CONTAGION

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Regisseur Steven Soderbergh brachte 2011 ein neues Werk in die Kinos, das in seinem Genre betrachtet durchaus als gut bewertet werden kann.

CONTAGION

Der Titel des Science Fiction-Action-Thriller lautet CONTAGION und bedeutet ins Deutsche übersetzt „Infektion“ oder „Ansteckung“: CONTAGION handelt vom Ausbruch eines Kontinente übergreifenden tödlichen Virus.

Kennern der Szene indes dürfte der Titel alledings bekannt vorkommen: Im Kinojahr 2001 gab es einen ähnlich gearteten und gleichnamigen Science Fiction-Film unter der Regie von John Murlowski. Darin versucht eine Gruppe Terroristen eine scheinbar unaufhaltsame Sorte von Ebola zu entwickelte, mit dem Ziel, die Bush-Ära zu beenden! Doch anscheinend war zum damaligen Zeitpunkt die bereits vorhandene Realität nicht krankhaft und grausam genug, als das es 2011 mit CONTAGION nicht eine Steigerungen geben könnte!

CONTAGION, Besetzung

Geradezu magisch ansteckend schien das Projekt CONTAGION auf die Crème de la Crème von Hollywood gewirkt zu haben. Soderbergh CHE – REVOLUTION und CHE – GUERILLA hatte keine Mühe für den Film eine Besetzungsliste vom Feinsten aufzustellen: Matt Damon (GREEN ZONE), Kate Winslet (DER VORLESER), Gwyneth Paltrow (IRON MAN 3), Jude Law (BLUEBERRY NIGHTS) und die Französin Marion Cotillard (NINE) spielen Ärzte, die den Wettlauf mit der Zeit und gegen den Tod aufnehmen.

Aber Steven Soderbergh engagierte für seinen Film auch namenhafte und bekannte Virologen, die als wissenschaftliche Berater fungieren. In wie weit und in welcher Form sich diese beim Regisseur und dem Drehbuchautor Scott Z. Burns Gehör verschaffen und dem Thriller das nötige wissenschaftliche Fundament geben konnten, blieb abzuwarten und war wohl auch ein bisschen der Knackpunkt in CONTAGION (siehe die Filmkritik).

CONTAGION, der Horror ist real

Medizinisch korrekt ist die Angabe, dass es sich bei dem in CONTAGION beschriebenen Virus nicht um ein reines Fantasy-Horror-Gebilde handelt, sondern das es das neuartige Virus aus der Familie der Paramyxoviridae (behüllte Viren mit einer einzelsträngigen, linearen RNA) längst gibt und es schon jetzt die Menschheit ausrotten könnte…

Mit dem Schreckenskabinett eng verwandt und als Tod bringende Seuche angekommen sind außerdem die Hendra- und Nipah-Viren. Speziell das Nipah-Virus wurde 1999 charakterisiert, nachdem ein größerer Ausbruch einer infektiösen Enzephalitis in Malaysia untersucht wurde.

Im Vorfeld seines Projekts äußerte sich Soderbergh wie folgt: „Wenn diese Generation irgendetwas hat, womit sie sich identifizieren kann, dann ist es Angst.

Wie die  60er ihre Revolution hatte, werden wir seit 2001 von der Angst eines Ausbruchs einer Viruserkrankung überwältigt. Das Thema ist besonders in den letzten Jahren immer aktuell – und CONTAGION greift es nur erneut beim Schopfe – zerrt es wieder an die Öffentlichkeit.“

CONTAGION, Filmkritik

Wenn es bisher im Kino um Wissenschaft  ging, dann wurde die Wissenschaft stets dem Drama bzw. den Protagonisten geopfert. In CONTAGION ist es eher das Gegenteil. So beinhaltet der nüchtern erzählte und realistische anmutende Thriller ein gutes halbes Dutzend Handlungsstränge, in denen die prominenten Protagonisten eher eine Nebenrolle spielen.

Hinzu kommt, das Matt Damon & Co. mit dem Dilemma zurechtkommen mussten, fast die gesamte Spieldauer einen Mundschutz zu tragen. Klingt ein wenig nach Vergeudung von Stargesichtern und einem Himmelfahrtskommando für das Prestige der Hollywoodgrößen!

Aber Soderbergh bewältigt diesen Umstand mit Bravour. Und selbst wenn die höchst effektiv, rasant und elegant miteinander verknüpfen Handlungsstränge sich nicht langsam zu einem Höhepunkt aufbauen, sondern von Anfang bis Ende auf der gleichen, fieberhohen Amplitude spielen, kommt nie Langeweile auf.

Fazit: Soderbergh’s Katastrophenthriller CONTAGION ist ein routiniert geschnittenes Wissenschaftsmosaik, welches sich absolut auf das dazugehörige, notwendige Minimum an Charakterisierung beschränkt. Und es ist einer der wenigen gelungenen Versuche des Kinos, globale Zusammenhänge verständlich in zwei Stunden zu verhandeln.

Am Ende verlässt der Zuschauer das Kino klüger als er hineingegangen ist – jedoch mit einem flauen Gefühl in der Magengegend. Mission erfüllt…!

CONTAGION, Filminhalt

Vogel- und Schweinegrippe sind vorübergegangen, ohne großen Schaden anzurichten. Da greift eine neue Pandemie um sich. Eines der ersten Todesopfer ist die amerikanische Angestellte eines international agierenden Konzerns. Beth Emhoff (Gwyneth Paltrow) kommt von einer Dienstreise aus Hongkong zurück und bricht kurz darauf tod zusammen…

Jude Law spielt in CONTAGION einen fanatischen und unerbittlichen Blogger, der es schafft, über das WEB daraufhin eine weltweite Panik auszulösen. Grundlage dafür sind schon mehrere, vorangegangene Epidemien, welche die Menschen für diese Thematik bereits sensibilisiert und hochgradig hysterisch gemacht haben.

Die US-Stelle für Seuchenbekämpfung (u.a. Laurence Fishburne) lässt, nachdem sich die Zahl der Todesofper expodenziel erhöht, fieberhaft nach dem Auslöser forschen. In der Zwischenzeit werden weltweit riesige Quarantänestationen in Sporthallen errichtet – doch das Virus lässt sich nicht unter Kontrolle halten…

Im Laufe der weiteren Handlung wird der Zuschauer mit verschiedenen Sicht- und Herangehensweisen von Ärzten, der medizinischen Versorgung und der Meinungen von Politikern zu diesem Thema konfrontiert…


Studio/ Verleih / Bild- und Textnachweis: Warner Bros. / screenrant.com /wikipedia

CONTAGION , 7.1 out of 10 based on 18 ratings

5 Kommentare zu CONTAGION

  1. „Contagion“ ist ein sehenswerter und äußerst realistischer Thriller, der noch dazu Hollywood-untypisch wissenschaftlich akkurat ist und eine dichte Handlung mit interessanten Charakteren bildet. Nach diesem Film möchte man sich gar nicht ausmalen was passieren könnte, wenn ein Killervirus wie MEV-1 morgen etwa in der Millionenmetropole Hongkong ausbricht…
    Volle Kritik: http://www.newsgrape.com/a/filmkritik-contagion/

  2. Ich habe mir diesen Film angeschaut und war nur maßlos enttäuscht. Was lausigeres habe ich seit Pearl Harbor nicht mehr gesehen. Meinetwegen sind gute Schauspieler dabei, aber ein anderer Film mit weniger Inhalt und Überraschungsmoment ist mir nicht bekannt. Kommt mir so vor, als hätte ich den Film schon 100 mal gesehen. Nichts Neues, alte gequirlte amerikanische Kacke…Wie man dafür 5 Sterne vergeben kann bleibt mir ein Rätsel.

  3. O.K. Andie, ist zwar nicht meine Art, aber ich ändere auf Deine Kritik hin die Bewertung auf „4 Sterne“. Obwohl man den Film nicht mit Michael Bay`s PEARL HABOR vergleichen sollte, stimmt es schon, dass CONTAGION nichts wirklich „Neues aus der Anstalt“ ;)) zu bieten hat. Vielleicht habe ich das Werk auch zu sehr durch meine rosa-rote Soderbergh-Brille gesehen und war einfach nur begeistert, dass der Film nicht in üblicher Hollywoodmanie verkitscht wurde…
    Und danke für Deinen Beitrag
    die Redaktion

  4. ein toller film…………der ausbruch des virus wird spannend gezeigt und auch, was dadurch alles in gang gesetzt wird. im persönlichen sowie auch politisch und weltweit. dadurch wird der film interessant und bekommt eine gewisse objektivität. also mit blockbustern hat der film eher weniger zu tun. aber auch nicht mit dokumentationen, dazu ist er wieder zu sehr spielfilm. dies aber realtiv kritisch und für hollywoodproduktionen eher untypisch. mich hat der film gepackt und ich würde gerne mehr in dieser art sehen.

  5. Lieber Andie, Sie sollten vielleicht Ihre deutlich spürbare antiamerikanische Stimmung für sich behalten. Inhaltlich ist der Film mal auf einer anderen Ebene angesiedelt – mehr aus der Sicht der Wissenschaft.

    Überraschungsmomente? Warum zum Geier sollte es diese geben? Ein Virus ist kein Kinderüberraschungsei! Der Film ist gut (nicht überragend) und spiegelt den einzigen Feind den wir Menschen noch haben (ausser uns selber) – den Virus. Der Film erhält von mir 4 Sterne. Ihr Kommentar hingegen(?): Höchstens ein halber Stern!

    Kritisieren Sie besser die schlecht gespielten deutschen Filme (wuchern wie Krebsgeschwüre!) und die Pseudo-Kulturstreifen europäischer Prägung (Gääähhhn).

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