DIE EISERNE LADY

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Ist Margret Thatcher ein Mythos? Darüber streiten sich die Gemüter in Großbritanien bis heute!

DIE EISERNE LADY

Hingegen unumstritten ist, dass Margret Thatcher, auch bekannt unter ihrem Pseudonym „DIE EISERNE LADY“, die Grenzen zwischen Geschlechtern und Klassen verschoben und sich während ihrer Amtszeit, in einer bis dato nur von Männern dominierten Welt, bravourös geschlagen hat.

Margret Thatcher

Margaret Hilda Thatcher, Baroness Thatcher of Kesteven, geboren am 13. Oktober 1925 in Grantham, Lincolnshire, England, kam als Margaret Hilda Roberts zur Welt.

Sie stammt aus eher einfachem Hause: Ihr Vater war Kolonialwarenhändler, methodistischer Laienprediger und Bürgermeister ihrer Geburtsstadt, die Mutter gelernte Hausschneiderin. Mit Ende 20 studierte sie am Somerville College in Oxford Chemie und arbeitete drei Jahre lang als Chemikerin. Und…Margaret Thatcher war unter anderem an der Erfindung des Softeises beteiligt. (…interessantes Detail)

Thatcher’s Stil, ihr Gestus und die politischer Haltung bei der Durchsetzung ihrer Ziele war unverwechselbar. Und dafür wurde sie gleichermaßen verehrt wie gefürchtet.

Der von ihr selbst sehr geliebte Spitzname „EISERNE LADY (Iron Lady)“ begründet sich aus der Reaktion nach einer Ansprache, die sie 1976 im Radio Moskau hielt, und bei der Margret Thatcher die „bolschewistische Sowjetunion“ scharf attackierte.

„Ich bin außerordentlich geduldig, vorausgesetzt, ich kriege am Ende, was ich wollte.“

Ja, so unnachahmlich wie sie selbst, sind auch ihre Zitate und ihre markigen Kommentare brachten der mittlerweile 85jährigen Margret Thatcher in der Vergangenheit zudem den Ruf ein, absolut unnachgiebig zu regieren. In diesem Sinne verfuhr sie auch 1982 bzw. während des Falkland-Krieg im militärischen wie politischen Sinne.

Insbesondere die Art und Weise des Machtspiels mit Argentiniens Militärjunta machte die britische Premier-Ministerin fast schon legendär. Nur durch ihr Durchsetzungsvermögen -auch gegenüber ihrer eigenen Partei- brachte sie den gefürchteten General Leopoldo Galtieri zu Fall.

Und eins ist demzufolge klar: Ohne Falkland hätte es keinen „Thatcherismus“ gegeben – dabei waren gerade zu Beginn des Krieges die Zweifel und die Akzeptanz für diesen Krieg vorallem in der Weltöffentlichkeit groß…

DIE EISERNE LADY, Besetzung

Wie schon 2011, mit dem Film THE KING’S SPEECH, wurde nun erneut das Leben einer großen, britischen Persönlichkeit verfilmt.

Die Hauptrolle in dem Drama und Biopic DIE EISERNE LADY (Originaltitel: The Iron Lady) wurde mit der einzigartige und mehrfach mit dem Oscar ausgezeichnete Meryl Streep (u.a. DAS GEISTERHAUS, DER TEUFEL TRÄGT PRADA) besetzt.

Regie führte die britische Film- und Theaterregisseurin Phyllida Lloyd, die bereits für das Film-Musical MAMMA MIA Meryl Streep vor die Kamera holen und wohl nicht zu letzt durch diese Protagonisten einen riesen Welterfolg damit feiern konnte.

Meryl Streep zu ihrer Rolle in dem Film DIE EISERNE LADY: „Die Aussicht darauf, diese bemerkenswerte Frau und den Stellenwert den sie in der Geschichte hat, zu ergründen, ist eine gewaltige und aufregende Herausforderung gewesen. Ich versuchte, mich der Figur mit genauso viel Eifer, Leidenschaft und Aufmerksamkeit zum Detail zu nähern, wie es auch Lady Thatcher mit den ihr gestellten Aufgaben getan hat.“

DIE EISERNE LADY, Filmkritik

Trotz einer gewissen Ausgewogenheit zwischen Unterhaltung und Politik-Geschichtsstunde tendiert DIE EISERNE LADY mehr in Richtung: Symphatisches Portrait einer demenzkranken Frau.

Leider kann somit dem Film nicht mehr als ein halbherziges Bemühen attestiert werden, den tatsächlich politischen Werdegang von Margaret Thatcher aufzuzeigen. Auch alle zwiespältigen bzw. kritischen Ansätze zu ihrer Person wurden zu Gunsten der Unterhaltung geflissentlich übergangen (das gestörte Verhältnis zu dem Sohn Mark Thatcher -Rennfahrer und Lebemann- oder die in Wahrheit wenig humorvolle Beziehung mit dem wohlhabenden und rechts-orientierten Unternehmer Denis Thatcher, ihrem Ehemann – im Film eine Art Familien-Clown.

Hingegen und zweifelos gelungen ist die geschickte Verknüpfung der Spielfilmsequenzen mit den dokumentarischen Anteilen des Films und selbst den berühmt-berüchtigten britischen Humor wird der Zuschauer nicht vermissen. Das der Film in England aber tatsächlich so viel für „Wind“ gesorgt hat wie man uns gerne glauben machen möchte, kann ich mir allerdings nicht oder nur schwer nach vorstellen!

Richtiger cinesatischer bzw. sozialer „Sprengstoff“ sieht für meine Begriffe etwas anders aus: Z.B. die deutsche Dokumentation WERDEN SIE DEUTSCHER oder der dänische Film ARMADILLO über den Afghanistankrieg.

Fazit: Es bleibt ein leider nur oberflächlicher Film über Margaret Thatcher Illusion eines gerechten Kapitalismus und es ist vor allem durch Meryl Streep’s Part ein ansehenswerter und unterhaltender Film.

DIE EISERNE LADY, Bilder

Das Leben der EISERNEN LADY im Kino

1950 nahm sie zum ersten Mal an Unterhauswahlen teil, bei denen sie jedoch scheiterte.

1951 heiratete sie den wohlhabenden Unternehmer Denis Thatcher. Damit nicht mehr auf ein eigenes Einkommen angewiesen, studierte sie kurz nach ihrer Hochzeit Rechtswissenschaft und arbeitete eine kurze Zeit als Anwältin für Steuerrecht.

1953 brachte „DIE EISERNE LADY“ ganz privat und weiblich-sanft ihre beiden Kinder, die Zwillinge Carol und Mark, zur Welt.

Meryl Streep gewinnt Oscar

Meryl Streep ist endgültig die Königin von Hollywood: Mit ihrer 17. Nominierung hat sie bei der Oscar-Verleihung 2012 zum dritten Mal gewonnen.

Die 62-jährige US-Amerikanerin wurde für ihre Rolle als Margaret Thatcher in dem Film DIE EISERNE LADY ausgezeichnet und vom Saal mit ausgiebigen Standing Ovations gefeiert.


Studio / Verleih / Bild-und Textnachweis: Concorde Filmverleih, Pathé, Film4, wikipedia

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4 Kommentare zu DIE EISERNE LADY

  1. „Ich versuche, mich der Figur mit genauso viel Eifer, Leidenschaft und Aufmerksamkeit zum Detail zu nähern, wie es auch Lady Thatcher mit den ihr gestellten Aufgaben getan hat.”
    …Ich bin sicher, dass ihr das auch gelingt. Diese Rolle wird bestimmt durch die Darstellung von Meryl Streep bereichert.

  2. Wieso bekommt der Film eigentlich 4/5, wenn die Kritik im Text eher nach 2/5 ausfällt? Der Film ist eine Katastrophe. Chronistisches oberflächliches Durcheinander, ohne wirkliche Einblicke in die Persönlichkeit Thatchers.

  3. Der Film hat mich jetzt nicht umgehauen, er war ok. Klar, sehr gut gemacht und sehr gute Darsteller, keine Frage, aber er hat mich jetzt nicht besonders angesprochen.

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