INTO THE WILD

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Etwas abseits des Film-Mainstreams gibt es ein Roadmovie der besonderen Art.

INTO THE WILD

Das Aussteiger-Drama INTO THE WILD entstand nach einem Taschenroman von Jon Krakauer und es ist bereits das vierte Meisterwerk von Sean Penn (u.a. DEAD MAN WALKING, MILK).

Mit der darin erzählten und authentischen Geschichte des Extremaussteigers Mc Candless, welcher sich buchstäblich auf eine Reise ohne Wiederkehr begibt, stellt der großartiger Schauspieler und Regisseur erneut und beeindruckend sein Können unter Beweis.

INTO THE WILD, Filmkritik

Ja, am Ende seiner Reise stirbt Alex durch eine eher profane Verwechslung am reichgedeckten Tisch der Natur!

Doch er hat alles erreicht, was er erreichen wollte: Das Glück und das Elend, die Gemeinschaft und die Einsamkeit, die Schönheit und Liebe sowie die Entsagung und Angst – das ganze Spektrum des Lebens…

Sean Penn vermeidet es in seinem Film polarisierend Einfluss zu nehmen. Vielmehr ist das Drama INTO THE WILD ein intensives Abenteuer und eine einfühlsame Charakterstudie, welche dem Kinobesucher zweieinhalb Stunden „Sitzfleisch“ abverlangt. Dies ist aber auch notwendig, denn nur so kann der Zuschauer mental eintauchen und die Bilder wirken lassen.

„Ich zog in den Wald, weil ich den Wunsch hatte, mit Überlegung zu leben, dem eigentlichen, wirklichen Leben näher zu treten, zu sehen, ob ich nicht lernen konnte, was es zu lehren hätte, damit ich nicht, wenn es zum Sterben ginge, einsehen müsste, dass ich nicht gelebt hatte.“  Zitat aus Henry David Thoreau „Walden. Oder das Leben in den Wäldern“.

Fazit: Sean Penn gelingt mit INTO THE WILD ein großes, mit spürbarem Enthusiasmus und Engagement realisiertes Filmexperiment und die Entscheidung, ob Mc Candless ein durchgeknallter Hippie, ein familiär traumatisiertes Sensibelchen oder ein wahrer Sinnsucher war – überlässt er ganz dem Betrachter…

INTO THE WILD, Filminhalt

Foto: TOBIS

Der sportliche Typ Christopher Mc Candless, alias Alex (Emile Hirsch) hat genug vom täglichen Einerlei, dem Luxus, von der Gesellschaft und ihren Zwängen.

Und so entscheidet er sich spontan im April 1992 sein bürgerliches Elternhaus (William Hurt, Marcia Gay Harden) und die vielversprechenden Berufsaussichten, gegen eine risikovolle und beschwerliche Zukunft in der Wildnis zu tauschen.

Inspiriert durch die Büchern und Ideen von Jack London bricht Alex alle Brücken der Zivilisation hinter sich ab, spendet sein Geld wohltätigen Organisationen, zerschneidet die Kreditkarten und geht on the road…Richtung Alaska.

Getrieben vom uramerikanischen Pioniergeist und in einer Mischung aus jugendlicher Unbedarftheit, Leichtsinn, Kompromiss- und Starrköpfigkeit oder der Freiheit schlechthin, haucht er dem Hippietraum der 60iger Jahre, der bis in die Gegenwart seine Faszination nicht verloren hat, neues Leben ein.

Aber die Natur ist kein Abenteuerroman und schon gar kein Abenteuerspielplatz. Und so scheitert Alex am Ende zwar nicht an sich selbst, jedoch an den äußeren Gegebenheiten, oder besser Ausgedrückt: An der Wirklichkeit. So gipfelt alles in einem unfreiwilligen Stillstand, in einem alten, unromantischen Buswrack, in welches Alex ohne Umkehrmöglichkeit verbannt wird, weil er ohne technische Hilfsmittel einen Fluss nich überqueren kann…

Der darauffolgende und stetig zunehmende körperliche Verfall, verbunden mit einer simplen Vergiftung durch ungenießbare Pflanzen, besiegeln sein Schicksal, das mit dem Tod in der erstrebten Freiheit endet…!


Studio / Verleih / Bild- und Textnachweis: Paramount Pictures, TOBIS

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