MEIN FÜHRER

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Gab es während der Nazi-Diktatur und nach dem Ende des zweiten Weltkrieges über Adolf Hitler etwas zu Lachen? Natürlich nicht!

MEIN FÜHRER – DIE WIRKLICH WAHRSTE WARHEIT ÜBER ADOLF HITLER

Und kennt Witzigkeit im Hinblick auf Adolf Hitler bzw. das Dritten Reich keine Grenzen? Sebstverständlich ebenfalls nicht! Aber was hat das dann alles mit der deutschen Komödie MEIN FÜHRER – DIE WIRKLICH WAHRSTE WAHRHEIT ÜBER ADOLF HITLER zu tun?

MEIN FÜHRER, Besetzung

Die Story zu MEIN FÜHRER (siehe auch Artikel: EVA BRAUN – EIN LEBEN MIT HITLER) ist frei erfunden und inzeniert hat sie der Schweizer Schauspieler, Drehbuchautor sowie Regisseur Dani Levy. Dennoch gehörte, neben dem eigentlich vollbrachtem Handwerk und viel Selbstbewustsein, regelrecht ein bisschen Mut dazu, diese Art von Komödie auf die Leinwand zu bringen.

Aber selbst das beherrscht ein Dani Levy meisterlich. Denn kaum ein anderer Regisseur vermochte bisher die sensible Thematik derart gekonnt respektlos und mit rabenschwarzem Humor auf den Punkt zu filmen. Levy führt die Figur des Hitler auf eine geradezu herrliche Weise ad absurdum und nicht einmal der große Chaplin hat sich das so getraut!

Dabei nicht minder beeindruckend Ulrich Mühe als Adolf Grünbaum sowie das Multitalent Helge Schneider. Letzterer verschafft den urkomischen Momenten des Films gehörig Geltung und schafft es trotz „witzigem“ Todernst, keinen bitteren Nachgeschmack beim Zuschauer zu hinterlassen! Somit war es ein absoluter genialer Schachzug, dass ausgerechnet Helge Schneider, der Entertainer, mit der Rolle des Adolf Hitler betraut und als „Lachnummer“ mit Hitler in Verbindung gebracht wird.

MEIN FÜHRER, Filmkritik

In satten Brauntönen haben die Kameramänner Carl-Friedrich Koschnick und Carsten Thiele ihre sorgfältig komponierten Bilder gehalten und schwülstig-pompös donnert Niki Reisers Soundtrack aus den Lautsprechern. Alle Attribute stimmen bis ins kleinste Detail. So trägt selbst des Führers Schäferhund Blondie ein SS-Cape….

Levy hat nach seiner mehrfach ausgezeichneten deutsch-jüdischen Erfolgskomödie ALLES AUF ZUCKER! also erneut ein sicheres Gespür im Umgang mit heiklen Themen und er vermag gekonnt die Gradwanderung aus bitterem Drama und nachdenklicher Witzigkeit zu vollführen.

Zudem präsentiert Levy mit diesem filmischen Experiment seine ganz persönliche, subjektive Sicht auf die deutsche Geschichte. Mit Schärfe und erforderlicher Distanz, dringt er in MEIN FÜHRER durch die Persönlichkeit und faktisch bis zum Kern des grausamen Diktators vor, stellt Hitler dabei gnadenlos und beißend witzig an den Pranger der Geschichte und analysiert mit rabenschwarzen, subversivem Humor absolut präzise die Schrecken des Nationalsozialismus.

Ebenso gekonnt, gewagt  und gewonnen erweist sich -wie gesagt- die Rollenbesetzung mit Helge Schneider und dem leider viel zu früh verstorbene, großartige Schauspieler Ulrich Mühe (DAS LEBEN DER ANDEREN). Mühe wirkt in dem Film  trotz aller Tragik unfreiwillig komisch und zeigt gleichfalls eine über jeden Zweifel erhabene schauspielerische Leistung.

Fazit: MEIN FÜHRER ist so grotesk, so voll von knallharter Ironie, dass mir das Lachen oft im Halse stecken blieb: Plötzliche Gewalteruptionen erschreckten und wechselten mit Szenen, in denen ich herzhaft loslachen musste. Trotz eines wirklich herausragenden Ansatzes, konnte aber Levy’s politisch stets korrekter Humor mit dem anarchischen Witz vom Schlage des Comic-Zeichners, Illustrators und Autors Walter Moers leider nicht mithalten…

MEIN FÜHRER, Filminhalt

Ja, welch ein inhaltlich perfider Wahnsinn, ausgerechnet Adolf Grünbaum der zudem Jude ist, übernimmt die „Betreuung“ des Führers und versucht ihn wieder „aufzubauen“ – ihm neuen Lebensmut zu geben…!

Um die Weihnachtszeit 1944 ist Deutschland schon längst kein Wintermärchen mehr. Der Krieg ist verloren, der Glaube an den Führer jedoch ungebrochen…

Hitlers Demagogen mobilisieren ihre letzten Kräfte, aber Goebbels will sich nicht geschlagen geben. Noch einmal, am Neujahrstag, soll Adolf Hitler mit einer heroischen Rede die Massen begeistern und zum Endsieg führen.

Es gibt nur ein „Problem“: Der Führer ist krank und depressiv, meidet die Öffentlichkeit und hat selbst anscheinend schon jeden Glauben verloren.

Ein Jud` soll die Situation „retten“. Goebbels lässt Adolf Grünbaum, einen ehemaligen Schauspieler und Professor, mit samt seiner Familie aus dem KZ Sachsenhausen nach Berlin holen und ein Wettlauf mit der Zeit beginnt…

In nur fünf Tagen muss „Der Führer“ fit und glaubhaft in Höchstform sein!


Studio / Verleih / Bild-und Textnachweis: X Verleih

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