CHE: REVOLUCIÒN

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Das Bild von Postern, T-Shirts oder Aufklebern kennt jeder – ein eindringlicher Blick der in die Ferne gerichtet ist und ein Barett auf die wilden Locken gedrückt.

CHE: REVOLUTIÒN

Ernesto „Che“ Guevara ist heute mehr denn je Revolutionär, Politiker und Visionär. Eine geradezu mythenhafte Verehrung schwingt mit, wenn nur der Name des gebürtigen Argentiniers im Raum steht.

Beim Namen Steven Soderbergh hingegen, weiß der interessierte Kinobesucher, dass sich der 1963 in Atlanta geborene, amerikanische Regisseur, Autor und Filmproduzent neben den eher vergnüglichen Werken wie: OCEAN`S 11 bis 13 und OUT OF SIGHT, auch an brisante, politische Themen heranwagt.

Die Filme ERIN BROCKOVICH oder TRAFFIC sowie den Thriller CONTAGION sind hierfür beste Beispiele.

CHE: REVOLUTIÒN, Kinostart

In den beiden Teilen seines faszinierenden und spannenden Historienporträts CHE: REVOLUCIÒN (Originaltitel: CHE: Part One – The Argentine) und CHE: GUERRILLA begibt sich Soderbergh erneut auf politisches Terrain und er folgt diesmal den Spuren Ernesto „Che“ Guevaras während der kubanischen Revolution.

Nach seinem Siegeszug durch internationale Festivals und dem Gewinn zahlreicher Auszeichnungen -unter anderem dem Preis als Bester Darsteller für Benicio Del Toro in Cannes- kam Steven Soderberghs lang erwartete Dokumentation 2009 in die deutschen Kinos bzw. gibt es sie nun auf DVD.

CHE: REVOLUTIÒN, Besetzung

Die Idee, die Geschichte des 1928 in Argentinien geborenen Ernesto Guevaras zu verfilmen, wurde bei dem Regisseur bereits vor über zehn Jahren geboren. Seitdem sammelte der Filmemacher Hintergrundmaterial aller Art.

Auf der Suche nach einem geeigneten Hauptdarsteller musste Soderbergh dagegen nicht lange suchen. Benicio Del Toro (u.a. 21 GRAMM), der nicht mit dem Regisseur Guillermo del Toro (u.a. BLADE II) verwandt ist, konnte schnell für das Projekt begeistert werden.

CHE: REVOLUTIÒN, Filmkritik

Jeder kennt sein Gesicht, kaum einer seine Geschichte: Der legendäre Freiheitskämpfer Ernesto „Che“ Guevara. Regisseur und Filmemacher Steven Soderbergh setzt ihm mit seinem zweiteiligen Leinwand-Epos ein Denkmal.

Sein Anliegen ist es dabei, den Rebellenführer immer so zu zeigen, wie er tatsächlich war. Es sollten die vielen guten Eigenschaften genauso zur Diskussion gestellt werden, wie seine radikalen Ansichten und deren oftmals schonungslosen und erbarmungslosen Ausführungen.

Soderbergh wollte den Nationalhelden und den Revolutionsführer Kubas nicht weiter verklären, seine Zukunftsvisionen und Ideale nicht als unantastbar darstellen bzw. Che nicht noch strahlender erscheinen lassen, als es ohnehin bereits in der Vergangenheit geschehen ist…und dieser filmische, anspruchsvolle Spagat ist ihm augenscheinlich gelungen.

Das Drehbuch basiert indes auf den Memorien und persönlichen Aufzeichnungen des Guerilla-Führers. Die Betrachtungsweise ist deshalb als eher subjektiv zu werten. So schien es Che wichtig gewesen zu sein, auf die ständige Bewegung seiner Truppe während der Kämpfe hinzuweisen, die endlosen Fußmärsche zu erwähnen, welche jedoch oft kein Ziel hatten.

Obwohl Steven Soderbergh versucht hat, sich detailgetreu an die Tagebücher zu halten, war es im Besonderen natürlich schwer jene Geschehnisse und Situation auch anschaulich und geschichtlich interessant für das Kinopublikum wiederzugeben.

Letztendlich gelang mit  CHE: REVOLUCIÒN und der Fortsetzung  CHE: GUERILLA eine Mischung aus Biographie, Drama und Kriegsfilm, ein authentisches, komplexes Stück Zeitgeschichte über den Mythos und Menschen Ernesto Guevara.

CHE: REVOLUTIÒN, Filminhalt

Ernesto Guevara hielt 1964 als damaliger kubanischer Industrieminister bei einer Versammlung vor der UNO eine Rede. Diesen Auftritt nahm er als Anlass für ein Interview mit der angesagten Journalistin Lisa Howard (Julia Ormond). Che erzählt ihr, wie er 1956 als argentinischer Arzt, gemeinsam mit Fidel Castro (Demian Bichir) und weiteren Exilanten, den Weg per Schiff von Mexiko nach Kuba antrat.

Zu Beginn war Che nur einer von 80 Rebellen, die als Aufgabe ansahen, den Diktator Fulgencio Batista zu stürzen. Ihr Anführer Fidel Castro erkannte indes schnell, dass in ihm nicht nur ein genialer Kampfgefährte und Stratege heranwuchs, sondern dass er sowohl bei den Verwundeten der Truppe als auch bei dem unterdrückten Volk Kubas als Mensch und Arzt eine Vertrauensposition erlangte, die aus dem Guerillero Ernesto Guevara allmählich „Che–den Kommandanten“ machte.

Durch sein schweres Asthma bedingt hatte Che bei den langen Märschen durch den kubanischen Dschungel zwar große gesundheitliche Probleme, aber er ließ sich davon nicht unterkriegen. In den folgenden Jahren überzeugte der charismatische Führer das kubanische Volk von der These: Das ein diktatorisches Regime eines jeden Land immer und unweigerlich zum Untergang verurteilt ist.

Zu Tausenden folgten sie dem Ruf des Revolutionärs und keine zwei Jahre später, in der legendären Schlacht um Santa Clara, stürzt die nunmehr schlagkräftige Guerrilla-Armee das von den Amerikanern unterstützte und vom Volk gehasste Regime.

Revolutionsführer Fidel Castro übernimmt anschließend die Kommandantur und Ernesto Guevara wird Industrieminister und zum Leiter der Nationalbank von Kuba ernannt. Bald darauf zerstreiten sich die einstigen Kampfgefährten hoffnungslos…


Studio / Verleih / Bild-und Textnachweis: Senator Film, Wild Bunch (Central)

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