikern als bester Debütarbeit eines amerikanischen Regisseurs seit Orson Welles‘ CITIZEN KANE gefeiert.

THE TREE OF LIFE, Besetzung

Terrence Malick ist für seine gemischten Ensembles bekannt, bei denen er erfahrene Schauspieler mit Newcomern zusammenbringt: So sind in den Hauptrollen die Hollywoodgrößen Brad Pitt, Sean Penn (GANGSTER SQUAD, MILK) und Jessica Chastain zu bewundern.

Als Co-Darsteller, aber deshalb nicht weniger herausragend: Die bereits in POCAHONTAS und TRUE WOMAN involvierte Irene Bedard, die schon in THE NEW WORLD mit Malick zusammengearbeitet hat sowie Fiona Shaw, am besten bekannt durch ihre Stammrolle in den HARRY POTTER-Filmen.

Nach einer landesweiten Suche wurden schließlich Hunter McCracken für die Rolle des Jack sowie Laramie Eppler und Tye Sheridan, die Darsteller seiner jüngeren Brüder, in verschiedenen texanischen Kleinstädten entdeckt. Alle drei Jungen geben in THE TREE OF LIFE ihr Filmdebüt.

THE TREE OF LIFE, Filminhalt

Jack (Hunter McCracken) wächst Mitte der 50er Jahre als ältester von seinen zwei Brüdern R.L. und Steve wohlbehütet auf und vordergründig scheint die Welt in der zentraltexanischen Kleinstadt Smithville auch in Ordnung.

Alles geht seinen gewohnten Gang, jeder hat seinen Platz in der Gesellschaft. Der sonntägliche Kirchgang gehört ebenso zum festen Ritual wie die gemeinsamen Mahlzeiten im Kreis der Familie.

Aber der kleine Jack erkennt bald die Risse in der Fassade. Wie seine Mutter (Jessica Chastain) hat er die Fähigkeit, mit der Seele zu sehen und dadurch Liebe und Empathie zu entwickeln.

Sein Vater (Brad Pitt) hingegen predigt dem Kind, unnachgiebig für die eigenen Interessen zu kämpfen. Er will ihn stärken für das „richtige, feindliche Leben“.

Jack ist hin- und hergerissen zwischen seinen Eltern und ihren Idealen. Als er im Laufe seiner Kindheit mit Krankheit, Leid und Tod konfrontiert wird, verdüstert sich seine heile Kinderwelt und erscheint ihm immer mehr als undurchdringliches Labyrinth.

In der modernen Welt fühlt sich der erwachsene Jack (Sean Penn) als verlorene Seele, ständig auf der Suche nach dem großen Plan, der im Wandel der Zeit unveränderbar bleibt und in dem jeder seinen festen Platz hat. Ein tiefgreifendes Ereignis führt ihn schließlich zu einer wunderbaren Erkenntnis…


Studio / Verleih / Bild-und Textnachweis: Concorde Filmverleih, movieplot

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