VICKY CRISTINA BARCELONA

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„Sex ohne Liebe ist ein hohles Erlebnis – aber von den hohlen Erlebnissen ist es eines der Schönsten.“

VICKY CRISTINA BARCELONA

Ein Zitat vom Altmeister des Kinos: Woody Allen. Und es ist zugleich die wohl treffendste Umschreibung für den Handlungsauftakt in der Komödie VICKY CRISTINA BARCELONA.

Oder ein weiteres Wortspiel gefällig? „Ist der Ruf erst ruiniert, filmt es sich ganz ungeniert“! Somit bietet VICKY CRISTINA BARCELONA erneut Anlass für kontroversen Diskussionen über das Leben, die Kunst im Allgemeinen und zwischenmenschliche Beziehungen bzw. den Sex im Besonderen…

VICKY CRISTINA BARCELONA, Filmkritik

Woody Allen konnte mit Werken wie ICH SEHE DEN MANN DEINER TRÄUME nicht nur die Kritiker begeistern, sondern weltweit auch auf einen großen Fankreis beim Kinopublikum zählen…

Dazu gehörte ich in der Vergangenheit allerdings nicht, denn Allens Filme haben oft neurotische und überzogene Inhalte und sind dabei an der Schmerzgrenze von pseudointellektuellem Geschwafel angesiedelt. Das kann man…muß es aber nicht mögen!

So gibt es in seinen Werken nicht selten diverse Praktiken zu sehen, welche von der Selbstbefriedigung über den vollzogenen Seitensprung bis hin zur lesbischen Liebe (MANHATTAN) oder der Tierliebe (WAS SIE SCHON IMMER ÜBER SEX WISSEN WOLLTEN) reichen. Selbst die Imitation des britischen, schwarzen Humors im Film CASSANDRAS TRAUM ist – aus meiner Sicht – eher irritierend!

Nun…diesmal scheint alles anders zu sein!

Vielleicht lag es ja an der erlesenen Schar von Schauspielern, u.a. Scarlett Johansson, Javier Bardem und Penelope Cruz oder am mediterranen Drehort in Spanien, Barcelona! Jedenfalls der europäische, cineastische Einfluß scheint den Filmen von Woody Allen gut zu tun.

Und so kommt VICKY CRISTINA BARCELONA in einer Komödienform einher, die nicht nur mich ansprechen dürfte. Ganz ohne neurotisch-erotisches Phantasie-Kuddelmuddel geht es bei dem Meister, wie gesagt, dennoch nie ab. Scarlett Johansson knutscht mit Penelope Cruz (ELEGY – DIE KUNST ZU LIEBEN), dann vergnügen sich beide in einer lockeren Dreiecksbeziehung mit Javier Bardem und jener lässt nebenbei nichts mit Rebecca Hall anbrennen…!

Nichts desto trotz glänzt der Film mit humorvoller Selbstironie und Seitenhieben auf den amerikanischen Way Of Life. Er verleiht sogar der Vorstellung von wahrer Liebe und Erfüllung, dem Anspruch an das Leben zarte Flügel.

Kurzum, alles Zutaten die eine vergnügliche Komödie haben sollte und mit denen sich Woody Allen in der Vergangenheit schwer tat! Zudem fand ich mich in der persönlichen Ansicht bestätigt: Wirkliche Kunst entsteht NUR im Auge des Betrachters (Szene: ein Bild steht „Kopf“)

Ich habe mich jedenfalls köstlich amüsiert und bin mir sicher, irgendwie und irgendwo, in den einzelnen Handlungssträngen bzw. Charakteren, da erkennt jeder SEINE kleine, neurotische Seite…! Bravo Woody !

VICKY CRISTINA BARCELONA, Filminhalt

Die Freundinnen Vicky (Rebecca Hall) und Christina (Scarlett Johansson) verbringen den Sommer bei Vickys entfernten Verwandten in Barcelona.

Vicky ist eine sehr pragmatische Person, die im Anschluss an den Spanienurlaub mit ihrem Verlobten in den sicheren Hafen der Ehe einlaufen will. Christina hingegen, eine leidenschaftliche Romantikerin die lieber ihren Gefühlen als purem Sachverstand folgt.

Als der Künstler Juan Antonio (Javier Bardem) in einem Restaurant auf die New Yorkerinnen zugeht, sie in sein Haus in Oviedo einlädt und ihnen ohne Umschweife mitteilt, mit ihnen schlafen zu wollen, ist Vicky entsetzt, während Christina sofort dem Charme des Spaniers erliegt…


Studio/Verleih / Bild- und Textnachweis: Concorde Film

VICKY CRISTINA BARCELONA, 9.3 out of 10 based on 4 ratings

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