MONDKALB

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Die Regisseurin Sylke Enders (u.a. KROKO, HAB MICH LIEB) brachte mit dem Sozial-Drama MONDKALB sicherlich keinen Kassenschlagern in den Kinos. Dennoch oder vielleicht gerade deshalb möchte ich den Film aber hier im Kinoblog vorstellen.

MONDKALB, Besetzung

Neben Juliane Köhler (u.a. AIMÈE UND JAGUAR, NIRGENDWO IN AFRIKA) und Leonhard Carow, ist Axel Prahl in der Hauptrolle zu sehen. Dieser zählt unbestritten zu meinen Lieblingsschauspielern und dies sogar nicht erst seit seinen immer wieder genialen Auftritten im Sonntags-Tatort der ARD.

Zudem finde ich, dass sich der deutsche Kinofilm inzwischen generell weder thematisch noch cineastisch-qualitativ hinter den großen, ausländischen Produktionen verstecken muß… (Das Wort zum Sonntag ;)

MONDKALB, Filmkritik

„Der stete Tropfen höhlt den Stein“, sagt der Volksmund – und man assoziiert damit automatisch Gutes.

Doch die Regisseurin Sylke Enders ist keine Frau des Happy Ends, denn sie beschreibt ohne sich auf Negatives oder etwas Positives zu fixieren, gerne Veränderungen.

MONDKALB kann somit gleichermaßen als ein intensives Porträt von Menschen gelten, welche aus unterschiedlichen Welten kommen bzw. in unterschiedlichen Welten leben und deren Wege sich anscheinend bedeutungsvoll irgendwann kreuzen, wie auch als Synonym für das verbreitete zwischenmenschliche Problem, des nicht wirklich aufeinander zugehen Könnens. Neben der intensiv dargestellen Thematik Kindererziehung und Gewalt in der Gesellschaft, ist das ein wichtiger Tenor des Films.

Fazit: Das wirklich Leben ist ja selten genug Traum und Wuschvorstellung. Insofern ist MONDKALB ein auf die Leinwand gebrachtes Stück Realität, dass sich nur selten in Film-Märchennähe bewegt. Zudem wurde es mit exellent agierenden Protagonisten besetzt und ist deshalb eine Film-Empfehlung wert.

MONDKALB, Filminhalt

Foto: X Verleih

Der Inhalt des interessanten Drehbuchs wurde mit dem „Deutschen Filmpreis“ ausgezeichnet und wird von drei Personen bestimmt: Da ist Alex (Juliane Köhler) eine eher ängstliche und unsicher wirkende Frau aus den alten Bundesländern.

Nach der Verbüßung ihrer langjährigen Haftstrafe, zieht sie in eine ostdeutsche Kleinstadt, in das Haus ihrer verstorbenen Großmutter und bekommt einen Job als Laborantin zugwiesen. Alex hat hier ihre Kindheit verbracht und möchte zurückgezogen die Vergangenheit vergessen bzw. den Versuch unternehmen, ein neues Leben zu beginnen.

Doch die angestrebte Zurückgezogenheit gestaltet sich schwierig, denn bald trifft sie auf den sehr kommunikativen Fahrlehrer Piet (Axel Prahl, u.a. HALBE TREPPE, SOMMER VORM BALKON) der mit seinem umso mehr schweigsameren, 12-jährigenSohn Tom (Leonard Carow) in der Nachbarschaft wohnt.

Toms Mutter hat sich vor einigen Jahren das Leben genommen und der Junge leidet sehr unter diesem traumatischen Erlebnis. Recht bald wittert Piet eine Chance, nicht nur eine Ersatzmutter für den Sohn, sondern auch für sich einen neuen Lebensinhalt zu finden, eine Partnerschaft zu gründen. Und schon fast wie vorherbestimmt sucht Tom bald verstärkt und nachdrücklich die Nähe von Alex.

Nach einer ersten direkten Kontaktaufnahme läd Piet Alex zum Essen ein. Es wird ein sehr schöner und entspannter Abend der weitgehend harmonisch verläuft. Als Piet jedoch am nächsten Tag anruft, weist Alex ihn schroff ab. Sie fühlt sich bedrängt und alles geht ihr viel zu schnell…

Mit viel Charme und Humor versucht Piet zu retten was zu retten ist. Doch nur ganz allmählich wird aus Distanziertheit und teilweise heftigen Abwehrreaktionen langsam zwischenmenschliche Nähe. Ein Anfang scheint getan, jedoch keiner kann trotzdem und letztendlich aus seiner Haut schlüpfen…


Studio / Verleih / Bild- und Textnachweis: X Verleih, Warner Bros.

MONDKALB, 8.8 out of 10 based on 4 ratings

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