HANS ZIMMER – DER SOUND FÜR HOLLYWOOD

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Im Auftrag der LOOKS Medienproduktionen stellte die Drehbuchautorin und Dokumentarfilmerin Ariane Riecker (u.a. MEIN VATER DER TÜRKE) zusammen mit Dirk Schneider die interessante Dokumentation HANS ZIMMER – DER SOUND FÜR HOLLYWOOD (Originaltitel: Des mèlodies pour Hollywood) 2011 über den TV-Sender ARTE vor.

HANS ZIMMER – DER SOUND FÜR HOLLYWOOD

Der deutsche Hollywoodstar Hans Zimmer gilt als einer der bekanntesten und einflussreichsten Filmkomponisten der Gegenwart.

Zahlreiche Auszeichnungen, darunter acht OSCAR-Nominierungen, einem OSCAR, zwei GOLDEN GLOBES, drei GRAMMYS und nicht zuletzt der begehrte Stern auf Hollywoods WALK OF FAME, unterstreichen nachdrücklich sein musikalisches Genie!

DER SOUND FÜR HOLLYWOOD, Filmkritik

Wer ein Faible für Hans Zimmer hat, sollte sich die Dokumentation unbedingt anschauen!

HANS ZIMMER – DER SOUND FÜR HOLLYWOOD ist ein spannendes Portrait eines bedeutenden Filmkomponisten unserer Zeit. Hans Zimmers Innerlichkeit, dass Ego, seine Kämpfe mit sich und den anderen um richtige Kunst im Kommerzbetrieb Hollywood, wird mit Wärme, Humor und fundiertem Hintergrundwissen aufbereitet.

Abgesehen von dem für mein Film-Verständnis etwas zu abrupten Anfang bzw. dem fast übereiligen Ende, hat die Dokumentation mir deshalb ausgesprochen gut gefallen.

Was jedoch und in jedem Fall darin zu kurz kommt -und das ist wirklich schade- sind Musikbeispiele des Ausnahmetalents Hans Zimmer. Ein paar Kostproben mehr seines Könnens, etwas intensiver zu Gehör gebrachte musikalische Genialität, hätten dem Filmeinen -noch- stimmungsvolleren Rahmen gegeben.

Es wäre mit anderen Worten, sozusagen das „i“-Tüpfelchen bei der Umschreibung der Synthesizer-Partituren! So mußte sich der Zuschauer und wie nicht selten genug, jedoch den Sparzwängen bei öffentlichen Low-Budget-Produktionen (Urheber-Tantiemen für die Musikstücke) beugen. Was bleibt, ist nur die Hoffnung auf die ausführlichere DVD-Fassung…

HANS ZIMMER

Aller Anfang war schwer! Hans Florian Zimmer, am 12. September 1957 in Frankfurt am Main geboren, galt in seiner Jungend eher als Sorgenkind.

Beispielsweise versuchten seine Eltern völlig umsonst, ihm eine solide, musikalische Ausbildung zu ermöglichen. „Hänschen“ wehrte sich vehemend und verteidigte hartnäckig seine Vorstellung von den Grundregeln eines Pianisten. So war es kein Wunder, dass sein Klavierlehrer, der ihm prompt eine fragwürdige Musikalität unterstellte, genervt den Unterricht beendete.

Von insgesamt sieben Gymnasien verbannt, fand Hans Zimmer erst nach der Aufnahme im englischen Internat Hurtwood-House, wonach er immer suchte: Der Musik pur!

Unterstützt durch dessen amtierenden Direktor, der schon frühzeitig das Talent erkannte und seine Experimentierfreude unterstützte, schummelte sich Hans Zimmer ohne fundierte Mathematik- oder Geschichtskenntnisse schließlich bis zum Abitur und begann Ende der 70er Jahre seine bewundernswerte Karriere als Avantgarde-Musiker.

Sein Weg führte ihn dabei über die Bands KRISMA und HELDEN (mit dem Schlagzeuger von ULTRAFOX), über Verträge als Komponist von Werbe-und Radiojingles bis hin zum BUGGLES-Hit „VIDEO KILLED THE RADIO STAR“, bei dem er am Modular-Synthesizer höchst persönlich in die Tasten griff.

Im Londoner Studio Air Edel lernte er schließlich den bekannten, englischen Filmmusik-Komponisten Stanley Myers kennen, dessen Assistent er 1980 wurde. Bei ihm bekam auch der Autodidakt Hans Zimmer die Gelegenheit, viel über das Komponieren für ein Orchester zu lernen. Nebenher gab es bereits die ersten, kleinere Aufträge aus der Filmindustrie.

Richtig aufmerksam wurde die Fachwelt jedoch erst durch seine Vertonung der Tragikomödie MISS DAISY UND IHR CHAUFFEUR, die auf dem gleichnamigen Theaterstück von Alfred Uhry beruht. Hierbei zeigte sich erstmals die bisher geheime Musikwelt des Hans Zimmer in ihrer ganzen kreativen Leichtigkeit.

Angetrieben von einer unbändigen Inspiration, schwankend zwischen Depression, Kooperation und Egomanie, schuf er ein Gleichnis aus elektronischer, orchestraler und experimenteller Musik – wie es bisher nicht erreicht wurde…

DER SOUND FÜR HOLLYWOOD

Fast jeder Soundtrackliebhaber kennt die charakteristischen Panflöten-Motive aus RAIN MAN (Main-Theme: Leaving Wallbrook), die Arbeit, die Zimmer 1989 in Hollywoods Kinoindustrie schließlich erst zum Geheimtipp und dann zum viel gebuchten Musikkomponisten werden ließ.

Zimmer, besessen, ehrgeizig und mutig, enttäuschte die Traumfabrik nicht. Er belohnte sie mit epochalen Musiken zu DER SCHMALE GRAD, THE DARK KNIGHT, GLADIATOR, BLACK HAWK DOWN, INCEPTION oder 2011 RANGO, um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Zimmers Entscheidung, den Film mit einem sogenannten „Wall-to-Wall Score“ zu vertonen, also den Großteil des Films mit Musik zu unterlegen, schuf im Übrigen den Prototyp für viele Action-Filmmusiken, die danach in Hollywood produziert wurden.

Doch ungeachtet eines enormen Arbeitspensum engagiert sich der Ausnahmemusiker auch in zukunftsweisenden Projekten. Die Rede ist von UJAM – was gleichzeitig und in gewisser Hinsicht auch einen Teil seiner Vergangenheit, den Anfang seines Schaffens, widerspiegelt.

Hans Zimmer ist Mitbegründer des Musik-Startup. Das weitreichende Potenzial von UJAM, eine Softwareentwicklung aus Bremen, welche ihren Sitz in Silicon Valley hat, schickt sich gerade an, die Musikbranche (einmal mehr) zu verändern. Selbst wenn ein Nutzer überhaupt keinen Schimmer von Noten, Akkorden und Instrumenten hat, ist er damit in der Lage, zumindest einigermaßen zu ertragende Musikstücke zusammenzubasteln.

Eine Jury und das Publikum können mit dem innovativen, browserbasierten Dienst dann sofort jeden vordergründig noch so untalentiert erscheinenden Nutzer zum nächsten Anwärter für DEUTSCHLAND SUCHT DEN SUPERSTAR machen…

HANS ZIMMER – DER SOUND FÜR HOLLYWOOD, Filminhalt

Der Kampf um die Melodien.

Exklusive Clips aus den letzten 15 Jahren geben dem Zuschauer eine Vorstellung von der Kärrnerarbeit an den Bändern der Traumfabrik. Die Dokumentation blickt auf das zurück, was Hans Zimmer ausmacht – als Mensch, als Künstler, als Musiker.

Der Meister selbst erzählt aus seinem Leben und beschreibt wie er arbeitet. Zeitzeugen lassen Marksteine von Hans Zimmers Biografie lebendig werden und beschreiben den Hans Zimmer, den sie kennen oder kannten.

Dabei entfaltet sich nicht nur und bildlich gesprochen ein weiter Klangteppich, sondern vielmehr eine Audiospur voller Kontraste, Experimenten, Entdeckungen und Verwandtschaften – eine Art Wechselspiel zwischen Spurensuche und Arbeitsporträt.

Wie im Leben so im Film dominiert und bestimmt das Studio -der Seinsraum von Hans Zimmer- den Tagesablauf. Der fensterlose Ort, der ganz persönliche Darkroom in seiner Firma „Remote Control“ ist längst ein millionenschwerer und vielbeschäftigter Hollywood-Zulieferbetrieb geworden. Hier experimentiert Zimmer mit sich und seinen Musikern, dort wartet er auf die Melodien, die Suiten und hier, nur hier, findet der wirkliche Zimmer statt.

Interviewpartner sind sowohl frühere Schulkameraden, wie der Direktor des „Hurtwood House“, sein Bandkollege aus New Wave Zeiten Geoff Downes (BUGGLES), der Regisseur Steven Frears (MEIN WUNDERBARER WASCHSALON) als auch Hollywoodgrößen wie Gore Verbinski (FLUCH DER KARIBIK), James Brooks (BESSER GETH’S NICHT), Werner Herzog (deutscher Kultregisseur) und Jeffrey Katzenberg (Chef DreamWorks Animation).


Studio / Verleih / Bild-und Textnachweis: LOOKS Medienproduktionen GmbH / Rostock, ARTE, Penton Media Inc.

HANS ZIMMER - DER SOUND FÜR HOLLYWOOD, 9.3 out of 10 based on 7 ratings

2 Kommentare zu HANS ZIMMER – DER SOUND FÜR HOLLYWOOD

  1. Bin ein ganz großer Fan der Musik von Hans Zimmer. Danke für den Tip, den tollen Artikel und der 14.3. steht schon in meinem Terminkalender.
    ciau

  2. Hallo! Es gibt ja schon einige Dokumentationen über Hans Zimmer, trotzdem freue ich mich auf diesen Film! Für mich ist „Hans“ der Größte und ich liebe seine Musik!

    Viele Grüße und das ist ein super-blog ;)
    karin

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