ZAYTOUN

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ZAYTOUN ist das arabische Wort für die Olive oder besser – für den Ölzweig. Und ZAYTOUN ist gleichzeitig der Ausdruck und ein Zeichen des Friedens, was speziell zwischen Palästinensern und Israelis ein sehr komplexes – wenn nicht gar sehr schwieriges Thema ist…

ZAYTOUN

Für den einen ist es Palästina, für den anderen Israel. Doch beide Völker- und Relegionsgruppen bezeichnen das selbe Land als IHRE Heimat: In dem Drama ZAYTOUN gelingt es dem preisgekrönten israelischen Regisseur Eran Riklis (LEMON TREE, DIE SYRISCHE BRAUT) dem historischen Konflikt ohne falsche Sentimentalität aber mit Feingefühl und starken Emotionen, einen Funken Hoffnung zu verleihen.

Als Produzent konnte der Filmemacher Gareth Unwin (Oscar für THE KING’S SPEECH) gewinnen. Der renommierte Kameramann Dan Laustsen (DER PAKT DER WÖLFE, NACHTWACHE) begleitet die Protagonisten auf ihrem abenteuerlichen Weg durch das Krisengebiet und findet selbst in einem Horrorszenario noch eine atemberaubende Bildsprache .

ZAYTOUN, Besetzung

In der Hauptrolle ist nach seinem gefeierten Auftritt in Sofia Coppolas SOMEWHERE Stephen Dorff (ebenfalls KRIEG DER GÖTTER) erneut in einem anspruchsvollen Part zu sehen. Nachwuchstalent Abdallah El Akal steht in seiner Heimat Israel seit Jahren vor der Kamera und konnte bereits in Julian Schnabels MIRAL gefallen.

Die Produktion von ZAYTOUN

Jede Geschichte hat einen Anfang. Der von ZAYTOUN reicht 20 Jahre zurück, als ein palästinensischer Student während seines Ingenieursstudiums in Amerika auf das Drehbuch zu Oliver Stones Vietnam-Kriegsfilm PLATOON stieß.

Zwei Tage später lieh sich Nader Rizq den Film auf Video aus und dachte: „Das ist doch albern. Irgendjemand hat diesen Film gesehen und einfach alles aufgeschrieben, was die Schauspieler reden. Ich brauchte eine Minute, bis ich begriff, dass jemand zuerst das Drehbuch geschrieben hatte. Und der Gedanke, dass man auf dem Papier ganze Welten erschaffen könnte, haute mich schier um…“

Will Emsworth, Leiter der Entwicklungsabteilung bei Bedlam Productions, las 2011 das Skript zu ZAYTOUN und befand: „Das ist das beste Drehbuch, das mir seit THE KING’S SPEECH untergekommen ist. Die Produzenten Gareth Unwin und Fred Ritzenberg teilte Emsworths Begeisterung und sah in ZAYTOUN das Potenzial, weltweit auf Interesse zu stoßen.

Als Ritzenberg dann verkündete, dass der israelische Filmemacher Eran Riklis, der schon bei der Entwicklung von ZAYTOUN eine wichtige Rolle spielte als Regisseur zur Verfügung stand, war alles perfekt…

ZAYTOUN, Bilder

ZAYTOUN, Filminhalt

Beirut 1982. In der libanesischen Hauptstadt tobt der Bürgerkrieg. Die PLO schießt Raketen auf Israel ab, die israelische Armee rüstet zur Invasion.

Für den 12-jährigen Fahed (Abdallah El Akal), der mit seinem Vater und seinem Großvater in einem Camp für palästinensische Flüchtlinge lebt, ist der Ausnahmezustand Alltag – und auch ein bisschen Abenteuer. Fahed pfeift auf die Schule, verkauft auf der Straße Kaugummi und Zigaretten an Soldaten und legt sich mit den libanesischen Jugendbanden an, die das Revier für sich beanspruchen.

Die PLO versucht, Fahed und seine Freunde für den bewaffneten Freiheitskampf zu rekrutieren. Doch die Jungs spielen viel lieber Fußball – selbst wenn nur die kaputten Fenster eines ausgebrannten Autos als Tor herhalten müssen. Als Faheds Vater bei einem Bombenangriff ums Leben kommt, begreift der Junge schlagartig, dass er in diesem Land, das nicht seine Heimat ist, ganz auf sich allein gestellt ist.

Bei dem Anschlag ist ein Pilot der israelischen Luftwaffe über Beirut abgestürzt und wird von den Soldaten der PLO gefangengenommen. Fahed hat von klein auf gelernt, alle Israelis zu hassen. Sein ganzer Zorn und seine Verzweiflung richten sich nun gegen den Piloten Yoni (Stephen Dorff), der den Beschimpfungen und Drangsalierungen in seiner Zelle hilflos ausgeliefert ist.

Die Entscheidung, zu der Fahed sich schließlich durchringt, kostet ihn einige Überwindung: Wie oft hat sein Großvater von dem idyllischen Dorf erzählt, das sein Zuhause war, als Israel noch Palästina hieß. Fahed will endlich das Land seiner Familie kennen lernen und dort den Olivenbaum einpflanzen, den sein Vater die ganze Zeit liebevoll gehegt hat – ein letztes Stück Heimat in der Fremde.

So beginnt eine riskante Odyssee durch den Libanon, wo jeder, dem das ungleiche Duo begegnet, ein potenzieller Feind ist. Vorbei an syrischen Besatzungslinien, libanesischen und palästinensischen Soldaten gelangen Yoni und Fahed tatsächlich bis zur israelischen Grenze und haben längst erkannt, dass sie viel mehr verbindet, als sie für möglich gehalten hätten…


Studio / Verleih / Bild-und Textnachweis: Senator, Bedlam Productions, Far Films

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