SIDE EFFECTS

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Jude Law im Strudel zwischen ärztlichem Ethos, den finanziellen Versuchungen der Pharmaindustrie und der Suche nach der Wahrheit im Kampf um Gerechtigkeit.

SIDE EFFECTS – TÖDLICHE NEBENWIRKUNGEN

Glaubt man den Ankündigungen des Filmemachers Steven Soderbergh, dann ist der Pharma-Thriller SIDE EFFECTS – TÖDLICHE NEBENWIRKUNGEN sein letzter Film. Er wird der Filmbranche endgültig den Rücken kehren und das ist insofern auch für mich bedauerlich, weil ich seine Arbeit sehr mag. Denn einschießlich seines also Letztlingswerks SIDE EFFECTS schöpfte er stets aus einem unglaublich reichen Kosmos an Ideen und castet(e) nur die besten Schauspieler.

SIDE EFFECTS, Besetzung

Dazu gehören wie gesagt Jude Law (MY BLUEBERRY NIGHTS) und ebenfalls die Oscar-Preisträgerin Catherine Zeta-Jones (DIE LEGENDE DES ZORRO). An ihrer Seite brillieren wiederum die Oscar-nominierte Entdeckung aus David Finchers VERBLENDUNG, die Schauspielerin Rooney Mara und Channing Tatum, der spätestens nach Stripper-Spektakel MAGIC MIKE eine große Fangemeinde haben dürfte.

Und auch Soderbergh zeigt erneut was er von seinen großen Vorbildern gelernt hat: Ganz in Hitchcock-Manier raubt er dem Kinopublikum mit SIDE EFFECTS vor lauter Spannung schlichtweg den Atem…

SIDE EFFECTS

Der packende Film ist stilistisch eine Hommage an die goldenen Zeiten des amerikanischen Kinos – voller Suspense und coolem Charme. Dabei werden jedoch brandaktuelle gesellschaftliche Entwicklungen thematisiert. Es lohnt sich also einen genaueren Blick auf die Welt des Meisters zu werfen.

Produzent und Konsument
Soderberghs größte Leidenschaft ist das Kino. Die seiner Meinung nach beste Methode, um das Filmemachen zu erlernen, ist, die Filme Anderer zu studieren.

So beschreibt er auch seinen ganz persönlichen Schaffensprozess: „Ich verwende Elemente, die mir zur Verfügung stehen. Ich stehe auf den Schultern von Filmen, die großartige Regisseure hervorgebracht haben.“ Allein Spielbergs Klassiker DER WEISSE HAI hat Soderbergh, nach eigener Aussage, über 28 Mal gesehen.

Learning by watching, also. Viele Elemente, die in den Filmen des Ausnahme-Regisseurs zum Tragen kommen, entstanden also aus dem genauen Hinschauen und der Synthese großer und kleiner Momente aus unzähligen Leinwandklassikern.

Erfolg und Misserfolg
Soderbergh, der seine Karriere 1985 als Tour-Regisseur von „Yes“ begann, ging während seiner langen Schaffenszeit schon durch einige Höhen und Tiefen.

Absolute Highlights sind die Rekorde, mit denen er in die Filmgeschichte einging: Als jüngster Regisseur überhaupt erhielt er 1989 für sein Debüt SEX, LÜGEN UND VIDEOS die Goldene Palme bei den internationalen Filmfestspielen in Cannes. Außerdem ist er der einzige Regisseur, der jemals für zwei Filme: TRAFFIC – DIE MACHT DES KARTELLS und ERIN BROKOVICH sowohl bei den Oscars, den Golden Globe Awards als auch bei der Director’s Guild of America nominiert war.

Auch die Kasse klingelte oft: Allein sein Filmhit OCEAN’S ELEVEN bescherte Soderbergh einen Gewinn von weltweit 451 Millionen US Dollar. Die richtige Balance zwischen künstlerischem Anspruch und kommerziellem Erfolg gelang jedoch nicht immer. SOLARIS, die ambitionierte Verfilmung von Stanislaw Lems Science-Fiction-Romanvorlage oder auch der Viren-Thriller CONTAGION spielte herbe Verluste ein.

Kunst und Kommerz
Doch Soderbergh ist der lebende Beweis gegen die Vermutung, dass sich Kunst und Kommerz per se ausschließen müssen.

Er beherrscht beides und trotz gigantischer Einnahmen, mit seinen zu Klassikern gewordenen Filmen, hat der gebürtige Amerikaner immer seinen Anspruch verteidigt, sowohl ästhetisch anspruchsvolle, als auch gesellschaftskritische Arbeit zu leisten. Furchtlos widmet er sich seinen Projekten, die so verschieden gelagert sind wie bei wenigen anderen Filmemachern.

Die Verkaufszahlen interessieren ihn dabei zunächst wenig, denn Soderbergh bleibt immer Soderbergh: Seine Themen sind immer wieder neu, sein Blick für das Detail ist geschärft und sein Wille zur filmischen Perfektion ist immer wieder groß. Diese Stärke überzeugt nicht nur seine Fans, sondern seit langem auch reihenweise Hollywood-Stars, für die eine Rolle in einem Soderbergh-Film eine Ehrensache ist.

Der Filmemacher Steven Soderbergh

Steven Soderbergh ist ein Alleskönner: Regisseur, Filmproduzent, Drehbuchautor – jede Rolle meistert der Ausnahme-Filmemacher mit spielerischer Leichtigkeit. Unter einem Pseudonym übernahm er in seinen facettenreichen Film-Projekten soagr gern auch die Kameraführung und den Schnitt.

Und – Soderbergh will filmische Perfektion erreichen. Dabei spart fast nie mit Kritik an gesellschaftlichen Missständen.

SIDE EFFECTS, Filminhalt

Foto:  Di Bonaventura Pictures
Foto: Di Bonaventura Pictures

Der ehrgeizige Psychiater Dr. Jonathan Banks (Jude Law) setzt alles daran, seiner neuen Patientin Emily Taylor (Rooney Mara), die nach einem Selbstmordversuch bei ihm eingeliefert wurde, zu helfen.

Gerade erst ist Emilys Mann (Channing Tatum), der wegen Insiderhandels die letzten Jahre im Gefängnis saß, entlassen worden. Doch der Versuch, gemeinsam ein neues Leben zu beginnen, scheitert. Gleiches gilt für die Wirksamkeit der von Banks verschriebenen Medikamente.

Daraufhin nimmt Banks Kontakt zu Emilys früherer Psychiaterin (Catherine Zeta-Jones) auf, die ihm rät, ein neues Medikament an Emily zu testen. Anfangs geht es ihr besser, doch schon bald erweisen sich die Nebenwirkungen als äußerst dramatisch.

Nach einem mysteriösen Mordfall spürt Banks, wie er immer mehr die Kontrolle nicht nur über seine Patientin, sondern auch über sein eigenes Leben verliert. Er entscheidet sich, für die Suche nach der Wahrheit alles zu riskieren: Seine Familie, seine Profession, seinen Ruf – als er einem unglaublichen Verdacht auf die Spur kommt…


Studio / Verleih / Bild- und Textnachweis: Di Bonaventura Pictures, Concorde, Michael Spalek (PURE online)

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