SIEBEN LEBEN

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Weshalb beschenkt Ben fremde Menschen mit materiellen Dingen oder sogar mit Organen aus seinem Körper? Die Antwort bzw. Botschaft: Nichts im Leben ist sicher(er), als der Tod und die Steuern!

SIEBEN LEBEN

Das Geheimnis: Vollbringe Gutes aber schweige darüber!

Mit jedem Kinojahr wird Will Smith mehr und mehr zum schwarzen Jesus des Filmgeschäfts. So auch in seinem Part in dem Drama SIEBEN LEBEN (Originaltitel: SEVEN POUNDS).  Darin opfert er als trauernder Witwer neben Hab und Gut selbst die eigene Gesundheit. Denn Ben möchte unbedingt und um jeden Preis den Schwachen und Kranken dieser Welt helfen. Eine Rolle, die ihm anscheinend wieder wie auf den Leib geschrieben scheint…

SIEBEN LEBEN bis zur Unsterblichkeit

In sieben Sekunden habe er seine Welt zertrümmert, sinniert jammernd Ben. Und im nächsten Moment beleidigt er einen Blinden (Woody Harrelson, u.a. NO COUNTRY FOR OLD MEN) am Telfon eines Bestellservices…!

Kaum aufgelegt, schießen ihm die Tränen in die Augen und er hält sich die Hand vor den Mund. Vordergründige Rätsel dieser Art, gibt SIEBEN LEBEN dem Zuschauer während seiner 123 Minuten Laufzeit Viele auf – und nicht nur Ben begibt sich damit auf eine Achterbahnfahrt der Emotionen.

SIEBEN LEBEN, Filmkritik

Somit reiht sich die sich zügig entwickelnde Liebesgeschichte zwischen Ben und Emily nahtlos in den Rest der furchtbar bedeutungsschwangeren Handlung ein: Sie hat ein krankes Herz – während seins noch immer gebrochen ist.

Nach tränenreichen Szenen ist am Ende Emily selbstverständlich einer von den sieben Menschen, deren Leben Ben vorhersehbar und hollywoodreif verändert…

Mittelprächtig gekonnt wird gleichfalls das Thema Schuld in dem Drama behandelt. Das Shakespeare-Zitat, welches im Originaltitel Anklang findet, dient jedoch lediglich als Handlungsvorwand und wird nicht vertieft. Dass darüberhinaus in SIEBEN LEBEN kein nennenswerter Konflikt oder irgendeine andere Art der Reflektion -über die Andeutung hinaus- Bestand hat, ist ebenfalls ärgerlich, aber macht das Kraut nicht mehr fett.

Dabei wäre ein aus der Bibel abgeleitete Motiv der Opferbringung eigentlich eine Steilvorlage für die Rolle eines klassischen Charakterdarstellers – gewesen! Diese große Chance verpasst der Regisseur Gabriele Muccino mit seinem Star Will Smith aber nicht nur um Haaresbreite.

Man (n) ordnet ihn einfach, auch resultierend aus seinen vergangenen Filmen (u.a. I ROBOT, I AM LEGEND), zu leicht dem Action-und Komödiengenre zu: Besonders in den Momenten der Rührung und emotionaler Schwere, gleicht Smith eher einem beleidigten Jungen als einem Mann, der tatsächlich von seiner Wiedergutmachung besessen ist und der, was noch viel wichtiger gewesen wäre – den Zuschauer davon auch überzeugen könnte!

Trotz eines für meine Begriffe sehr gelungenen und spannenden Anfangs, trotz netter dramaturgischer Ansätze versinkt das Rührstück SIEBEN LEBEN aber irgendwann im Mittelfeld der Belanglosigkeit und ärgerte gen Schluss sogar mit übermäßigem Kitsch.

Ja und wie gesagt: Eigentlich wäre die Story für ein sensibles, kleines, feines Drama ausgelegt -gewesen-, jedoch durch die Superstar-Komponente Will Smith wurde daraus nur ein großes Megakino…

SIEBEN LEBEN, Filminhalt

Nachdem durch ihn verschuldeten Unfalltod seiner Frau und weiterer Personen hat sich Ben Thomas ein großes Ziel gesteckt. Er übt sich in einer ganz besonderen Art der Reinwaschung: Als vermeintlicher Finanzbeamter hilft er hoch verschuldeten Existenzen heimlich mit großzügigen Steuererleichterungen.

Damit will Ben das Leben von insgesamt sieben unterschiedlichen Menschen, denen das Schicksal besonders übel zugesetzt hat, grundlegend zum Besseren wenden…

Dass er auch selbst leidvolle Erfahrung mit anderen Konstanten des Daseins gesammelt hat, verschweigt er gegenüber den Auserwählten.

Auch der Zuschauer bekommt in SIEBEN LEBEN nur durch die elegant verwobene Traumsequenzen erzählt, was Ben zugestoßen ist. (Das Ganze wird natürlich von dem fast durchgängig gequält-tapfere Gesicht des Protagonisten untermalt.)

Auf der Suche nach den Hilfebedürftigen trifft er folgerichtig auch auf die schöne, aber schwer herzkranke Emily (Rosario Dawson, u.a. SIN CITY) und verliebt sich unsterblich in die tapfere Frau.

Doch das junge Glück ist nicht von Dauer, denn hinter Bens großzügigem Plan verbirgt sich, wer hätte es nicht geahnt, ein dunkles Geheimnis…


Studio / Verleih / Bild-und Textnachweis: Sony Pictures

SIEBEN LEBEN , 6.3 out of 10 based on 6 ratings

1 Kommentar zu SIEBEN LEBEN

  1. Interessanter Film! Man kann ihn sich ansehen und es lohnt sich auch, aber er ist nicht besonders aufregend oder ansprechend. Die Geschichte ist jedenfalls gut.

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